Norddeutschland und Dänemark Juni 2022    Teil 1

Hallo liebe Leser,

Nun war es also soweit, ich habe mich per Ende Mai 2022 frühpensionieren lassen und geniesse ab sofort das süsse Nichtstun. Als Erstes wollte ich mal mehr als 2 Wochen mit dem Wohnmobil wegfahren. Ja, ihr habt richtig gelesen, ich hatte in den rund 40 Arbeitsjahren nie mehr als 2 Wochen am Stück Ferien, ausser beim Militär. Da waren es 3 Wochen so etwas wie Aktivferien.
Das Problem war einzig, dass Martina im Juni auch nur 2 Wochen Ferien machen konnte. Was tun?
Die Lösung war eigentlich simpel, ich fahre los und sie kommt dann rund 2 Wochen später nach, ganz einfach, oder?

Montag der 30. Mai 2022 war mein letzter Arbeitstag bei Holenstein Transporte in Schwarzenbach und am Donnerstag 02. Juni wollte ich losfahren, Ziel Norddeutschland.

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So sah er also aus, mein Plan, bis ins letzte Detail durchdacht. Ich kann mein Sternzeichen nicht überlisten, so sind die Jungfrauen halt. Nichts wird dem Zufall überlassen. Es gibt nichts schlimmeres für mich, als nachmittags um vier einen Platz zum Nächtigen zu suchen. Das war früher schon so als Renato und ich noch mit dem Motorrad unterwegs waren. Doch halt, auf dem Plan stand da irgendwo noch: Martina abholen.
Das musste auch noch geplant werden, dazu brauchte es ein Flugticket von Zürich nach Hamburg und eine Frau, die zum ersten Mal ALLEINE mit dem Flieger reist. Bisher war ich ja immer dabei und habe mich um die Reise gekümmert. Das wird schon schiefgehen.... Am Freitag 10. Juni sollte sie der gebuchte Flieger nach Hamburg bringen, doch dazu später.

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Nachdem ich alles gepackt hatte, fuhr ich also los, über Singen, Titisee, Freiburg bis nach Meissenheim auf den dortigen Wohnmobilpark. Wir waren ein paar Jahre zuvor schon mal dort, allerdings auf dem Heimweg. Ein schönes Plätzchen im Halbschatten, denn es war schon ganz schön warm für Anfangs Juni. Stuhl und Tisch raus und ein kühles Bierchen aus dem Kühlschrank, es war allerdings schon ein bisschen komisch alleine unterwegs zu sein. Das letzte Mal war es so im Oktober 2016 als ich das Wohnmobil in Rosenheim abholte.
Und wer macht jetzt das Essen? Spass beiseite, natürlich war es nicht so, dass ich Martina nur zum Kochen brauchte, schliesslich koche ich selber auch sehr gerne. Aber nur für mich? Später vielleicht, aber sicher nicht in Meissenheim, im Land von Spätzle, Knödel und so. Ein schöner Spaziergang ins Städtle und dort in ein uriges Gasthaus, der Eintracht. Das Wirtepaar war beinahe so alt wie die Gaststätte, an der Wand hängen die Geweihe der Wildspezialitäten auf der Karte.

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Paprikaschnitzel mit Spätzle und 2 Gläschen Badischer Rotwein, sehr lecker. Der Start in die Ferien ist gelungen, so kann es weitergehen.

