Kroatische Inseln Frühling 2019

Hallo Leute,
Unsere Ferienplanung im Winter 2018/19 sah vor, dass wir im Frühling und im Spätsommer je 2 Wochen mit dem WOMO unterwegs sein werden. Selbstverständlich nutzen wir auch Wochenenden zum mal kurz wegfahren und mal was anderes zu sehen. Leider muss Martina am Samstag öfters arbeiten was unsere Reiselust ein bisschen einschränkt.
Martina schwärmte schon lange von Kroatien, also planten wir im Frühling 2019 die kroatischen Inseln zu besuchen. Für mehr reichten die 2 Wochen leider nicht weil wir nicht unbedingt die grossen Kilometerfresser sind.
Am ersten Tag über Innsbruck nach Grado an der östlichen Adria ist dann schon das Maximum pro Tag. Das sind dann rund 600 km und je nach Route mehr oder weniger Autobahn. Wir entschieden uns für weniger Autobahn, schliesslich gibt es im Südtirol eine wunderbare Strecke durch die Berge. Unser Garmin Camper Navi wollte allerdings lieber auf der Autobahn bleiben, die Ausfahrt Brixen verpasst und eine halbe Stunde mehr unterwegs...
Gottseidank konnten wir dann doch noch runter von der Brennerautobahn und durchs Pustertal nach Dobbiaco(Toblach) gelangen. Dieser Ort ist vorallem durch Wintersportveranstaltungen bekannt.

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Der Schnee reichte auch Ende April noch weit bis unter die Baumgrenze und wie es sich heraustellen sollte hatte es ein paar Tage später hier wieder Schnee. Bei meiner Schwester in Teufen reichte es sogar für rund 30 cm.
In Toblach gibt es 2 Möglichkeiten an die Adria zu gelangen, rechts durch die Dolomiten vorbei an den 3 Zinnen oder geradeaus Richtung Oesterreich und durch Kärnten wieder nach Süden. Wir entschieden uns für die Dolomiten, ich kannte die Gegend schon von meinen früheren Motorradferien mit Renato.


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Der Misurinasee war noch mit Eis bedeckt und rundherum hatte es noch viel Schnee. Leider liessen die Temperaturen und die noch längere Strecke kein Verweilen zu, weiter gings Richtung Süden. Ueber Belluno und Pordenone sollte unser Weg führen also nördlich der Adria bis zu unserem ersten Ziel : Grado.
Ein wunderschöner Samstagnachmittag vorbei an Bergen, Rebbergen und Olivenbäumen, diese Strecke ist viel schöner als auf der Brennerautobahn bis Verona, Venedig und dann Richtung Triest.
Aber... Alles Schöne hat mal ein Ende und zwischen Pordenone und Palmanova wurden wir mal so richtig verregnet, Hagel war selbstverständlich auch dabei. Unter einer Brücke anhalten ging leider auch nicht, wir waren mitten in einer längeren Baustelle auf der überfluteten Autobahn. Die Wassertiefe reichte beinahe bis unter die Eingangstüre, wie voriges Jahr in Palermo. Leider war es nicht der letzte Regen in unseren Ferien.

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Dieser Eichelhäher empfing uns auf dem Camping al Bosco in Grado, http://campingalbosco.it/
wunderbar gelegen,direkt hinter dem Strand und nicht zu gross. Allerdings sind die sanitarischen Einrichtungen schon ein bisschen in die Jahre gekommen, für unsere Ansprüche genügend aber nicht mehr.
Mit Einkaufen auf dem Platz war auch noch nix ende April....Dafür hatte das Restaurant auf dem Platz schon offen. Die Fischspezialitäten sollen lecker sein, wir begnügten uns mit Pasta.


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Sonnenuntergang an der noch menschenleeren Adria, das Wetter passte, mal schauen was der Sonntag bringt.
Also los, Sonntagvormittag zu Fuss ins Städtchen Grado. Vom Camping kann man den ganzen Weg zu Fuss am Strand entlang, jetzt noch leer aber ich möchte nicht wissen wie es im Sommer aussieht.
Grado ist so ein typisches italienisches Städtchen mit Hafen, Altes neben Neuem und irgendwie charmant. So richtig italienisch halt.
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Salami, Gemüse und Pasta einkaufen musste auch sein und dann ab in die beste Pizzeria in der Stadt, Tripadvisor hatte schon recht, diese Pizza am Sonntagmittag war ein erstes Highlight in den Ferien.

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Wenn ihr mal da seid : http://www.laciacolada.it/
Das Ambiente ist so irgendwie venezianisch, nichts besonderes, wir sassen eh draussen, aber die Pizza ein Genuss !
Während dem Essen wurde es immer dunkler und wir hatten ja noch rund 2 Kilometer zu laufen also machten wir uns beizeiten auf den Weg, noch schnell einen Espressi und dann zügig nach Hause auf den Campingplatz.

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Aus Richtung Slowenien/Kroatien kam da so ne schwarze Wand, der Kontrast mit dem weissen Sand war einmalig.
Keine Minute zu früh beim Wohnmobil und schon legte es los. Die Siesta fand im Wohnmobil statt, draussen schüttete und blitzte es zünftig und es kühlte noch mehr ab. Also hinlegen und den Gewalten der Natur zuhören und ein bisschen vor sich hin dösen, schliesslich sind Ferien auch dafür da.

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 Am nächsten Morgen führte unser Weg via Trieste, Rijeka auf die Insel Krk. Es war eine kurze Etappe, auf die Insel führte eine Brücke welche für rund 7 Franken überquert werden kann.

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Nach rund 1.5 Kilometern ist man auf der vermutlich bekanntesten Insel Kroatiens.


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Wie ihr auf dem Bild sehen könnt wurden wir mit ein paar Regentropfen empfangen. Aber nichts dramatisches, am Campingplatz angekommen guckte schon wieder die Sonne hervor.
Wir haben uns für den Camping Jezevac bei der Stadt Krk entschieden und wurden nicht enttäuscht. https://www.camping-adriatic.com/jezevac-camp-krk
Ein wunderschöner grosszügiger Platz mit allem was man so braucht. Den Einkauf im Supermarkt in Krk hätten wir uns sparen können, auch auf dem Platz hatten wir Einkaufsmöglichkeiten und ein Restaurant mit den gängigsten Gerichten. Für die 3 Nächte welche wir dort verbrachten mussten wir in der Vorsaison rund 120 Franken bezahlen, nicht gerade wenig, aber die wirklich gepflegte Anlage war es wert. Weil wir nicht wussten wie es mit der Belegung Ende April anfangs Mai so steht habe ich diesen Platz schon im Winter reserviert. Im Nachhinein nicht unbedingt nötig, es hatte noch genügend freie Plätze. Dafür haben wir aber einen schönen grosszügigen Platz mit Meersicht erhalten.

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Und das Städtchen Krk mit dem Hafen war in 10 Minuten zu Fuss erreicht.


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Bevor wir uns das Städtchen mal näher anschauen muss ich euch noch eine Geschichte über die Hinfahrt von Grado nach Krk erzählen.
Wie hinlängst bekannt muss man von Italien nach Kroatien durch Slowenien fahren, der Rappenspalter sucht sich den Weg um die Autobahngebühr in Slowenien zu sparen. Wir hatten schon vorgängig eine nach Hause liefern lassen damit wir gleich durchfahren konnten.Klappt super, mit Tolltickets. https://www.tolltickets.com/country/slowenien/
Doch weiter im Text, also wir waren ausgerüstet mit allem, aber nicht gerüstet für die Zollkontrolle zwischen Slowenien und Kroatien....Zollkontrolle zwischen zwei EU-Staaten??
Ich verstand die Welt nicht mehr. Irgendwo im Nirgendwo stand da also ein Zoll und davor, noch mehr dahinter standen die Autos in einer 2 Kilometer langen Schlange und warteten.
Das Beste kommt aber erst, endlich mal vorne musste man nur den Pass zeigen und zwar zweimal, nämlich zuerst dem Slowenen und ein paar Meter weiter vorne dem Kroaten. Nur Pässe zeigen, was man dabei hat interessiert nicht, und dann weiterfahren! Ich weiss bis heute nicht was das soll....

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Also weiter mit dem Städtchen Krk, der Stadtbummel musste leider mit Jacke beginnen, ganz mutige versuchten es mit halblangen Hosen, so wie dieser Tourist im Hintergrund welcher sich mehr für diesen IBC Behälter aus der Schweiz als für die geschichtsträchtige Mauer interessierte. Es war noch empfindlich kalt auf Krk und das Anfang Mai!
Ein wunderschönes Städtchen erstreckt sich rund um den Hafen, Restaurants, kleine Läden und schmale Gassen prägen die Altstadt.


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Rund um den Hafen reiht sich ein Restaurant neben das andere, es wird um die Gunst der noch nicht so zahlreichen Touristen geworben doch bei ihnen einzukehren und sich zu verköstigen. So war es natürlich nicht schwer einen Platz zu finden und bei Cevapcici mit Pommes dem Treiben zuzusehen. Auch das Wetter spielte mit und sobald die Sonne zwischen den Wolken herausschaute war es sofort auch wärmer.

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Donnerstags ging es dann weiter, wir wollten die Insel wechseln, nächstes Ziel war die Insel (Otok) Cres. Etwas nördlich von Krk gab es eine Fähre welche von Valbiska nach Merag führte. Diese wollten wir nehmen, wochentags fuhr sie in Abständen von 90 Minuten. Keine grosse Sache, diese Ueberfahrt dauerte rund 20 Minuten, so ähnlich wie Konstanz - Meersburg. Nur der Preis ist anders. Für dieses kurze Stück verlangen die Betreiber für ein Wohnmobil über 7 Meter plus 2 Erwachsene doch tatsächlich 344 Kuna oder umgerechnet über 50 Franken. Happig  happig.... Leider sind die kroatischen Inseln praktisch nur mit Fähren zu erreichen und so hat der Betreiber in der Preisgestaltung freie Hand. https://www.jadrolinija.hr/de/faehren-kroatien

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Bei schönstem Wetter und ruhigem Meer rüber zur Insel Cres und dann runter bis Mali Losinj so war der Plan. Cres ist die Insel der Schafe, bei der Fahrt Richtung Süden sahen wir warum. Karges steiniges Land, zerklüftet und Gebüsch überall.


