Der Kauf und Import eines Wohnmobils Teil 3

Nachdem die letzten Vertragsmodalitäten mit Dieta und Thomas, so hiessen die Vorbesitzer, geklärt waren und auch noch die letzte Tranche der Zahlung über die Bühne ging legte ich mich nach einem gemütlichen Abend zum erstenmal im Womo schlafen.
Am nächsten Morgen galt es dann ernst, auf zur Kfz Zulassungsstelle in Bad Aibling. Sie mussten ja ihre Nummer zurückgeben und ich musste eine neue erhalten....
Doch warum das ? Das einfachste wäre ja, wenn ich mit ihrer Nummer in die Schweiz fahre, ihnen die Nummer zurückschicke, und sie es dann abmelden. Und ich würde es anschliessend in der Schweiz anmelden. Doch warum einfach wenn es kompliziert auch geht?
Grundsätzlich ist es nicht erlaubt als in der Schweiz wohnhafter ein Fahrzeug welches nicht auf ihn zugelassen ist, mit ausländischen Kennzeichen in der Schweiz zu lenken. Und dann ist da ja noch die Sache mit dem Zoll...
Also das mit dem Ab- und Anmelden war ja noch einfach, wir gingen zusammen zum Schalter und erklärten das dieser Mitarbeiterin und schon klappte es. Sie meldeten ab, gaben die Nummer zurück und dann wurde es wieder auf mich eingelöst mit einer Zollnummer welche leider aus versicherungstechnischen Gründen nur bis Ende September Gültigkeit hatte. Gleich neben der Zulassungsstelle gibt es einen Schilderladen wo die Nummern direkt hergestellt werden. So war ich also nun stolzer Besitzer eines Wohnmobils mit Rosenheimer Kennzeichen und bereit dieses in die Schweiz zu überführen. Leider war es nun schon bald Mittag und wenn man weiss wieviel Zeit man so am Zoll verbringen kann, machte es keinen Sinn mehr jetzt noch nach St. Margrethen zu stressen. Nach der herzlichen Verabschiedung von Thomas und Dieta, welche auch noch ein paar Tränchen verdrücken musste, schliesslich hatten Sie das Womo in den 5 Jahren auch liebgewonnen, machte ich mich auf den Weg. Gemütlich fuhr ich übers Land bis nach Isny wo ich auf dem Campingplatz https://www.camping-isny.de/ noch einmal übernachtete.
Am Freitag 17. September 2016 machte ich mich früh auf den Weg nach St. Margrethen, ja ich konnte nicht irgendwo hin, sondern musste nach St. Margrethen weil die Ausfuhrpapiere welche Dieta in verdankenswerter Weise für 60 Euro bereits erstellt hatte, auf diesen Zoll lauteten. Dort angekommen wurde ich mit der bekannten Schweizer Freundlichkeit zuerst mal zusammengefaltet weil  ein "Deutscher" sein Wohnmobil am falschen Ort abgestellt hatte. Nachdem ich mich für die Freundlichkeit bedankt hatte und bereits ein zweiter Zöllner mich auf Hochdeutsch darauf hingewiesen hat dass ich hier nicht parken kann, fuhr ich halt noch ein paar Meter weiter.

Die Sache ist ja die, ich befinde mich nun bereits auf Schweizer Boden mit einem Fahrzeug welches noch nicht verzollt ist, ob das wohl geht?