Am nächsten Tag, Freitag vor Pfingsten, ging die Fahrt weiter nach Traben Trarbach an der Mosel. Eine schöne Fahrt, doch wo war die Mosel? Weit und breit kein Fluss in Sicht. Doch die letzten Kilometer führte eine Passstrasse runter ins Tal und dort war sie, eingebettet zwischen unzähligen Rebbergen. Doch bevor ich auf den gebuchten Platz auf dem Moselcamping in Pünderich fuhr, musste ich noch einkaufen und tanken in Traben Trarbach, ich wollte ja erst am Pfingstmontag weiter. Edeka und Aldi Süd waren gleich nebeneinander, leider war das mit dem Parkplatz so eine Sache. Der Edeka Parkplatz war voll und auf dem Aldi Parkplatz hatte es so eine komische Anordung der Parkplätze und ich hatte ein 8m Wohnmobil, welches überall in die Fahrbahn ragt, also quer über 3 Parkplätze, es hatte ja genug freie Plätze. Keine 20 Minuten später hatte ich meinen Einkauf im Edeka erledigt. Leider hat mir in der Zwischenzeit ein eifriger Kontrolleur einen Bussenzettel unter den Scheibenwischer geklemmt, weil ich mich nicht an die Parkordnung gehalten habe. Doch wie soll ich mich mit meinem Teil auf ein einzelnes Parkfeld stellen wenn es überall zu lang oder zu breit ist? Zähneknirschend nahm ich die 40 Euro zur Kenntnis, zahlbar in 10 Tagen an irgendwen in Stuttgart ?? Nicht gerade touristenfreundlich.

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Nun gut, nach dem Tanken auf den Camping, https://www.mosel-camping-platz.de/puenderich/

ich hatte schon lange reserviert, in weiser Voraussicht, weil ja Pfingsten war. Ein wunderschöner Camping in einem kleinen Ort direkt an der Mosel, mit allem was man so braucht. Freundliches Personal mit einem kleinen Imbiss und Restaurants sowie Weinstuben in der Nähe. Schade war Martina noch am arbeiten.

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Am Abend erkundete ich ein bisschen den Ort, schaute wo ich Brötchen fürs Frühstück kriege und ass in einer Kneipe dem Bistro-Cafe Moselblick direkt neben dem Platz.

Nach einer ruhigen Nacht am Morgen ins Städtchen zum Bäcker und dann während dem Frühstück mal schauen was mit dem Wetter so drinliegt.


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Das Frühstück fällt bei mir immer irgendwie karg aus, ein Brötchen mit Konfitüre, Saft und ein oder zwei Kaffee, das wars. Zwischenzeitlich habe ich mich für einen Ausflug mit dem Fahrrad entschieden, der Radweg entlang der Mosel führte schliesslich beinahe durch den Campingplatz. Also rauf aufs Bike und flussaufwärts nach Reil, dort hatte es die nächste Brücke über die Mosel. Es war Samstagvormittag und in Reil der Wochenmarkt. An einem Stand mit Fensterputztüchern blieb ich wohl zu lange stehen und schon hatte ich nach einer eindrücklichen Demonstration einen Satz Kaltwasserputztücher für günstige 20 Teuros im Gepäck. http://www.kaltwassertuch.de/

Seit ich diese Tücher habe, darf ich zuhause die Fenster putzen, da hab ich mir was eingebrockt...
Nach einem Apero am Fluss gings wieder flussabwärts, ich wäre gerne auf dieser Seite runter, aber hatte keine Ahnung wann die Fähre in Pünderich wieder über die Mosel zurückfährt. So fuhr ich sicherheitshalber wieder über die Brücke und zurück zum Camping.


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Dort angekommen hatte ich inzwischen schon einen kleinen Hunger, welchen ich im Bistro an Camping stillen konnte. Seht selber, sieht doch lecker aus, Flammkuchen und ein feines Glas Weisswein aus der Region.

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Danach : Siesta und Spaziergang durch die Ortschaft mit anschliessendem Nachtessen im Moselblick.
Der Sonntag begann mit dem angekündigten Regen und führte später zum Alternativprogramm, Brötchen beim Bäcker holen, frühstücken und anschliessend eine Bootsfahrt auf der Mosel. Bei dieser Bootsfahrt sah ich zum ersten Mal, wie hoch das Wasser auf der Mosel ein Jahr zuvor stand. In vier Meter Höhe hingen noch Plastikfetzen und sonstiger Unrat. Beim Bistro Moselblick hat es aussen an der Wand eine Plakette mit dem Wasserstand von einem Jahr zuvor, auf dieser wird ersichtlich, dass der gesamte Campingplatz ebenfalls ca. 2 Meter unter Wasser war....
Es wurde ein gemütlicher Sonntag, lesen und entspannen am Nachmittag und abends ein Süppchen und ein Glas Wein, oder zwei.