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Wir fuhren auch vorbei am Städtchen Cres welches wir dann auf dem Rückweg besuchen wollten.


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Ein traumhaft schöner Tag, endlich mal Sonne pur und eine malerische Landschaft begleitete uns bis nach Osor wo wir von der Insel Cres auf die Insel Losinj wechselten. Ueber ein 10 Meter lange Brücke, die kürzeste Verbindung zweier Inseln in Kroatien.



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Und dann wieder weiter südwärts, auf bis auf wenige Ausnahmen sehr gut ausgebauten Strassen.
Nach Mali Losinj fahren anscheinend auch viele Carunternehmen, wir sahen dort viele Reisegruppen kommen und wieder gehen.

Unsere Reise führte in den Camping Cikat, https://www.camp-cikat.com/de/
ein riesiger Platz aber noch mitten in der Vorsaison, wenig belegt und teilweise wurde noch instandgestellt oder neu gebaut.


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Diese Aussicht war uns 40 Franken pro Nacht wert, Abendsonne und kristallklares Wasser inklusive. Wir genossen das schöne Wetter und den Ausblick, in die Stadt wollten wir dann am nächsten Tag.


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Vor dem Wohnmobil sitzen, das Nachtessen bei einem guten Glas Wein geniessen und den Sonnenuntergang bestaunen, kurz gesagt die Seele baumeln lassen.


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Es kann ja nicht immer schön sein, am nächsten Tag sah unser Spaziergang nach Mali Losinj so aus :


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Jacke, lange Hosen und vor allem Schirm waren angesagt denn eine längere Schönwetterphase war nicht in Sicht. Rund um den Hafen war schon einiges los, dort zogen auch alle Reisegruppen vom Carparkplatz vorüber und wieder zurück ohne etwas zu kaufen, zu essen oder zu trinken.
Die Angestellten der Restaurants versuchten alles um die Touris ins Lokal zu bekommen. Wir haben alle berücksichtigt, sogar der Schnapsverkäufer wurde noch zwei schön verzierte Flaschen Sliwowitz los.
Ansonsten konnte uns Mali Losinj nicht so begeistern, Krk hat uns definitiv besser gefallen. Vielleicht lag es auch am Wetter an diesen Tag; Stadtbummel bei Regen macht einfach nicht so Spass. Darum wieder zurück auf den Camping und Siesta machen.


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Am nächsten Tag packten wir zusammen und fuhren nordwärts, Ziel Cres und der dortige Camping Kovacine, https://camp-kovacine.com/de
Ein schöner Platz mit allem was es so braucht. Ein Strandcafe, zwei Restaurants und grosszügige Plätze, was fehlte waren die Touristen und besseres Wetter. Dies war den Tauchern von der nahen Tauchschule egal, nass von oben oder von allen Seiten war ihnen egal.


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Wir hatten den Humor auch noch nicht verloren, schliesslich wollten wir ja keine Badeferien machen. Zu Fuss gings ins Städtchen, gekleidet wie im Herbst. Vom Camping führt die Strandpromenade in rund 20 Minuten zum Hafen um welchen sich die Häuser scharen, allerdings war der Hafen ein bisschen verlassen, es war noch wenig los im Frühling.


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http://www.crepsa.com/de/der_turm_von_cres___/55/9



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Restaurants waren leer und in den Geschäften standen sich die Angestellten die Füsse in den Bauch. So blieb es beim Anschauen, Aperitiv nehmen und wieder gehen. Das Nachtessen wurde im Campingplatzrestaurant eingenommen. Den nächsten Tag verbrachten wir auch noch in Cres, Gegend erkunden und so.
Es war windig, kalt mit wenigen wärmenden Sonnenstrahlen welche wir in einem vom Wind abgelegenen Cafe genossen.


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Am Abend wurde wieder im Restaurant gegessen, ist ja drinnen sicher schön warm...Nur war es leider so dass das Hauptrestaurant wohl gedeckte Plätze anbietet, aber ansonsten war man draussen und das bei 12 Grad.
Das Essen war köstlich, musste aber schnell gegessen werden wenn man es nicht kalt mag. Beim Bezahlen bekommt man in Kroatien noch öfters einen Schnaps angeboten, hier stellten sie gleich die Flasche hin, und so wurde der Abend doch noch warm....
Also ab in die Heia und morgen weiter, wieder aufs Festland, Novigrad in Istrien war das Ziel.


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Ein letztes Mal in diesen Ferien auf einer Fähre von Porozina nach Brestova, 20 Minuten für 344 Kuna oder umgerechnet 50 Franken, die vorderste Reihe kostete nicht extra!
Auf dem Festland bemerkte man bald, dass dort das Klima nicht so rauh ist wie auf den Inseln. Es wirkte irgendwie grüner und saftiger als das Karge, Wilde auf den Inseln.


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Der Campingplatz Aminess Sirena in der Nähe von Novigrad hatte auch noch reichlich freie Plätze und bei den Temperaturen konnte man auf einen Platz im Pinienwald verzichten. https://www.aminess-campsites.com/de/campingplatz-aminess-sirena
Wir hatten wieder eine tolle Aussicht auf die Bucht und mit der Bimmelbahn waren wir in 10 Minuten im schmucken Städtchen welches wir am nächsten Tag erkunden wollten.



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Ein sehr gepflegtes Städtchen welches von einer Mauer geschützt wird. Und endlich konnte man wieder ans Ausziehen der Jacke denken, die Sonne wärmte schon wieder ganz schön.
https://www.kroati.de/kroatien-istrien/novigrad.html



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Sehr schöne 2 Tage auf dieser Reise, Wetter, Camping, Essen, alles war gut und schön.
Doch waren wir schon mitten in der zweiten Ferienwoche und mussten schon wieder langsam weiterziehen in Richtung Heimat.
Am Mittwoch 08.05.2019 verabschiedeten wir uns von Novigrad mit dem Ziel Innsbruck welches schon öfters unser letzter Zwischenstop vor der Heimat war. Wir wählten die Route über Udine und dann wieder durch die Berge bis nach Brixen um dann dort den letzten Rest noch auf der Brennerautobahn bis nach Innsbruck.
Das war eine gute Idee, der Autobahn folgen über Triest, Venedig und Verona und dann noch den Brenner, gute Nacht, macht definitiv keinen Spass und man sieht ja nichts von der Gegend ausser Lkw an Lkw. Mir hat das Stück von Brixen bis Innsbruck schon gereicht.
So sahen wir auch den Schnee welcher eine Woche zuvor in den Alpen in Massen gefallen war und die Zerstörungen welche ein Sturm im November 2018 im Südtirol angerichtet hatte.


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Die Aufräumarbeiten sind noch lange nicht vorbei, die Bäume liegen noch zu Hunderttausenden am Boden, nur die Verkehrswege über die Pässe sind frei. Das dauert noch Jahre und vorallem ist der Boden völlig der Witterung ausgesetzt und es hat schon einige Murgänge gegeben.
Wen es interessiert : https://www.suedtirolnews.it/chronik/12-mio-kubikmeter-holz-sind-wind-zum-opfer-gefallen


Diese Fahrt durch das Südtirol werde ich nicht mehr so schnell vergessen, man merkt wie klein der Mensch gegen solche Naturgewalten ist und wie in wenigen Stunden über Jahrzente gewachsenes einfach zerstört wird.


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Am frühen Abend standen wir wieder auf unserem Lieblingsplatz beim Camping Kranebitterhof und genossen den Sonnenuntergang mit Regenbogen und ein feines Nachtessen auf dem Platz. Das Platzrestaurant muss eine gute Adresse in Innsbruck sein, man muss froh sein einen Platz zu bekommen ohne Reservation.
http://www.kranebitterhof.at/de/camping-de

Warum wir öfters auf der Heimreise von Osten her in Innsbruck Halt machen seht ihr auf dem nächsten Foto:


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Ich muss mit Martina immer in dieses Cafe wo wir uns einen feinen Kaffee gönnen welcher dann zur Folge hat, dass solche Fotos entstehen:




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Selfie vom goldenen Dacherl, völlig unscharf und mit Tourist mit weisser Mütze im Hintergrund welcher sich grinsend ins Bild schleicht.....
Oder solche :



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Dieses Bild ist auf den ersten Blick nichts besonderes doch was sieht man wenn man durch den Bogen guckt? Richtig, die Bergisel Schanze in Innsbruck. Sehr eindrücklich wenn man sie besichtigt. Vom Turm sieht man gleich auf den Friedhof. Dieses Bild ist bei einem früheren Besuch in Innsbruck entstanden.


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Es ist vielleicht noch wichtig zu erwähnen dass in der Nähe des Campings eine Bushaltestelle ist von welcher man mit nur einmal umsteigen in die Stadt gelangt.

Am nächsten Tag und wieder topfit wurde alles entleert und der Nachhauseweg angetreten. Die restlichen der rund 1800 Kilometer dieser Reise verliefen auch problemlos, bis auf eine defekte H7 Birne welche mit meinem handwerklichen Geschick in Kroatien gewechselt wurde, war unser Challenger wieder mal ein treues Fahrzeug welches uns auch auf dem nächsten Trip nach Deutschland, Tschechien und Oesterreich begleiten wird.