Also mit Elan und allen vorhandenen Papieren ins Verzollungsbüro und an den nächsten freien Schalter. Haben Sie die Zollpapiere wurde ich gefragt, na klar, hab ich und streckte dem Beamten meine Papiere entgegen. Nach einer Weile wurde ich gefragt ob ich noch mehr hätte, was ich verneinen musste. Ich hatte ihm alle gegeben aber anscheinend  braucht es noch mehr.
Er klärte mich dann auf, dass ich wohl Ausfuhrpapiere hätte, aber für die Einfuhr brauchts noch ein neues Formular. Ist ja kein Problem, gegenüber vom Zoll gibt es so ein LKW Verzollungsbüro die machen das für SFr. 150.- in rund einer Stunde, klärte er mich auf. Also ab in dieses Büro. Der freundliche Mitarbeiter hatte sogar Zeit und erklärte mir dass ich die Ausfuhrpapiere in dieser Zeit beim österreichischen Zoll abstempeln lassen soll, bis dann sei er fertig. So ging ich dann zu Fuss gemütlich zum Zoll auf österreichischer Seite. Zum Beruhigen der Nerven musste auch eine Zigarette sein, wenn ich gewusst hätte was mich erwartet hätte ich besser noch eine geraucht.
Rein ins Zollgebäude, Schalter suchen und abstempeln war die Devise.
Doch es kam anders, Schalter gefunden, begrüsst und Papiere hingestreckt. Einer der zwei anwesenden Mitarbeiter schaute die Papiere an, und erklärte mir höflich in original vorarlbergischem Dialekt : Jo gueter Maa, Wohnmobile werden bei uns in Wolfurt verzollt, Sie müssen doohiin....Ich glaubte mich trifft der Schlag, Wolfurt wo? Muss ich jetzt noch dahin fahren, nur für einen Stempel der besagt, dass das Fahrzeug aus dem EU Raum ausgeführt wurde? Das darf nicht wahr sein, ich erklärte ihm mit aller noch vorhandenen Höflichkeit dass ich das nicht gewusst habe, ich dies zum ersten Mal mache, und ob es nicht eine Ausnahme gäbe. Der zweite Beamte hatte dann ein Einsehen und sagte zum Ersten dass ich ja kein gewerblicher sei und man so schon mal ne Ausnahme machen könne. Oh, war ich dankbar, zwei Stempel erhalten und weg war ich.

In der Zwischenzeit wurden meine Einfuhrpapiere erstellt und ich machte mich fröhlich auf den Weg ins Schweizer Zollgebäude um den Rest zu erledigen. Der Zollbeamte schaute wieder alle Papiere an, rechnete, schaute, rechnete und fragte am Schluss : Zahlen Sie bar oder mit Karte? Mit Karte antwortete ich, schliesslich hatte ich meine Kreditkarte über den Kreditbetrag aufgeladen damit ich nicht so viel Geld rumschleppen muss. Ich hatte ja bereits ausgerechnet, Kaufpreis in Euro mal 1.2 gleich Schweizer Franken, davon 8 % gleich Betrag für den Zoll. Am Schalter wo man bezahlen kann dann die Ueberraschung. Ich hatte die Abgaben und die Automobilsteuer nicht einkalkuliert, zu allem Elend kommen diese auf den Kaufpreis und erst von diesem Gesamtbetrag werden dann die 8% Mwst. berechnet. Weil wir ja vorher noch auf Lanzarote waren und dort die Kreditkarte auch gelegentlich brauchten, reichte die Kreditwürdigkeit nicht aus um alles mit Karte zu bezahlen. Und nun? Wie weiter? Eine Raiffeisenbank mit Schalter und auch noch offen? Ein schwieriges Unterfangen aber in St.Margrethen gottseidank vorhanden. Nichts wie hin und Bares holen, wieder zurück und dann endlich die ganze Einfuhr abschliessen. Hurra es klappte alles und ich konnte mich endlich auf den Weg nach Bischofszell machen.
Wer nun glaubt dass die Geschichte zu Ende ist hat sich getäuscht, ich hab ja immer noch die Rosenheimer Nummer....
Zuhause wurde das Womo von Martina schon sehnlichst erwartet, schliesslich hat sie es bis jetzt nur von Fotos gekannt. Ich kann es vorwegnehmen, sie war mit meinem (unserem) Blindkauf mehr als zufrieden und wollte gleich losfahren. Wir hatten aber immer noch das Kennzeichen von Rosenheim, gültig bis 30.09.2016. Also sofort Vorführtermin in Amriswil beantragen damit unser Wohnmobil das Thurgauer Kennzeichen erhält und somit offiziell Schweizer wird. Doch bekanntlich befinden wir uns in der Schweiz und da kann sowas dauern. Meine telefonische Anfrage bestätigte dies, der erste Termin wäre so Mitte Oktober 2016, doch  so lange konnte ich nicht warten denn meine Versicherung erlischt vorher. Wenn ich nicht einen früheren Termin erhalten würde müsste ich eine Garage bemühen mir eine Garagennummer zu geben! Gotteseidank fand die freundliche Dame noch einen Termin vor dem 30.09. so dass unser Womo endlich eingebürgert werden konnte.
Beim Ziehen einer Nummer hatte ich auch noch Glück und seither sind wir mit dieser Nummer auf Europas Strassen unterwegs.
Auf ein Neues,