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Am Pfingstmontag ging die Reise weiter Richtung Norden, hauptsächlich übers Land, ich hatte ja keine Eile, denn mein nächstes Ziel Wetzlar war nur rund 170 km entfernt. Zuerst wollte ich auf den dortigen Stellplatz, irgendwie passte der mir aber nicht sonderlich sodass ich bereits in Pünderich, auf dem Campingplatz Wetzlar ein Plätzchen resevierte. http://campingplatz-wetzlar.de/

Es sollte sich lohnen, das Wetter war auch schon wieder besser und mein Platz wirklich ganz toll. Seht selbst:


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Halbschattig, rundherum Hecken und sehr nette Betreiber. Anscheinend liegt Wetzlar nicht an einer Hauptroute, die Betreiber waren erstaunt, dass ein Schweizer auf der Durchreise bei ihnen vorbeikommt. Direkt neben dem Camping ein Biergarten mit griechischem Restaurant, welches am Abend komplett ausgebucht war. Nach einem ausgiebigen Spaziergang durfte ich am Abend natürlich auch nicht fehlen, musste aber allerdings drinnen essen.



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Lecker wars, zur Verdauung noch einen Ouzo...Schmeckt mir überhaupt nicht, aber wenns hilft..
Auf jeden Fall habe ich gut geschlafen.

Ich wäre gerne noch länger geblieben, aber mein nächstes Ziel durfte ich auf keinen Fall auslassen. Ausgeruht fuhr ich weiter, heute rund 300 km weiter Richtung Norden, Ziel Steinhuder Meer, auf den dortigen Stellplatz. Aufmerksame Leser haben vielleicht gemerkt, wir waren schon einmal dort, mit Martina im Herbst 2020 nach unserm Besuch in Berlin.


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Das Steinhuder Meer ist Ausflugsziel für viele Städter, aus Hannover oder so, aber nur am Wochenende. Unter der Woche ist es schön ruhig hier, die Restaurants aber auch gut besucht. Abends musste ich unbedingt wieder zum Chinesen, https://seapalace.business.site/
schon vor 2 Jahren haben wir dort lecker gegessen. Das Rindfleisch mit Zwiebeln schmeckte mir ausgezeichnet. Leider war am Abend wirklich nichts mehr los, den Absacker musste ich mir vor dem Womo genehmigen. Macht auch nichts, die 300 Autobahnkilometer waren anstrengend, und so fiel ich rasch müde in die Heia.

Am Mittwoch 8. Juni 2022 früh raus aus den Federn, der Bäcker kommt um 8 Uhr auf den Platz. Das Wetter passte auch, so dass ich mit dem Fahrrad ein bisschen in der Gegend rumfuhr, aber nicht zu weit, weil ich später auch mal wieder was einkaufen musste.


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Am Hafen ass ich dann auch noch ein leckeres Fischbrötchen und ein Weissbier durfte natürlich auch nicht fehlen.


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Es war so ein richtig schöner Tag, die Gänse waren mit ihren Jungen unterwegs und auf dem See, äh Meer, genossen einige Stand Up Paddler die angenehmen Temperaturen. Abends kochte ich mir ein lecker Süppchen und genoss die Ruhe auf dem Platz.
https://www.steinhuder-meer.de/buchen-planen/wohnmobilstellplatz-steinhude

Apropos Ruhe, tagsüber ist es nicht so ruhig, in der Nähe ist ein Fliegerhorst der Deutschen. Wenigstens fliegen sie nur mit grossen Propellermaschinen und nicht mit Eurofightern...