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Bis bald,
Hans und Martina


Norddeutschland September 2018

Der Norden Deutschlands ist im Spätsommer/Herbst immer eine Reise wert. Bisher hatten wir im Herbst im Norden/Osten immer schönes bis sehr schönes Wetter. So auch diesmal, ihr kennt ja den Spruch: Wenn Engel reisen ......
Bei der Planung für Ferien in Deutschland mit dem Wohnmobil kann ich mich auf Markus verlassen, sein Stellplatzführer ist immer meine Grundlage. Schaut doch selber mal rein, unter www.womoclick.de findet ihr immer einen passenden Platz.
PS. Den Platz findest du immer, wie ihr im folgenden Bericht merken werdet, heisst das aber nicht dass es auch Platz hat....


Am Freitag 31. August morgens um 9 Uhr war unser Womo gepackt und abfahrbereit. Gemäss Etappenplan über Stuttgart nach Marktheidenfeld am schönen Main. Rund 350 km ohne es eilig zu haben, begleitet von ein bisschen Regen im Raum Stuttgart. Auf dem dortigen Stellplatz waren gerade die letzten Markttage vorüber so dass wir uns nicht auf den Ausweichplatz stellen mussten. Unter  http://www.marktheidenfeld.de/ erfahrt ihr mehr. Dieser Platz liegt wirklich gleich am Main und zu Fuss nur 10 Minuten vom Ortskern entfernt.

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Hier kann man auch Schiffe kucken :


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Weil wir bekanntlich nicht die grossen Selbstversorger sind, schlenderten wir spätnachmittags in den schönen Ortskern um Ausschau zu halten wo es etwas für den Magen gibt. Leider war das gewünschte Gasthaus Bräustüble nicht geöffnet so dass wir eine Alternative suchen mussten. Ein unscheinbares Lokal in der Innenstadt hatte es Martina angetan, ich war noch skeptisch...
Also schauten wir rein, die Einrichtung erinnerte mehr an Bar als an Speiselokal, ich kann euch sagen, die Jägerpfanne für 14 Euro war eine Wucht. Wenn ihr mal dort seid, schaut rein. https://www.bistro-madeleine.de/


Nach dem Essen ein bisschen Fahrrad?


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Leider bewegte sich dieses Ding keinen Meter und so ging es wieder zu Fuss zum Womo.
Der Stellplatz ist für Kurzaufenthalte okay, länger als ein bis zwei Tage, na ja.

Am Samstag 01. September führte unsere Reise weiter nordwärts vorbei an Frankfurt, Kassel, Paderborn bis auf Höhe Hannover. Womoclick empfiehlt dort den Wohnmobilstellplatz Steinhude am Steinhuder Meer. http://www.steinhuder-meer.de/


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Dort angekommen merkten wir schnell dass dieser Ort ein Naherholungsgebiet für gestresste Städter und unter Wohnmobilisten anscheinend auch nicht unbekannt ist.
So standen wir vor der Schranke welche sich nicht öffnete, der Platz war bis auf die letzte Parzelle belegt und die Schranke öffnet sich erst wieder wenn einer wegfährt...
Gottseidank konnte sich derjenige welcher vor uns reingefahren ist nicht für ein Bleiben entscheiden und fuhr wieder raus.
So ergatterten wir am Samstagnachmittag den letzten Platz auf dem Wohnmobilstellplatz. Alle späteren Ankömmlinge mussten weiter oder stellten ihr Mobil irgendwie auf den nächsten Parkplatz.
Zu Fuss ging es Richtung Meer (See), Sightseeing war angesagt. Vorbei am Flohmarkt und vielen kleinen Restaurant welche bei angenehmen Temperaturen zu verweilen einluden.
Wir hatten dank Markus wieder einen wunderschönen Flecken gefunden, so dass wir uns spontan für einen zusätzlichen Tag hier entschieden.


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Man merkte auch langsam dass sich die Esskultur vom deftigen bayrischen, langsam Richtung nördlicher leichter Fischküche verlagerte. Im Ort befanden sich denn auch mehrere Aalräuchereien und Fischgerichte gibt es an jeder Ecke. Wirklich ein wunderschönes Naherholungsgebiet, wer weiss vielleicht finden wir mal wieder dahin.


Am nächsten Morgen um 08.00 Uhr auf dem Stellplatz :


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Im Hintergrund seht ihr eine geduldig wartende Menge Wohnmobilisten, die Ankunft des Bäckers mit den frischen Brötchen hat sich leicht verzögert.....


Nach einem wunderschönen Wochenende führte unsere Reise am Montagmorgen  weiter in Richtung Norden.

Mitten durch die Lüneburger Heide rauf nach Hamburg wo wir je nach Wetter 3 - 5 Tage bleiben wollten. Markus empfiehlt dort den Elbepark Bunthaus an der Ecke wo sich die Elbe vor Hamburg in Norder- und Süderelbe trennt. Mehr über den Platz erfahrt ihr unter : www.elbepark-bunthaus.de


Schon auf dem Land und doch nah an der Stadt für uns der ideale Ort um mit den öffentlichen Verkehrsmitteln Hamburg zu erkunden. Mit HVV App und Hamburg Card ausgerüstet ist man mit Bus und S-Bahn in rund einer Stunde mitten im pulsierenden Hamburg. Und wenns mal etwas länger dauert, der letzte Bus zum Womo fährt um Mitternacht...


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Norderelbe erste Reihe bei immer noch schönstem Wetter und angenehmen Temperaturen.



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Nach dem Einrichten am Stellplatz zur Spitze wo sich die Elbe in den nördlichen und südlichen Arm trennt, mit dem ehemaligen Leuchtturm.


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Später am Nachmittag machten wir uns auf in die Gaststätte auf dem Wohnmobilstellplatz, die angenehmen Temperaturen erlaubten sogar ein Nachtessen im schönen Biergarten.
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück, mit den Brötchen vom Brötchenservice, mit dem Bus ab in die Stadt.
An den Landungsbrücken angekommen, mit dem Hop On Hop Off Bus eine erste Rundfahrt um Hamburg kennenzulernen war keine schlechte Idee und die Erklärungen waren sogar live und nicht ab Band.
Der Kommentator mit seinem trockenen Hamburger Humor hatte nach rund 1 1/2 Stunden ein grosses Trinkgeld verdient, ohne ihn hätten wir vermutlich nur die Hälfte erfahren und das erst noch ohne Gelächter.
So ging es ja schon mal gut los und nach der Rundtour hatten wir unser Fischbrötchen mit lecker Bier und Hafenaussicht redlich verdient. Schliesslich ging es mit der Besichtigung nach dem Essen gleich weiter und zwar zu Schiff, Hafenrundfahrt war angesagt.


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Trockendocks, grosse Schiffe, Kriegsschiffe, Lagerhallen und das alles bei beinahe heissen Temperaturen. So mussten wir nach dieser (Tor) Tour zuerst mal entspannen. https://www.hamburg-del-mar.de/



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Abends selber kochen und früh ins Bett denn am nächsten Tag folgte das Highlight  für Martina. Wir besuchten den Tierpark Hagenbeck in Hamburg, allein das Tropenaquarium  ist schon ein Besuch wert.


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So stiefelten wir den ganzen Tag durch den Zoo, es gab soviel zu bestaunen, die Zeit reichte knapp um das Wichtigste zu sehen.


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Die Orang Utans haben es uns schon lange angetan, menschenähnliche Wesen mit Ganzkörperbehaarung.
Am Abend waren wir ziemlich platt.
Trotzdem musste am nächsten Tag nochmal die Stadt dran glauben, wir erkundeten die Metropole auf eigene Faust, Michel, Reeperbahn und so...
Auf dem Michel, Michaelskirche genaugesagt, hat man einen wunderbaren Rundblick über die Stadt.


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Blickrichtung Norden :


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Süden mit Hafen und Kreuzfahrtschiff im Hintergrund


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Auf der Reeperbahn angekommen merkten wir bald, dass tagsüber nicht allzu viel los ist. Es war jedoch noch interessant zu sehen dass nicht alles Gold ist was glänzt. Teilweise recht trostlos, heruntergewirtschaftet, oder schlicht und einfach schmudelig war es in den Gassen welche auch noch von vielen Randständigen als Freiluftwohnung genutzt wurden.
Ein Bild mit der Davidswache durfte natürlich nicht fehlen.



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Nach Tagen mit Lärm, Touristen und heissen Temperaturen freuten wir uns auf das geruhsame, ländliche Ostfriesland.
Wie aufmerksame Leser meiner Beiträge sicher wissen, stammt ja unser Womo von da, so fand es den Weg nach Norddeich beinahe von alleine.
So fuhren wir also am Freitag 07.09.2018 von Hamburg über Bremen nach Krummhörn. Unser Womo führte uns auf direktem Weg in seine ehemalige Heimat, ich musste mich doch noch für den Ostfriesentee und den Kandiszucker revanchieren. Mit einem Sack voller Schweizer Schokolade standen wir dann vor dem Haus doch keiner machte auf.
Die Vorbesitzer waren mit ihrer neuen Errungeschaft auf hoher See. Ich fand trotzdem ein Versteck für die Schokolade und so fuhren wir weiter, eben nach Norddeich.
Das Wetter hatte es gut mit uns gemeint, auf der Fahrt hin und wieder Regen und nach der Ankunft wieder Sonne. Aber es war hier definitiv kälter und windiger als noch in Hamburg.


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Das Nordsee Camp Norddeich ist ein wunderschöner Platz um hier die Gegend zu erkunden, allerdings riesig. Unser Platz war in Blickrichtung hinten rechts, bis zum Laden auf dem Platz waren es zu Fuss beinahe 10 Minuten....Mehr unter :  www.nordsee-camp.de
4 Nächte wollten wir bleiben und die Gegend erkunden. Für uns Schweizer schon komisch, die höchsten Erhebungen in Ostfriesland sind die Deiche welche vor Hochwasser schützen und in den vergangenen Jahrzehnten immer höher werden mussten.