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Der Kauf und Import eines Wohnmobils Teil 2

Am 01. August 2016 wurde unsere Kaufabsicht bestätigt und kurz darauf die erste Anzahlung getätigt, wohlverstanden ohne dass wir das Womo jemals in Natura gesehen hatten. Martina war immer noch skeptisch, ich hatte schon einmal ein Handy so gekauft und wurde damals von der Verkäuferin betrogen was schliesslich vor Gericht endete. Ich hatte jedoch ein gutes Gefühl und vertraute auf die Ehrlichkeit der Ostfriesischen Verkäufer.

Der Zufall wollte es, dass das Verkäuferpaar im September in Bayern Verwandte besuchen wollte und so ein Weg gefunden wurde wie das Wohnmobil mal in die Nähe der Schweiz gelangen könnte. Unsere Ferien waren auch so geplant, dass wir im September eine Woche auf Lanzarote verbrachten und am Dienstag 13. September 2016 zurückfliegen würden. Alles passte wunderbar und wir verabredeten uns nach Zahlung der zweiten Tranche auf den Mittwoch 14.09.2016 nachmittags um 2 Uhr, Treffpunkt Bahnhof Bad Aibling in der Nähe von Rosenheim.

Am Dienstagnachmittag landeten wir in Zürich, Heimfahrt, Neu packen und am Mittwochmorgen um 09.00 Uhr den Zug nach München besteigen, und das alles um etwas abzuholen was ich zu 2/3 bezahlt habe aber ausser auf Fotos noch nie aus der Nähe gesehen hatte. Ob das wohl gut geht? Schliesslich mussten die Besitzer ja auch noch von Krummhörn nach Bad Aibling fahren und das sind auch knapp 1000 Kilometer.

In der Zeit zwischen Zusage und Abholung habe ich mich dann mal schlau gemacht wie das Einführen eines Fahrzeugs aus der EU in die Schweiz so ablaufen sollte. Es sah nach mächtig viel Papierkram aus, einfach so als Schweizer mit einem Fahrzeug welches in Deutschland immatrikuliert ist in die Schweiz fahren geht nicht, dazu später.

Am vereinbarten Treffpunkt stand dann tatsächlich so ein 2 Meter Turm von einem Mann welchen ich ja noch nie vorher gesehen hatte. Er war mir auf Anhieb sympathisch und die letzten Zweifel lösten sich in Luft auf, ja ich hatte auch ein bisschen Unbehagen, meine Martina hätte mir die Liebe gekündigt wenn ich 30`000 Euro in den Sand gesetzt hätte.

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Nach einer kurzen Fahrt stand ich dann zum ersten Mal vor unserem neuen fahrbaren Ferienhaus, die Vorbesitzer hatten es bis in den letzten Winkel fein säuberlich herausgeputzt; ich war begeistert. Es war ein Wohnmobil welches durch die Besitzer gehegt und gepflegt wurde, alle Kontrollen wurden immer gemacht, und vor allem, an den Details merkte ich, dass sie es nicht gerne hergeben. Ich wollte dann gelegentlich mal wissen warum sie es denn verkaufen wollten, der Grund war klar, Ostfriesen leben nun mal am und im Wasser, ein Boot musste her und beides lag nicht drin.

Martina war bei dieser Übergabe nicht dabei, weil zuhause ein Berg Wäsche zu bewältigen war und ich dann ja noch in die Schweiz fahren und den Papierkram erledigen musste. Ich konnte sie aber insofern beruhigen, dass unser Geld gut angelegt war.

 

In der nächsten Folge : Fahrzeugimport in die Schweiz? Guet Nacht am Sächsi


Der Kauf und Import eines Wohnmobils Teil 1

Aufgrund unserer Erfahrungen mit den Mietwohnmobilen hatten wir schon konkrete Vorstellungen wie unser Wohnmobil aussehen sollte und welche Ausstattungsdetails vorhanden sein mussten.