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So, heute ist Donnerstag und morgen soll Martina in Hamburg landen. Also nichts wie weg hier und ab nach Hamburg. Es sind ja nur rund 170 km bis auf den Knaus Campingplatz in Hamburg.
https://www.knauscamp.de/hamburg.html

Ich hatte dort vorgängig reserviert und war auch ziemlich zeitig dort, leider zu früh, weil er über die Mittagszeit geschlossen ist. Also nutzte ich die Zeit und fuhr wieder weg um noch kurz den Getränkebestand und so aufzufüllen. Schliesslich muss ich ab morgen wieder etwas mehr haben als Bier und Wein.
Das mit dem einkaufen in Städten ist so eine Sache, es hat zwar viele Möglichkeiten aber wenn du dich nicht auskennst nicht immer einfach. Ich fand einen Laden mit allem, sogar relativ nah, allerdings wieder mit dem gleichen Problem wie in der Vorwoche in Traben Trarbach, nämlich genügend grossen Parkplätzen. Als hinten die Fahrräder in die Hecke ragten, kam vorne wenigstens noch ein Auto vorbei, der Parkplatz nebenan hatte höchstens noch für ein Motorrad Platz.
Zurück auf dem Camping funktionierte der Check In mehr oder weniger problemlos, allerdings galt ja in Deutschen Landen immer noch je nach dem eine Maskenpflicht. Ich merkte aber schnell, dass die Leute selber nicht genau wussten wo was gilt und so habe ich mich an die Mehrheit gehalten. Im öffentlichen Verkehr allerdings galt hier im Norden ZWINGEND Maskenpflicht.

Dies führte dann manchmal zu grotesken Situationen, einerseits Maskenpflicht, am liebsten FFP2, und gleichzeitig 9 Euro Tickets was dazu führte dass die Busse und Bahnen teilweise gerammelt voll waren. Ich hatte für mich und Martina natürlich auch ein solches Ticket gekauft, wirklich praktisch wenn du in verschiedenen Regionen unterwegs bist.

Zuhause in der Schweiz war Martina ein bisschen angespannt, aber der Vorabend Check-In klappte schon mal. In Hamburg schaute ich schon mal in der Flightradar App mit welchem Flieger sie denn kommen sollte. Dieser flog nämlich hier am morgen um 7 Uhr weg nach Zürich und dann wieder zurück nach Hamburg. Als ich sah um was für einen Flieger es sich handelte musste ich Martina per WhattsApp mitteilen, dass ich noch nicht sicher war ob ich sie abholen sollte. Warum das? Seht selbst:


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Der BVB Fanairbus, geht gar nicht für ein Bayern Clubmitglied... Nun ja, ich musste ja nicht mitfliegen und Martina fügte sich in ihr Schicksal. Auf jeden Fall klappte bei ihr alles wunderbar, am Morgen um 9 Uhr hob er ab Richtung Hamburg.
Bei mir schien auch alles zu klappen, beim nahen IKEA war eine Bushaltestelle und ich stieg dort in den ersten 284er Bus, dachte mir noch dass der schön früh schon da ist, beinahe 5 Minuten zu früh. Unterwegs merkte ich, dass irgendetwas nicht stimmt. Der Bus fuhr westwärts und der Flughafen liegt aber im Osten. Ich war auf der richtigen Linie aber mit der Endstation in der anderen Richtung. Derjenige in die andere Richtung fuhr ab IKEA 5 Minuten später. So ein Mist, also bei nächster Gelegenheit raus und wieder zurück. Zum Glück war ich früh unterwegs und hatte eine App für den öffentlichen Verkehr in Hamburg, so dass ich über Umwege dann doch noch den Flughafen fand.

Von der vorletzten Haltestelle sah ich gerade noch wie der Flieger aus Zürich landete, also schnell zum Terminal 1 und warten. Komischerweise war der Flieger auf der Ankunftstafel nirgends vermerkt, logisch, sie hatten den Terminal gewechselt...
Also runter zum Terminal 2 und wieder warten, und warten, und warten. Das beginnende Gepäckschaos auf deutschen Flughäfen hatte Hamburg schon erreicht, rund eine Stunde nach der Landung kam Martina mit ihrem Koffer als eine der ersten aus dem Terminal.
Endlich hatte sie mich wieder und ihr Ferienstart war geglückt.