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Bis zum Hafen war es ein schönes Stück zu Fuss und mit dem Fahrrad bist du auch nur in eine Richtung schnell....
Am nächsten Tag wollten wir nach Norderney so mussten wir schauen wie lange der Fussweg zum Hafen dauert damit wir die Fähre nicht verpassten. In der Nähe des Hafens fanden wir ein Restaurant mit Souvenirshop so dass ich meine Sammlung an Wollmützen um ein Exemplar erweitern konnte weil der Wind meine letzten Haare vom Kopf geweht hatte.


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Am Samstag 08. September marschierten wir also los, vom Campingplatz zum Hafen um von dort mit der Fähre nach Norderney zu gelangen.
Wir waren nicht die einzigen welche diese Idee hatten, das Schiff war ziemlich voll und die Passagiere kippten so früh am Vormittag auch schon einiges in sich hinein. So eine feuchtfröhliche Stimmung am Samstagvormittag verwunderte uns ein bisschen...
Dort angekommen gings wieder zu Fuss ins Zentrum, allerdings könnte man auch den Bus nehmen. Eigentlich wollten wir vom Zentrum aus mit der Bömmelbahn, https://www.boemmelbahn.de/
bei einer Rundfahrt die Insel etwas kennenlernen, leider fuhr diese genau an diesem Tag nicht, weil der Norderney Triathlon stattfand und deshalb die halbe Insel abgesperrt war.


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Schade aber nicht zu ändern also weiter zu Fuss.

Wir haben ja schon öfters gehört dass die Norddeutschen eher kühl und zurückhaltend sein sollten, das gilt aber für die Ostfriesen garantiert nicht. In jeder Wirtschaft sassen die Leute teilweise draussen und es herrschte irgendwie eine ausgelassene Stimmung, auch unser Kellner im Restaurant in welchem wir unser Mittagessen einnahmen war für uns ungewöhnlich gut drauf.
Nach dem Essen wollten wir auch noch etwas vom Triathlon sehen und so begaben uns zur Fahrradstrecke welche teilweise am Strand entlang führte.


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Also diese Sportler verdienten sich Respekt mit ihrer Leistung, dort wo wir standen herrschte Gegenwind mit mindestens 4 Beaufort, es wehte uns beinahe fort.


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Ein paar Stunden und viele Schritte später gings zurück auf die Fähre und wieder aufs Festland. Unterwegs mit dem Schiff merkten wir, wie schmal die Fahrrinne zwischen Norddeich und Norderney eigentlich ist, inzwischen war Ebbe und die sich kreuzenden Fähren fahren keine 5 Meter aneinander vorbei weil rechts und links davon der Pegelstand nicht ausreicht.


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Sandbänke gleich neben der Fahrrinne, nur die Verbindung nach Norderney ist nicht gezeitenabhängig, nach Juist sieht das ein bisschen anders aus. Wen es interressiert : https://www.reederei-frisia.de/
Auf jeden Fall gelangten wir problemlos wieder zurück nach Norddeich, nur die Füsse waren nicht mehr bereit uns noch zum Campingplatz zu tragen. So kamen wir doch noch zu unserer Fahrt mit der Bimmelbahn, vom Hafen fährt diese durch den ganzen Ort mit mehreren Haltestellen bis hinaus zum Campingplatz und das auch für wenig Teuro. Leider fährt die erste erst um 11.00 Uhr am Vormittag und abends auch nur so bis 18.00 Uhr. Diese Zeiten sind ungefähr, so ähnlich wie der Busfahrplan in Italien....


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Nach einer feinen Pizza auf dem Campingplatz  http://www.cottoecrudo.de
ab in die Heia, am nächsten Tag wollten wir mit einem Mietauto zum Leuchtturm vom OTTO Film und nach Greetsiel um vielleicht noch zu den Seehundbänken zu fahren.
Also ging es nach dem Frühstück wieder zu Fuss Richtung Hafen, Bimmelbahn fuhr ja noch keine, wo der Standort für die Elektro Mietautos der Fährgesellschaft Frisia war.

http://www.reederei-frisia.de/unternehmen/frisia-e-mobility/frisia-e-mobility.html
Wir hatten das Auto zwei Tage vorher reserviert und den Papierkram schon erledigt.


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Mit diesem niedlichen doch sehr geräumigen Renault Zoe für 40 € pro Tag erkundeten wir die Region. Das war ein Spass, leise und mit einer irren Beschleunigung näherten wir uns dem Turm, zuerst von der falschen Seite aber das macht ja nichts, Kilometer sind frei und die angegebene Reichweite von 360 Kilometer sollten reichen.


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Auf diesem Bild sollte Martina eigentlich mit dem Zeigefinger genau den Leuchtturm treffen, das tat sie auch nur sahen die Augen des Fotografen etwas anderes als die Handykamera. So zeigt sie halt ins Nichts und der Turm ist erst im nächsten Bild sichtbar, dafür umso grösser.


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Wer im Alter Ü50 kennt diesen Turm nicht? Wenn man schon mal in der Nähe ist sollte unbedingt vorbeigeschaut werden, auf dem Parkplatz gibt es auch lecker Fischbrötchen.


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Flach soweit das Auge reicht, die höchsten Erhebungen sind die vielen Windräder welche die Energie für unser Elektroauto erzeugen.
Nach diesem Zwischenstopp fuhren wir weiter nach Greetsiel, am Sonntag anscheinend der Treffpunkt in Ostfriesland.


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Überall in den Gassen an windgeschützten Orten sassen die Leute draussen, Musikanten spielten und die Läden mit allerlei Krimskrams hatten geöffnet!


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Am Hafen und auf dem Hafendamm, der Flaniermeile schlechthin, konnten wir die Seele baumeln lassen um dann nachher im Strandkorb bei Musik einen Kaffee zu trinken.


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Stunden später fuhren wir dann mit vielen Eindrücken im Kopf noch ein bisschen rum, so ne richtige Sonntagsausfahrt halt. Mehr unter : https://www.greetsiel.de/
Am Montag war ein geruhsamer Tag geplant mit Besuch der Seehundstation in Norddeich und ein bisschen Bummeln in der Stadt.
In der Seehundstation werden mutterlose Junge aufgepäppelt und nach genug Gewichtszunahme wieder in die Freiheit entlassen. http://www.seehundstation-norddeich.de
Ein Besuch lohnt sich.


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Am Dienstag 11. September 2018 führte uns die Planung langsam wieder Richtung Süden, Xanten mit dem dortigen Wohnmobilstellplatz war das Ziel. Rund 280 Km entlang der Grenze zu den Niederlanden bis Höhe Dortmund. Der WohnmobilPark in Xanten wird auch bei Womoclick.de
empfohlen, wir können ihn auch sehr weiterempfehlen weil er nahe am Städtchen liegt und es zu Fuss nur etwa 10 Minuten bis in die Innenstadt sind.

In Xanten angekommen führte uns der Weg direkt auf den Parkplatz von Lidl und Edeka, die Vorräte mussten mal wieder aufgefüllt werden.


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Eine kurze Stadtbesichtigung mit anschliessendem Nachtessen lag an diesem Tag noch drin.
Bis zur Planung unserer Reise hatten wir noch nie etwas über diese interressante Stadt gehört, so war die Fahrt mit der Bimmelbahn am nächsten Tag eine spannende Geschichte über die Entstehung dieser Stadt im Mittelalter. Mehr darüber erfahrt ihr hier : https://de.wikipedia.org/wiki/Xanten




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Wir schauten uns den Dom und alles was darum ist etwas genauer an, alles in allem gäbe es noch viel mehr zu sehen, leider hatten wir nur einen Tag Zeit und wir mussten weiter.
Am Donnerstag fuhren wir in Xanten los um wieder ungefähr 280 Kilometer später in St.Goarshausen am Rhein wieder zu rasten inklusive Übernachtung. Die Fahrt führte alles dem Rhein entlang, vorbei an Düsseldorf, Köln und Bonn zur Loreley.
Leider sind wir auf dem Camping in St.Goarshausen nicht fündig geworden, alle Plätze waren belegt und jene für eine Nacht sind auch nicht so willkommen. Wenn ihr mal da seid, vielleicht habt ihr mehr Glück. http://www.camping-loreleystadt.de/

Zu allem kam noch das Weinfest welches am kommenden Wochenende stattfand. So waren wir zum ersten Mal gezwungen einen anderen Platz zu suchen. Schade denn wir hatten einen schönen Einblick in die Gegend erhalten auch wenn das Wetter nicht mehr so berauschend war.


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Wir entschieden uns für eine Fahrt zurück nach Koblenz um allenfalls dort fündig zu werden. Leider war die erste Anfahrt zum Camping am Zusammenfluss von Rhein und Mosel dieselbe Pleite, vor uns waren auch schon Schweden und Finnen auf der Suche nach einem Platz wieder umgekehrt. So konnte es nicht weitergehen, stehenbleiben und übers Navi Plätze in der Nähe ansehen und dann anrufen war angesagt. So wurden wir in Lahnstein fündig, Camping Wolfsmühle hatte gerade noch einen Platz frei. http://www.camping-wolfsmuehle.de/
Die Anfahrt auf diesen Platz ist ein bisschen tricky, das Navi lockte uns zuerst auf eine falsche Fährte welche in einer Sackgasse endete. Immerhin waren wir in der Nähe mussten aber den ganzen Weg wieder auf der anderen Flussseite zurück, dann über die Brücke und durch die Stadt Lahnstein auf der anderen Flusseite wieder hoch. Die Einfahrt ist ein bisschen eng und führt auch noch über einen Bahnübergang. So wurden aus den gedachten 20 Minuten rund dreimal so viel, der Platz war jedoch noch frei, schliesslich hatten wir ja kurzfristig reserviert....