Längsbetten für einen erholsamen Schlaf, eine separate Dusche und eine Kochgelegenheit mit Abstellfläche waren Pflicht. Heizung und Warmwasseraufbereitung ohne Gas zum Gewicht sparen sowie eine grosse Garage für das Campingzubehör und allenfalls mal ein Fahrrad wäre auch nicht schlecht. Alles andere wie Markise und Satellitenfernsehen braucht es nicht zwingend denn Markisen sind windanfällig und schwer und fernsehen können wir zuhause.

Etliche Tage und Nächte am Computer sowie der Besuch von Wohnmobilmessen später war ein Entscheid gefallen. Ein Wohnmobil der Marke Challenger sollte es sein. Doch diese Marke aus Frankreich ist in der Schweiz nur im Welschland gefragt und in der Deutschschweiz gibt es gerade eine Vertretung in Schwarzenbach bei http://www.camper-center.ch

Also nichts wie hin und beraten lassen. Doch ein Neukauf kam mit unserem Budget nicht in Frage, weil wir es nicht teilweise fremdfinanzieren wollten. Solche aus einjährigen Vermietungen waren ebenfalls noch weit über Fr. 50`000.

Also sollte es eine Occasion sein, nicht zu alt, wenig Kilometer zu einem guten Preis. In der Schweiz war das Angebot klein und der Preis hoch, doch in Deutschland hatte es einige interessante Angebote.

Dieses Wohnmobil hatte es mir angetan: Challenger Mageo 138, Jahrgang 2011 und noch nicht 40`000 Kilometer auf dem Buckel und das alles zu einem fairen Preis.

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Die damaligen Besitzer hatten es neu gekauft und nur selber gefahren, es gab also nur einen kleinen Haken; es stand in Krummhörn, Ostfriesland und das liegt nun mal nicht gerade um die Ecke.Und überhaupt, will sich der Besitzer mit einem Interessenten, rund 900 Kilometer entfernt, rumärgern und dann kauft er es vielleicht doch nicht? Meine erste Anfrage wurde positiv beantwortet, weil ich nicht schon beim ersten Kontakt den Preis drücken wollte. Der Wunsch nach weiteren Fotos dauerte ein bisschen, weil 4G noch nicht in Ostfriesland angekommen ist.

Nichtsdestotrotz konkretisierte sich der Kauf zusehends, die Fotos waren vielversprechend und die ganze Einrichtung mit Campingstühlen, Tisch, Satellitenfernsehen zum selber Aufbauen sowie alle Töpfe, Geschirr, Besteck und Bettanzüge waren im Preis inbegriffen! Und unser Budget war nicht überschritten.

Doch wann werden wir es das erste Mal in Natura vor uns haben, respektive wie kommt der Franzose aus Ostfriesland in die Schweiz?

Dazu im nächsten Post….Bis bald

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Der Weg zum eigenen Wohnmobil

Nachdem wir die ersten Erfahrungen mit einem Wohnmobil gemacht hatten sollte es doch einige Jahre dauern bis zum nächsten Trip. Im Herbst 2012 war es soweit, aufgrund von Unruhen im geplanten Aegypten reisten wir kurzfristig mit einem gemieteten Wohnmobil gen Süden. Gardasee mit Gardaland sowie Pisa waren die Hauptziele.
Weitere Jahre mit gemieteten Wohnmobilen folgten bis wir uns dann entschieden ein eigenes zu kaufen. Wir hatten schon klare Vorstellungen wie es aussehen und ausgestattet sein muss.
Doch dazu im nächsten Post.
Bis bald

Wie alles begann

Die Geschichte beginnt im Jahre 1996. Damals waren Martina und ich stolze Eltern von 2 süssen Jungs, 3 und 1 Jahr alt. Hotelferien oder Ferien mit dem Flugzeug wollten wir uns nicht antun, also was?
Eine Bekannte von Martina besass ein älteres Wohnmobil welches wir günstig mieten konnten. Das Beste was uns passieren konnte, Ferien mit den 2 Kleinen am Gardasee und in Caorle, wir schauen uns heute noch die Videos von damals an.