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Nach der problemlosen Rückfahrt mit dem Bus gabs noch einen kleinen Zmittag bei Ikea, anschliessend einrichten im Womo und Siesta, schliesslich war sie auch schon lange auf den Beinen. Abends noch zum Griechen in der Nähe und früh ins Bett, schliesslich gehts am Samstag weiter in die Stadt des Marzipans, Lübeck. Dort wollten wir dann bleiben bis am Dienstagvormittag.

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Campingplatz Lübeck Schönböcken, https://www.camping-luebeck.de/
etwas ausserhalb der Stadt aber mit einer Bushaltestelle vor dem Platz. Schönes Wetter und ein toller Platz mit schönem Rasen. Nach dieser kurzen Fahrt, Lübeck ist nur rund 70 km ausserhalb Hamburgs, noch ein bisschen in die Stadt.
Weil der Camping ja nicht gerade im Zentrum liegt, kommt hier der Bus praktisch leer an, fünf Haltestellen weiter ist er rappelvoll. Dichtgedängt dank 9 Euro Ticket bis zum zentralen Busbahnhof und von dort direkt zur ersten Sehenswürdigkeit, das Holstentor. Wer schon einmal die Serie "Morden im Norden" gesehen hat weiss was ich meine, dort sieht man es öfters. https://de.wikipedia.org/wiki/Holstentor


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Allerdings sind die Aufnahmen im Fernseher sicher nicht an einem Samstagnachmittag entstanden, bei so schönem Wetter war einiges los in der Stadt.


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Das Hanse Kulturfestival fand an diesem Wochenende statt, wir mussten froh sein am Abend ein Plätzchen in einer Pizzeria zu ergattern. https://restaurant-diavolo-luebeck.de/
Direkt neben der St.Marienkirche, leckere Pizzas und freundliches Personal. Auf jeden Fall mussten wir Sonntags wieder ins Domviertel, Strassenmusiker und vieles mehr gab es zu sehen.

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Es gab soviel zum Sehen und Staunen, nebst diesen Kunsttagen ist Lübeck nicht umsonst Unesco Weltkulturerbe. Allein schon die Kirchen, Türme oder die verschiedenen Strassen und Gassen in der Altstadt sind eine Reise wert.
https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCbecker_G%C3%A4nge_und_H%C3%B6fe


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Und dann noch dieses Wetter, Mitte Juni im Nördlichsten Norden von Deutschland, wir hatten in Italien Mitte Juni schon öfters schlechteres und kälteres Wetter.
Aber wie es halt so ist, auf Sonne folgt Regen, eine Gewitterfront beendete den Sonntag.

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Und ich beende hier den ersten Teil des Berichts, wir sind ja nochmal beinahe 2 Wochen unterwegs und habe deshalb noch viel zum schreiben. Also dann, Teil 2 folgt dann so Anfang Dezember.

Agno Frühling 2022

Hallo liebe Leser,
Wir waren mal wieder unterwegs. Beschlossene Sache war, dass wir im Frühling 2022 aufgrund der unterschiedlichen Coronamassnahmen im übrigen Europa in der Schweiz bleiben. Vom 23. April bis 29. April 2022 in Agno.
Frühling im Tessin ist immer etwas Schönes, vor über 40 Jahren haben wir unsere ersten gemeinsamen Ferien in Agno verbracht.
Deshalb wollten wir mal wieder dahin, ein schöner Campingplatz am See sollte es sein. Unsere Wahl fiel auf den Camping Lugano Lake, https://www.campingluganolake.ch/
, wir sollten es nicht bereuen. Neue Besitzer, familiär geführt, nicht zu gross und alles vorhanden was man in den Ferien so braucht.

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Wir hatten einen Platz fast direkt am See, der Wasserstand war allerdings relativ tief, sodass die kleine Bucht beinahe trockengelegt war.