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Wunderschön gelegen an der Lahn, ruhig und die herbstlichen Farben des Waldes luden zum Verweilen ein. Das Nachtessen im Restaurant auf dem Campingplatz war lecker und die Temperaturen waren immer noch angenehm so dass wir den Abend draussen gemütlich ausklingen lassen konnten. http://www.camping-wolfsmuehle.de/
Am Freitag 14. September 2018 fuhren wir bei Zeiten los, wir wollten am Samstag zuhause sein und deshalb am Freitag in die Nähe der Schweiz fahren damit am Samstag die Zeit noch ausreicht um unser Womo auszuräumen. Auf Empfehlung von https://www.womoclick.de/
wählten wir den Wohnmobilgarten Kirschenhof in Königschaffhausen, leider waren wir wieder nicht die einzigen....
Belegt stand am Eingang;  wie wir auch schon unterwegs festgestellt hatten, sind unheimlich viele Wohnmobile unterwegs, dem schönen Wetter sei Dank.
Nur nützte uns das nichts, wohin nun? Kurzentschlossen wieder auf die Autobahn und runter nach Waldshut. Der dortige Campingplatz mit Wohnmobil Stellplatz war schon öfters übers Wochenende unsere zweite Heimat weil in relativ kurzer Zeit erreichbar und auch schön am Rhein gelegen. Schaut mal vorbei : http://www.wohnmobil-park-waldshut.de/
Es hatte noch Platz, das Abendessen war wie immer lecker und die Entsorgungsmöglichkeiten dort sind klasse so dass man mit entleertem und gereinigten Behältern die Heimreise antreten kann.
So bleibt mir von diesen Ferien euch nur noch kurz die Heimreise von Waldshut nach Bischofszell zu schildern, eine kurze Strecke von rund 90 Minuten, normalerweise........
Wir haben in diesen Ferien rund 2500 Kilometer auf deutschen Strassen und Autobahnen zurückgelegt, NIE hatten wir grössere Verzögerungen oder sogar einen richtigen Stau. Aber die letzten 70 Kilometer in der Schweiz waren mal wieder zum vergessen.
Die haben es doch tatsächlich fertiggebracht eine Baustelle auf der Flughafenautobahn zu machen und diese komplett zu sperren. Anscheinend wusste niemand, aber wirklich niemand davon, auch die Navigationssysteme schickten alle ins Verderben.
https://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/stau-beim-flughafen-zuerich-die-leute-stehen-auf-der-autobahn...
Irgendwann kamen wir dann doch noch an, das Mittagessen wurde dann halt erst abends eingenommen und unsere Herbstferien waren mit einem negativen Schluss vorüber.
Eines ist sicher, wir waren nicht das letzte Mal weiter nördlich als Stuttgart. Die Möglichkeiten mit dem Wohnmobil Deutschland zu bereisen sind um ein vielfaches höher als in der Schweiz. Oder kann mir jemand sagen wo es in der Schweiz ganzjährig Stellplätze mit sanitarischen Einrichtungen gibt?
In diesem Sinne, auf die nächsten Ausflüge im 2019........Kroatien? Österreich?Tschechien?


Schau ma mal        Hans und Martina




Sizilien Frühling 2018

Martina und ich sind eher an der Wärme, Kälte behagt uns nicht so. Deshalb beschlossen wir im Winter 17/18 uns im Frühling 2018 mal Sizilien etwas näher anzuschauen. Weil wir ja immer noch im Arbeitsleben stehen können unsere Reisen nicht ewig dauern, deshalb fuhren wir nicht auf dem Landweg dorthin, sondern mit der Fähre hin und zurück.


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Mit diesem riesigen Ding fuhren wir von Genua nach Palermo und wieder zurück. Fahrzeit pro Weg rund 20 Stunden.
Am Samstag 14. April fahren wir also von zuhause los nach Genua, geplante Abfahrtszeit der Fähre war um 20.00 Uhr. Wir fuhren gemütlich via San Bernardino, Mailand und Alessandria zum Hafen in Genua um so 3-4 Stunden vor Abfahrt der Fähre dort einzutreffen. Alles klappte wunderbar, um 16.00 Uhr standen wir bei der Anlegestelle der Fähre. Doch irgendwas war komisch denn wir waren die einzigen dort. Als wir dann im Büro zum Boarding erschienen und auf der Anzeigetafel die geplante Abfahrtszeit sahen wussten wir warum wir die einzigen an der Anlegestelle waren; die Abfahrtszeit war verschoben worden auf 01.00 Uhr in der Nacht! Und wir waren anscheinend die einzgen die das nicht wussten...Auf der Fähre habe ich dann von einem erfahrenen Schweizer Fährenbenutzer erfahren dass man bei der Buchung unbedingt die Handynummer angeben sollte, denn bei Zeitverschiebungen bekommt man dann eine SMS von der Fährgesellschaft. Doch ich Amateur habe die Festnetznummer angegeben und so warteten wir halt ein paar Stunden länger. So um 22.00 Uhr traf dann auch eine Fähre ein, diese musste aber zuerst entladen werden bevor wir dann so um halb zwölf endlich auf die Fähre durften. Meine ersten Erfahrungen auf so einer grossen Fähre sind nicht gerade positiv, es herrscht eine ungeheure Hektik und je nach dem wo man hingeparkt wird ist der Platz auch nicht gerade üppig.
Nach dem verdienten Feierabendbier sanken wir um halb eins in unsere Betten in der Koje, irgendwann wird dann dieses Schiff schon losfahren. So um 02.00 Uhr bin ich nochmal kurz erwacht, hurra es fährt endlich los.



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Ein ruhiger Tag auf dem Mittelmeer endete mit einem riesen Gewitter vor Palermo, ist schon unheimlich auf so einem riesigen Blechhaufen mitten im Wasser und es blitzt...DSC_0221JPG

Nun gut, wir liefen abends um 10.00 Uhr in den Hafen von Palermo, auf den Strassen hatte es beinahe mehr Wasser als im Mittelmeer. Runter vom Schiff und an die nächste Tankstelle welche nicht unter Wasser stand. Wir haben eine gefunden bei welcher die Tanksäulen etwas erhöht standen, nur die Wegfahrt war noch ein bisschen kritisch weil man den Wasserstand zwischen den schwimmenden Fässern nicht genau sah, dunkel war es ja auch noch!
Unsere Planung sah vor die erste Nacht auf Sizilien auf dem Stellplatz in Palermo zu verbringen. Jedoch ging die Planung von einer Ankunft um 17.00 Uhr aus , also noch bei Tageslicht. Es ist 23.30 Uhr, Palermo bei Regen und stockdunkel, wie soll man da den Stellplatz finden? Unser neues Garmin Camper Navi wusste den Weg. Nur sollte man sich auch genau an die Anweisungen halten, es erspart einem einiges, vorallem den Nerven. Ich habe mich blos einmal nicht an die Anweisung gehalten weil ich der Meinung war dass es mich in eine Einbahnstrasse locken will und schon fanden wir uns in den engsten und dunkelsten Gassen Palermos wieder. Ich möchte mich an dieser Stelle auch nicht über das Fahrverhalten in Palermo äussern, alles was bisher über den Verkehr in Palermo geschrieben wurde ist nicht übertrieben!
Nach einer kleinen Irrfahrt fanden wir unseren Stellplatz, www.ideavacanzepa.it/ er genügte für eine Nacht vollkommen.









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Am Montagmorgen 16. April fuhren wir aus Palermo raus nach Cefalu wo wir 2 Tage Aufenthalt geplant hatten. Eine kurze Strecke von knapp hundert Kilometern, davon etwa 20 in Palermo, gut hatten wir nicht mehr geplant. Auf dem Camping Sanfilippo, www.campingsanfilippo.com/ fanden wir ein schönes Plätzchen zum Verweilen.



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Wie ihr auf dem Bild sehen könnt hatten wir keine Fahrräder dabei, autofahren auf Sizilien ist schon nicht ohne aber mit dem Velo? Radwege gibt es nicht und die Strassen sind nur so breit wie 2 Autos (meistens). Also lässt man das Velo besser zuhause und erkundet die Gegend zu Fuss oder mit dem Auto des Platzbetreibers. Unser Platzbetreiber brachte uns am nächsten Tag nach Cefalu und holte uns zur abgemachten Zeit auch wieder dort ab, und das alles für wenig Teuros. Das Städtchen ist wirklich sehenswert, schmale Gässchen, grosse Kirchen und so richtig italienisch; mit einem Gemüseverkäufer in den Gassen welcher alles auf seine Ape gepackt hat und so von Gässchen zu Gässchen fährt und dort seine Ware feilhält.


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Auf dem Platz vor der Kathedrale von Cefalu ist man als Tourist gern gesehen, die 4 - 5 Restaurants rund um den Platz werben einander die Leute ab, jeder behauptet von sich bei ihm sei es besser als beim Nachbarn...


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https://de.wikipedia.org/wiki/Kathedrale_von_Cefal%C3%B9

Am Mittwoch 18.04. fuhren wir weiter nach Marinello. Weil wir unterwegs noch einkaufen wollten legten wir gut die Hälfte der Strecke auf Küstenstrassen und durch Dörfer zurück. Für Martina war es der blanke Horror, in Marinello angekommen hörte ich den Stein von ihrem Herzen fallen. Nun gut, es war manchmal schon ein bisschen eng und an der Küste auch kurvig, dafür siehst du aber Sachen welche dir auf Autobahnen und Schnellstrassen verborgen bleiben. Wir blieben 3 Nächte auf dem Camping, http://www.villaggiomarinello.it/ dieser hat die besten Jahre hinter sich aber für unser Vorhaben genügte er.
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Direkt auf den Camping buchten für den nächsten Tag einen Ausflug zu den liparischen Inseln mit TARNAV http://www.minicrociere.tarnav.it/minicrociere-de/ 

Es traf sich ganz gut dass wir mit einer deutschen Reisegruppe den Ausflug machen konnten, so wurden wir mit einem grossen Car nach Milazzo und um Mitternacht wieder zurück gebracht.
Stromboli by Night, mit dem Schnellboot nach Panarea mit Besichtigung des Städtchens anschliessend weiter nach Stromboli und dort wieder Besichtigung. Nach Sonnenuntergang fuhren wir auch die Rückseite der Insel um den Vulkan zu beobachten, dieser ist wirklich so alle 20 Minuten aktiv. Bereits bei der Ausfahrt aus dem Hafen knallte es oben auf dem Berg gewaltig.


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Auf der Rückseite angekommen mussten wir dann doch eine Weile warten bis die nächste Eruption folgte.



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Auf der rund  zweistündigen Rückfahrt konnten wir das Erlebte ein bisschen sacken lassen, an mir blieb vorallem die Begegnung mit einer Gruppe Spinnerdelfine und die Zerbrechlichkeit der Erdhülle und die Kraft in ihrem Inneren als bleibende Erinnerung.
Den nächsten Tag nutzten wir zur Erkundung der Umgebung des Campingplatzes, ganz in der Nähe hat es eine riesige Sandbank welche man erforschen kann.





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Oben auf dem Berg sieht man den Dom von Tindari und unten ist da dieses sagenumwobene Naturreservat mit teilweise Süss- und Salzwasser.





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Apropos Sage: Eine Legende besagt, dass hier unten ein vom Berg gefallenes Mädchen unverletzt aufgefunden wurde. Mehr dazu : http://www.italia.it/de/reisetipps/meer/tindari-und-die-weisse-lagune.html#prettyPhoto

Am Abend erkundeten wir dann noch das Städtchen Oliveri und liessen den Abend im Ristorante L`Aragosta mit Pizza und Rotwein ausklingen.  

Am Samstag 21.04.2018 fuhren wir weiter, immer schön der Küste entlang nach Taormina bei wunderschönstem Wetter und Strassen welche leider diesen Namen nicht wirklich verdienen. Da gibt es auf der Autobahn entlang der Küste dutzende Baustellen welcher dem Anschein nach schon Jahre bestehen aber niemand arbeitet auch daran. Schade

Nach einer Rundfahrt durch Taormina als Folge einer verpassten Einfahrt in die richtige Strasse fanden wir unseren Stellplatz Namens : Camper Parking Area Sant'Antonio - Taormina, https://www.parcheggiotaormina.it/en

Zur Besichtigung der historischen Stadt reichte die Zeit an diesem Tag nicht mehr aus so dass wir uns mit Giovanni und Sonja, übrigens eine Deutsche welche schon lange in Sizilien lebt und Bed and Breakfast betreibt, zu unterhalten und feine frisch gepflückte Nespole, eine japanische Wollmispel welche ähnlich aussieht wie eine Aprikose, zu geniessen. Der Geschmack ist aber mehr säuerlich; uns mundeten sie. Aus einem der zahlreichen Kerne welche wir nach Hause genommen haben versuche ich nun einen Baum zu züchten welcher so in 6 Jahren erste Früchte tragen soll, wenn er dann unsere Winter übersteht. Der Anfang ist geglückt, er wächst und gedeiht. Die Früchte sehen übrigens so aus :




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Am nächsten Morgen machten wir uns auf um Taormina zu erkunden. Zuerst natürlich das antike Theater, Teatro Greco http://www.parconaxostaormina.com/index.php?lang=en
Unser Platzbesitzer Giovanni fuhr uns in die Stadt und holte uns zur abgemachten Zeit auch wieder ab. Dieser Service ist übrigens in der Platzgebühr enthalten.
Also ab ins Theater und von den steinernen Treppen die Aussicht auf den ätna bestaunen. Leider war uns diese Sicht nicht vergönnt denn es sah so aus :


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Das was ihr seht ist ein anderer Berg, der ätna befindet sich theoretisch mehr links in den Wolken.
Die Stadt mit ihren vielen historischen Bauten ist ein schönes Erlebnis und die Aussicht aus dem Giardino Pubblico ist einmalig.



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Wir verbrachten einen interessanten Tag und wurden am vereinbarten Treffpunkt auch pünktlich wieder abgeholt, also der Service klappte.
Bevor wir am nächsten Tag wieder weiterzogen noch ein paar Details zum Stellplatz:  ideal gelegen, Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten vorhanden, Dusche und WC ebenfalls und leider auch die Autobahn.....Die Fahrbahn Richtung Süden führt auf einer Brücke praktisch über den Stellplatz und die Fahrbahn Richtung Norden auf der anderen Seite daneben vorbei. Wir waren ja übers Wochenende dort und damit der Lastwagenlärm nicht so stark, aber trotzdem ist das Schlafen mit Ohrenstöpseln zu empfehlen. Martina hat mit diesen wunderbar geschlafen, ich hatte ohne diese keinen ununterbrochenen Schlaf.

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Nach einem kräftigen Kaffee und Frühstück gings ein bisschen früher als sonst wieder weiter. Das Wetter hatte sich gegenüber dem Vortag auch für mehr Sonne entschieden und so bekamen wir nach kurzer Fahrt Richtung Catania das erste Mal diesen wunderschönen Vulkan zu Gesicht :
Der Aetna:


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Diesen Anblick bekamen wir nun für die nächsten paar Stunden auf dem Weg zu unserem nächsten Etappenziel, Syracusa. Man merkte auch dass es weiter nach Süden ging, die Temperaturen kletterten schon bald auf frühsommerliche Werte. Wir genossen die Sonnenstrahlen um dann kurz nach dem Mittag in Syracusa auf dem Parcheggio Von Platen einzutreffen.
Es war wirklich mehr oder weniger ein bewachter Parkplatz, mit Strom und Wasser sowie einer Bushaltestelle was für uns praktisch war denn so gelangte man schnell in die Stadt. Die sanitarischen Einrichtungen liessen zu wünschen übrig, Martina zog es vor alles im Womo zu erledigen, ich bin da nicht so kleinlich schliesslich war "Mann" ja mal im Militär und so einiges gewohnt.
Also ab auf den Bus und runter zum Hafen, wir hatten ja nur 2 Tage geplant und am nächsten Tag wollten wir ja Kirchen und Ausgrabungen anschauen. Am Hafen angekommen vergewisserten wir uns noch, dass der letzte Bus so um 21.00 Uhr wieder Richtung Parkplatz fuhr. So schlenderten wir durchs Städtchen über die Brücke auf die Isola di Oritigia. Angenehme Temperaturen und wunderschöne Bauten liessen die Zeit wie im Nu verstreichen so dass wir uns bald Gedanken über das Nachtessen machten.


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Nun gut, genug bestaunt ab in die beste Pizzeria auf der Isola. 
Die Pizzeria Schiticchio ist wirklich bestens zu empfehlen, https://www.facebook.com/Schiticchio-843340489089119
Die Pizzas sind eine Wucht und das Ambiente einmalig. Die Gäste müssen teilweise draussen warten bis wieder ein Tisch frei wird.
Frisch gestärkt machten wir uns also langsam auf, zurück zum Hafen und der Bushaltestelle.
Dort warteten wir und warteten wir........wenn wir nicht so nach einer halben Stunde losgelaufen wären würden wir vermutlich heute noch dort stehen. Montagabend und Vorsaison da muss der Bus auf Sizilien nicht mehr unbedingt fahren, wegen den paar Touristen lohnt sich das eh nicht. Also losmarschiert, doch wohin? In der Dunkelheit ohne Ortskenntnisse dank Google Maps kein Problem wenn man weiss wo man hin muss. Nach rund 2 Kilometern war dann die Pizza auch wieder verdaut und nach einem Schlummertrunk ab in die Heia, schliesslich ist morgen Kultur und Geschichte angesagt.


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Das Santuario delle Madonna delle Lacrime war das erste Ziel am nächsten Tag. Architektonisch ein sehr interressantes Gebäude, wirklich sehenswert. https://www.madonnadellelacrime.it/


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Gleich in der Nähe, so ein paar hundert Meter entfernt trifft man auf das Teatro Greco und all die anderen sehenswerten Stätten wie das Orecchio di Dionisio oder die Grotta dei Cordari, aus einer Zeit vor vielen vielen Jahren. Hier ein paar Bilder :



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Wer mag Kapern? Hier der passende Strauch, leider noch keine Früchte oder Blumen.



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Nach soviel Kultur mussten wir uns wieder stärken, ein kleines feines Ristorante in Ortigia bescherte uns die Bekanntschaft mit dem Kellner welcher doch als Junger tatsächlich bei Bernina in Steckborn gearbeitet hat und in der Freizeit beim FC Italica Steckborn Fussball gespielt hatte.

Ja, es ist immer wieder interressant wie man in den kleinsten Gässchen Siziliens oder irgendwo auf der Welt ein bisschen Heimat trifft.


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Am Mittwoch 25. April 2018 stand die längste Tagesetappe auf Sizilien an, die Fahrt von Syracusa nach Agrigento, rund 220 Kilometer.

Agrigento mit dem Valle dei Templi war unser letztes Ziel vor der Rückreise und wieder war uns das Wetter freundlich gesinnt.


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Die Fahrt ging eigentlich wieder zurück Richtung Catania und dann quer über die Insel via Enna und Caltanisetta nach Agrigento. Eine schöne Strecke vorbei an Orten in denen die Grabmähler auf den Friedhöfen beinahe Einfamilienhausgrösse erreichen, Oliven, Zitronen und Orangenhaine wechseln ab mit "Carciofi", Artischocken. Und das alles mit wenig Verkehr und einigermassen guten Strassen.
Dort angekommen begaben wir uns auf den Camping Valle dei Templi, https://www.camping.info/italien/sizilien/camping-valle-dei-templi-1075
wo wir auch wieder zweimal übernachten wollten bevor es dann wieder zurück nach Palermo auf die Fähre ging.
Es war ein schöner Platz mit allem was es braucht und auch sehr gut besucht. Wir trafen dort auch ein Schweizer Paar wieder, welches schon in Cefalu auf dem gleichen Platz wie wir übernachteten. Sie fuhren jedoch in umgekehrter Richtung um Sizilien und hatten viel mehr Zeit als wir.