Allerdings habe ich um ein Haar vergessen, dass uns das Tessin öfters mit Regen empfängt. So war es auch diesmal, unsere Fahrt in den Süden war bis Thusis sonnig und warm, noch vor dem San Bernardino Tunnel schüttete es aber wie aus Kübeln. In Agno angelangt regnete es nicht mehr und wir konnten uns gemütlich einrichten.
Am Abend wollten wir dann in den Ort, um Essen zu gehen, trotz Regenschirm und Kapuze und ohne Gummistiefel. Diese wären angebracht gewesen, unsere Schuhe waren auf halber Strecke schon völlig durchnässt, denn es regnete wieder in Strömen.
Im Grotto Reina wurden wir fündig, gottseidank sind wir früh aufgebrochen sodass wir drinnen noch einen Platz bekamen. Wegen des schlechten Wetters konnte man leider nicht draussen essen und drinnen waren schnell alle Plätze belegt.
Wenn so viele Leute ins gleiche Grotto auswärts essen gehen, sollte das Essen nicht zu verachten sein. So war es dann auch, für mich natürlich eine leckere Pizza und Martina wollte unbedingt ein Steinpilzrisotto, bestellt natürlich auf italienisch....
Doch irgendwie klappte das bei Martina nicht wie gewohnt, sie sagte con Parmigiano und die Angestellte verstand solo Parmigiano, so kam es wie es kommen musste, Risotto nur mit Käse und keine Steinpilze...Es hat ihr trotzdem geschmeckt.
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Am nächsten Morgen, Sonntag und wieder etwas besseres Wetter, ab nach Lugano ein bisschen bummeln. In der Stadt hatte es überall Autos und die Hauptstrasse am See wurde zur Flaniermeile, weil alles wegen einer Oldtimerrally abgesperrt war. Es war noch interessant, die neuesten Autos, viele mit Elektroantrieb, zu bestaunen. Ich fand besonderen Gefallen am neuen Renault Megane E-Tech und Martina durfte mal im Ford Mustang Elektro sitzen, für mehr reichte es ihr nicht, das liebe Kleingeld....
Aber für das Mittagessen in der Stadt musste es reichen. Wir fanden in der Innenstadt eine von aussen nicht so besonders scheinende Lokalität, drinnen aber sehr schön und mit leckeren Speisen. Leider habe ich mir den Namen nicht gemerkt und Google hilft mir für einmal auch nicht. Jedenfalls haben wir es so gemacht wie schon öfters, einen gemischten Salat und eine Pizza. Und dann wird geteilt und am Schluss reicht es noch für was Süsses.
Abends wollte ich grillieren, mal den neuen Grill ausprobieren. Den letzten habe ich auf Ricardo verhökert, weil er meinen Ansprüchen nicht genügte. Enttäuschenderweise musste das Vorhaben verschoben werden, pünktlich zum Nachtessen setzte wieder Regen ein. So wurde halt drinnen gekocht und gegessen.

Montagmorgen und strahlender Sonnenschein, ideal um den Tipp meiner Schwester in die Tat umzusetzen. Mit dem Schiff nach Gandria und zu Fuss zurück.


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Mit dem Zug nach Lugano und dann um 11.00 Uhr aufs Schiff, so waren wir rechtzeitig zum Mittagessen in Gandria.

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Ein herrlich schöner Ort, auf der Sonnenseite des Luganersees, praktisch nur zu Fuss oder mit Schiff erreichbar. Wir fanden ein schönes Plätzchen auf einer Sonnenterrasse eines Restaurants um etwas kleines zu essen.
Frisch gestärkt machten wir uns auf den ca. 5 km langen Fussmarsch entlang des Sees zurück nach Lugano.

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Eidechsen, mit oder ohne Schwanzteil nutzten die Sonnenstrahlen ebenso wie wir, allerdings waren wir froh, wenn mal wieder ein schattiger Teil folgte. Im Gegensatz zu den zwei vorangegangenen Tagen war es schon wieder schön heiss und weit und breit keine Gaststätte in Sicht. Das letzte Stück des Weges entlang der Strasse in Lugano kann man sich schenken, es gibt die Möglichkeit den Rest mit dem Bus zu fahren. Wir liefen jedoch weiter auf der Suche nach einem schattigen Plätzchen in einem Ristorante. Auf der Piazza della Riforma wurden wir fündig, sauteuer aber durstlöschend.