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Wir verpflegten uns teilweise selbst, alles Nötige zum Einkaufen war in fünf Minuten erreichbar, sogar der Bus fuhr direkt vor dem Campingplatz los in Richtung Valle dei Templi.
Bevor wieder Kultur angesagt war marschierten wir jedoch ins Örtchen San Leone, ein beschauliches Städtchen wenn da nicht gerade der 25. April, also der Tag der Befreiung Italiens gefeiert würde. Der Verkehr brach zusammen, auch zu Fuss war beinahe kein Durchkommen mehr möglich. Gefühlt halb Sizilien war auf der Flaniermeile in San Leone unterwegs und die Restaurants hatten Hochbetrieb.


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Jedoch nicht alle, die Speiselokale öffneten erst um 20.00 Uhr was zur Folge hatte dass alle gleichzeitig ein Lokal füllten, sofort bestellen und Essen wollten. Für mich war das völlig unverständlich, so bricht jede Infrastruktur zusammen. Nun ja, wir hatten ja Ferien und konnten uns am emsigen, jedoch völlig planlosen Treiben amüsieren.
Zuallerletzt musste man ja noch bezahlen, dies macht man auch nicht beim Kellner sondern bei der Frau an der Kasse, und die war ja auch komplett überfordert weil auch dies wieder alle gleichzeitig wollten.
Und so ging der Nationalfeiertag Italiens amüsant zu Ende....


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Am nächsten Morgen begaben wir uns relativ früh zur Bushaltestelle um das Valle dei Templi zu besichtigen. https://de.wikipedia.org/wiki/Arch%C3%A4ologische_St%C3%A4tten_von_Agrigent
Es war doch schon schön warm und vormittags noch erträglich, sind diese Stätten doch so ziemlich der prallen Sonne ausgesetzt.
Mit so rund 10 Minuten Verspätung traf dann der Linienbus auch an unserer Haltestelle ein und brachte uns zur besagten Stätte. Leider ist dort wo der Bus hält kein Eingang und so muss man wieder rund einen Kilometer zurücklaufen damit jeder am Eingang auf Herz und Nieren geprüft werden kann. Das einzige was noch fehlt ist ein Ganzkörperscanner wie am Flughafen. In meinen Augen ein bisschen zuviel des Guten.
Aber die Stätten sind ausserordentlich interessant, mich faszinierten auch die allgegenwärtigen Versteinerungen von Muscheln in den Felsen.



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Nun ja, hier sollte mal jemand aufräumen :





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Nach einem kleinen Mittagssnack fuhren wir mit dem Bus wieder zurück zum Camping um die vielen Eindrücke bei einem Nickerchen zu verarbeiten. Gesellschaft hatten wir mit der Hauskatze des Campings welche uns doch tatsächlich ihre erhaschte Echse in noch lebendigem Zustand präsentierte. Ab diesem Zeitpunkt war diese Katze für Martina nicht mehr das herzige Büsi und für mich als vorgeschichtlichen Jäger und Sammler war klar, jedes Büsi ist in Wirklichkeit ein Raubtier. Aber ein niedliches....


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Ein lauer Abend bei Pasta und Wein, ach wie gerne wären wir noch geblieben.
Zwei Wochen sind einfach viel zu kurz um Land und Leute, archäologisches und Kultur kennenzulernen sowie sich auch noch zu erholen.


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Am Freitag 27.04.2018 führte uns der Weg von Agrigento nach Palermo. Wir mussten nicht zu früh aufbrechen, es waren nur gut 130 Kilometer und wir wollten ja nicht wieder zu früh da sein. Und doch, der Verkehr in Palermo ist nicht ohne....Wir entschlossen uns dann den etwas weiteren Weg der Küste entlang zu nehmen und nicht quer über die Insel zu fahren. Über die Insel wäre aber auch interessant gewesen, führt doch der Weg an Corleone vorbei. Corleone? Wer von der älteren Generation kennt nicht den Film "Der Pate" von 1972 mit Marlon Brando, Al Pacino und Diane Keaton.Ich muss gestehen dass wir damals noch nicht einmal einen Fernseher hatten und ich mich später nicht für Filme über die Mafia interessierte.



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Vorbei an tausenden Olivenbäumen und schroffen Felsen führen wir in der Nachmittagssonne Richtung Palermo.



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In Palermo angekommen erwartete uns das übliche Verkehrschaos und in der Stadt hat sogar das Navi Probleme den richtigen Weg zu finden. Es wäre ja eigentlich einfach, einfach der Beschilderung "Porto" folgen. Nur habe ich genau ein solches Schild vor der Stadt gesehen und nachher keins mehr.
Also kam es so wie es kommen muss, Stadtbesichtigung mit einem 7.5 m Wohnmobil.




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Wer kennt dieses Gebäude? Ich hatte leider keinen Reiseführer dabei und Martina sass irgendwie völlig verstört neben mir. Der Verkehr machte sie völlig fertig.
Irgendwann noch vor Sonnenuntergang trafen wir dann am Hafen ein und diesmal stand die Fähre doch tatsächlich schon da und sie wurde gerade entladen.


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Nach Sonnenuntergang fuhren wir los, wieder Richtung Norden nach Genua wo wir am Samstagabend, nach rund 20 Stunden auf der Fähre, wieder anlegten.

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Meine Planung sah vor, dass wir in Genua auf dem Camping Villa Doria  übernachten und dann am Sonntag gemütlich heim nach Bischofszell fahren wollten. http://www.campingvilladoria.it/?lang=de

Doch irgendwie hatte meine Planung einen Fehler, auf dem Campingplatz angekommen wurden wir aufgeklärt dass kein Meter Platz mehr vorhanden ist und auch rund um Genua alles voll sei.
Vor wenigen Tagen war ja der Nationalfeiertag Italiens und am Montag ist 1. Mai und dies nutzten gefühlt alle Italiener für Ferien auf dem Camping oder am Strand.
So mussten wir bis spätabends einen Platz suchen, irgendwo im Nirgendwo fanden wir einen Campingplatz, offen und nicht belegt bis auf den letzten Platz. Aber nicht gerade billig, 36 € für eine Nacht mit Strom.https://www.campingdolcevita.it/wp/de/
Hauptsache es gibt etwas zu Essen und Trinken, gegen Ende der Ferien fährt man ja im Womo die Bestände an Essen und trinken wieder herunter und auf der Fähre hat man ja keinen Zugang zum Wohnmobil. Die Gasflaschen müssen auch geschlossen sein und somit ist der Kühlschrank auch ausgeschaltet.
Am Sonntag 29. April fuhren wir dann die längste Etappe über Genua und Mailand wieder Richtung Schweiz, rund 450 Km lagen vor uns.
Und wie wurden wir in der Schweiz empfangen: schaut selber



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Regen in der Sonnenstube der Schweiz.
Nun ja, wir hatten grosses Glück mit Wetter und Temperaturen also wollten wir nicht klagen und das Wohnmobil konnte auch mal wieder eine Wäsche vertragen.


Das Fazit dieser 2 Wochen?


Sizilien im Frühling ist definitiv lohnenswert, vielleicht sollte man auf die Feiertage achten, die 2 Tage auf der Fähre sind einfach die kürzeste Variante. Wenn es ein nächstes Mal gibt dann aber sicher auf dem Landweg mit mehr Zeit.


Bis zu meinem nächsten Bericht,
Herbstferien 2018 mit Hamburg und Ostfriesland, Moin




Der Kauf und Import eines Wohnmobils Teil 3

Nachdem die letzten Vertragsmodalitäten mit Dieta und Thomas, so hiessen die Vorbesitzer, geklärt waren und auch noch die letzte Tranche der Zahlung über die Bühne ging legte ich mich nach einem gemütlichen Abend zum erstenmal im Womo schlafen.
Am nächsten Morgen galt es dann ernst, auf zur Kfz Zulassungsstelle in Bad Aibling. Sie mussten ja ihre Nummer zurückgeben und ich musste eine neue erhalten....
Doch warum das ? Das einfachste wäre ja, wenn ich mit ihrer Nummer in die Schweiz fahre, ihnen die Nummer zurückschicke, und sie es dann abmelden. Und ich würde es anschliessend in der Schweiz anmelden. Doch warum einfach wenn es kompliziert auch geht?
Grundsätzlich ist es nicht erlaubt als in der Schweiz wohnhafter ein Fahrzeug welches nicht auf ihn zugelassen ist, mit ausländischen Kennzeichen in der Schweiz zu lenken. Und dann ist da ja noch die Sache mit dem Zoll...
Also das mit dem Ab- und Anmelden war ja noch einfach, wir gingen zusammen zum Schalter und erklärten das dieser Mitarbeiterin und schon klappte es. Sie meldeten ab, gaben die Nummer zurück und dann wurde es wieder auf mich eingelöst mit einer Zollnummer welche leider aus versicherungstechnischen Gründen nur bis Ende September Gültigkeit hatte. Gleich neben der Zulassungsstelle gibt es einen Schilderladen wo die Nummern direkt hergestellt werden. So war ich also nun stolzer Besitzer eines Wohnmobils mit Rosenheimer Kennzeichen und bereit dieses in die Schweiz zu überführen. Leider war es nun schon bald Mittag und wenn man weiss wieviel Zeit man so am Zoll verbringen kann, machte es keinen Sinn mehr jetzt noch nach St. Margrethen zu stressen. Nach der herzlichen Verabschiedung von Thomas und Dieta, welche auch noch ein paar Tränchen verdrücken musste, schliesslich hatten Sie das Womo in den 5 Jahren auch liebgewonnen, machte ich mich auf den Weg. Gemütlich fuhr ich übers Land bis nach Isny wo ich auf dem Campingplatz https://www.camping-isny.de/ noch einmal übernachtete.
Am Freitag 17. September 2016 machte ich mich früh auf den Weg nach St. Margrethen, ja ich konnte nicht irgendwo hin, sondern musste nach St. Margrethen weil die Ausfuhrpapiere welche Dieta in verdankenswerter Weise für 60 Euro bereits erstellt hatte, auf diesen Zoll lauteten. Dort angekommen wurde ich mit der bekannten Schweizer Freundlichkeit zuerst mal zusammengefaltet weil  ein "Deutscher" sein Wohnmobil am falschen Ort abgestellt hatte. Nachdem ich mich für die Freundlichkeit bedankt hatte und bereits ein zweiter Zöllner mich auf Hochdeutsch darauf hingewiesen hat dass ich hier nicht parken kann, fuhr ich halt noch ein paar Meter weiter.

Die Sache ist ja die, ich befinde mich nun bereits auf Schweizer Boden mit einem Fahrzeug welches noch nicht verzollt ist, ob das wohl geht?

Also mit Elan und allen vorhandenen Papieren ins Verzollungsbüro und an den nächsten freien Schalter. Haben Sie die Zollpapiere wurde ich gefragt, na klar, hab ich und streckte dem Beamten meine Papiere entgegen. Nach einer Weile wurde ich gefragt ob ich noch mehr hätte, was ich verneinen musste. Ich hatte ihm alle gegeben aber anscheinend  braucht es noch mehr.
Er klärte mich dann auf, dass ich wohl Ausfuhrpapiere hätte, aber für die Einfuhr brauchts noch ein neues Formular. Ist ja kein Problem, gegenüber vom Zoll gibt es so ein LKW Verzollungsbüro die machen das für SFr. 150.- in rund einer Stunde, klärte er mich auf. Also ab in dieses Büro. Der freundliche Mitarbeiter hatte sogar Zeit und erklärte mir dass ich die Ausfuhrpapiere in dieser Zeit beim österreichischen Zoll abstempeln lassen soll, bis dann sei er fertig. So ging ich dann zu Fuss gemütlich zum Zoll auf österreichischer Seite. Zum Beruhigen der Nerven musste auch eine Zigarette sein, wenn ich gewusst hätte was mich erwartet hätte ich besser noch eine geraucht.
Rein ins Zollgebäude, Schalter suchen und abstempeln war die Devise.
Doch es kam anders, Schalter gefunden, begrüsst und Papiere hingestreckt. Einer der zwei anwesenden Mitarbeiter schaute die Papiere an, und erklärte mir höflich in original vorarlbergischem Dialekt : Jo gueter Maa, Wohnmobile werden bei uns in Wolfurt verzollt, Sie müssen doohiin....Ich glaubte mich trifft der Schlag, Wolfurt wo? Muss ich jetzt noch dahin fahren, nur für einen Stempel der besagt, dass das Fahrzeug aus dem EU Raum ausgeführt wurde? Das darf nicht wahr sein, ich erklärte ihm mit aller noch vorhandenen Höflichkeit dass ich das nicht gewusst habe, ich dies zum ersten Mal mache, und ob es nicht eine Ausnahme gäbe. Der zweite Beamte hatte dann ein Einsehen und sagte zum Ersten dass ich ja kein gewerblicher sei und man so schon mal ne Ausnahme machen könne. Oh, war ich dankbar, zwei Stempel erhalten und weg war ich.

In der Zwischenzeit wurden meine Einfuhrpapiere erstellt und ich machte mich fröhlich auf den Weg ins Schweizer Zollgebäude um den Rest zu erledigen. Der Zollbeamte schaute wieder alle Papiere an, rechnete, schaute, rechnete und fragte am Schluss : Zahlen Sie bar oder mit Karte? Mit Karte antwortete ich, schliesslich hatte ich meine Kreditkarte über den Kreditbetrag aufgeladen damit ich nicht so viel Geld rumschleppen muss. Ich hatte ja bereits ausgerechnet, Kaufpreis in Euro mal 1.2 gleich Schweizer Franken, davon 8 % gleich Betrag für den Zoll. Am Schalter wo man bezahlen kann dann die Ueberraschung. Ich hatte die Abgaben und die Automobilsteuer nicht einkalkuliert, zu allem Elend kommen diese auf den Kaufpreis und erst von diesem Gesamtbetrag werden dann die 8% Mwst. berechnet. Weil wir ja vorher noch auf Lanzarote waren und dort die Kreditkarte auch gelegentlich brauchten, reichte die Kreditwürdigkeit nicht aus um alles mit Karte zu bezahlen. Und nun? Wie weiter? Eine Raiffeisenbank mit Schalter und auch noch offen? Ein schwieriges Unterfangen aber in St.Margrethen gottseidank vorhanden. Nichts wie hin und Bares holen, wieder zurück und dann endlich die ganze Einfuhr abschliessen. Hurra es klappte alles und ich konnte mich endlich auf den Weg nach Bischofszell machen.
Wer nun glaubt dass die Geschichte zu Ende ist hat sich getäuscht, ich hab ja immer noch die Rosenheimer Nummer....
Zuhause wurde das Womo von Martina schon sehnlichst erwartet, schliesslich hat sie es bis jetzt nur von Fotos gekannt. Ich kann es vorwegnehmen, sie war mit meinem (unserem) Blindkauf mehr als zufrieden und wollte gleich losfahren. Wir hatten aber immer noch das Kennzeichen von Rosenheim, gültig bis 30.09.2016. Also sofort Vorführtermin in Amriswil beantragen damit unser Wohnmobil das Thurgauer Kennzeichen erhält und somit offiziell Schweizer wird. Doch bekanntlich befinden wir uns in der Schweiz und da kann sowas dauern. Meine telefonische Anfrage bestätigte dies, der erste Termin wäre so Mitte Oktober 2016, doch  so lange konnte ich nicht warten denn meine Versicherung erlischt vorher. Wenn ich nicht einen früheren Termin erhalten würde müsste ich eine Garage bemühen mir eine Garagennummer zu geben! Gotteseidank fand die freundliche Dame noch einen Termin vor dem 30.09. so dass unser Womo endlich eingebürgert werden konnte.
Beim Ziehen einer Nummer hatte ich auch noch Glück und seither sind wir mit dieser Nummer auf Europas Strassen unterwegs.
Auf ein Neues,

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Der Kauf und Import eines Wohnmobils Teil 2

Am 01. August 2016 wurde unsere Kaufabsicht bestätigt und kurz darauf die erste Anzahlung getätigt, wohlverstanden ohne dass wir das Womo jemals in Natura gesehen hatten. Martina war immer noch skeptisch, ich hatte schon einmal ein Handy so gekauft und wurde damals von der Verkäuferin betrogen was schliesslich vor Gericht endete. Ich hatte jedoch ein gutes Gefühl und vertraute auf die Ehrlichkeit der Ostfriesischen Verkäufer.

Der Zufall wollte es, dass das Verkäuferpaar im September in Bayern Verwandte besuchen wollte und so ein Weg gefunden wurde wie das Wohnmobil mal in die Nähe der Schweiz gelangen könnte. Unsere Ferien waren auch so geplant, dass wir im September eine Woche auf Lanzarote verbrachten und am Dienstag 13. September 2016 zurückfliegen würden. Alles passte wunderbar und wir verabredeten uns nach Zahlung der zweiten Tranche auf den Mittwoch 14.09.2016 nachmittags um 2 Uhr, Treffpunkt Bahnhof Bad Aibling in der Nähe von Rosenheim.

Am Dienstagnachmittag landeten wir in Zürich, Heimfahrt, Neu packen und am Mittwochmorgen um 09.00 Uhr den Zug nach München besteigen, und das alles um etwas abzuholen was ich zu 2/3 bezahlt habe aber ausser auf Fotos noch nie aus der Nähe gesehen hatte. Ob das wohl gut geht? Schliesslich mussten die Besitzer ja auch noch von Krummhörn nach Bad Aibling fahren und das sind auch knapp 1000 Kilometer.

In der Zeit zwischen Zusage und Abholung habe ich mich dann mal schlau gemacht wie das Einführen eines Fahrzeugs aus der EU in die Schweiz so ablaufen sollte. Es sah nach mächtig viel Papierkram aus, einfach so als Schweizer mit einem Fahrzeug welches in Deutschland immatrikuliert ist in die Schweiz fahren geht nicht, dazu später.

Am vereinbarten Treffpunkt stand dann tatsächlich so ein 2 Meter Turm von einem Mann welchen ich ja noch nie vorher gesehen hatte. Er war mir auf Anhieb sympathisch und die letzten Zweifel lösten sich in Luft auf, ja ich hatte auch ein bisschen Unbehagen, meine Martina hätte mir die Liebe gekündigt wenn ich 30`000 Euro in den Sand gesetzt hätte.

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Nach einer kurzen Fahrt stand ich dann zum ersten Mal vor unserem neuen fahrbaren Ferienhaus, die Vorbesitzer hatten es bis in den letzten Winkel fein säuberlich herausgeputzt; ich war begeistert. Es war ein Wohnmobil welches durch die Besitzer gehegt und gepflegt wurde, alle Kontrollen wurden immer gemacht, und vor allem, an den Details merkte ich, dass sie es nicht gerne hergeben. Ich wollte dann gelegentlich mal wissen warum sie es denn verkaufen wollten, der Grund war klar, Ostfriesen leben nun mal am und im Wasser, ein Boot musste her und beides lag nicht drin.

Martina war bei dieser Übergabe nicht dabei, weil zuhause ein Berg Wäsche zu bewältigen war und ich dann ja noch in die Schweiz fahren und den Papierkram erledigen musste. Ich konnte sie aber insofern beruhigen, dass unser Geld gut angelegt war.

 

In der nächsten Folge : Fahrzeugimport in die Schweiz? Guet Nacht am Sächsi