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Den Weg hinauf zum Bahnhof liessen wir diesmal aus, mit der Standseilbahn war es nicht so beschwerlich, unsere Füsse kochten schon bald in den Wanderschuhen.
Und übrigens hatten wir ja das Ticino Ticket welches man bei Hotel- oder Campingplatzübernachtungen erhält und man gratis mit dem öffentlichen Verkehr fahren darf.
https://www.ticino.ch/de/ticket.html
Das nützten wir regelmässig, zurück nach Agno gings ja wieder mit dem Zug.

Dienstags war unser fauler Tag, wir frönten dem süssen Nichtstun, und endlich konnte ich mal den Tischgrill ausprobieren. Der Lotus Tischgrill funktioniert mit Holzkohle, ganz praktisch füllt man das Töpfchen mit Holzkohle, darunter ein bisschen Anzündpaste, anzünden und zusammensetzen. Dann den Ventilator einschalten und in 10 Minuten ist er wunderschön heiss und zum Grillieren bereit. So wurden Mittags und abends die Würste und das Fleisch schön lecker. Ich war zuständig für Grill und Bier, Martina besorgte den Rest. Doch halt, die Salatsauce ist auch noch in meiner Zuständigkeit. Martina meint, dass ihr meine Sauce besser schmecke.



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So schlecht war das Brötchen auch nicht getoastet, dass es so einen kritischen Blick braucht!
Nun gut, Feuertaufe bestanden, der Mittwoch kann kommen.


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Mit dem Zug nach Ponte Tresa und dann per Postauto nach Luino zum Markt, alles im Ticino Ticket enthalten und kostet keinen Rappen. Vor vielen vielen Jahren war ich schon mal da, gefühlt ist immer noch alles gleich. Kleider, Taschen, Schmuck und allerlei Krimskrams. Waren es früher jedoch Italiener, welche die Waren feilboten, sind es heute vornehmlich Asiaten...Ich kann mit so einem Markt nicht viel anfangen, ich weiss heute noch nicht, warum ganze Reisebusse voll mit Deutschen Touristen hierher gekarrt werden und die dann auch noch Spass daran haben. Ich bevorzugte die Stände mit Lebensmitteln, Gemüse, Früchte, Käse und Teigwaren von echten Italienern und aus der Region.


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Könnte mal jemand meiner Frau sagen, dass da was zwischen den Zähnen ist, bevor so ein Selfie entsteht?
Am nächsten Tag, es war ja bereits wieder Donnerstag, spazierten wir dem See entlang bis nach Magliaso, der Weg würde noch bis Ponte Tresa weitergehen, wir fuhren aber mit dem Zug wieder zurück und genossen den restlichen Tag. Abends nochmal ins Grotto, was Leckeres essen. Diesmal klappte auch das mit der Bestellung bei Martina. Wir haben es uns irgendwie so angewöhnt, dass am letzten Abend vor der Heimreise nochmals gemütlich auswärts gegessen wird. Auch wenn dies in der Schweiz nicht ganz billig ist, das örtliche Gewerbe lebt davon, und wenn ich in den Ferien jeden Rappen umdrehen muss, bleibe ich besser zuhause.


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Freitags zusammenpacken und von den tollen Campingmitarbeitern verabschieden, wie üblich durch den San Bernardino Tunnel wieder in die Deutschschweiz und den Thurgau. Unser Womo kennt den Weg, und nach den Ferien ist vor den Ferien.
Ich freue mich bereits auf den Juni, geplant sind 3 - 4 Wochen in Deutschland und Dänemark, für Martina werden es aber nur 2 Wochen.
Doch mehr dazu in meinem nächsten Bericht, ich will ja nicht schon alles verraten.


Alles Gute und bis bald


Hans und Martina


Herbstferien 2021, oder während Corona mal wieder ins Ausland

Hallo Leute,


Es ist ja schon ausgesprochen schön in unserer noch sauberen und gepflegten Schweiz, aber dreimal Ferien in einem Jahr in derselben ist finanziell kaum tragbar.
So lockte trotz Corona das nahe Ausland;  Bayern, Salzburg, Kärnten und Tirol waren das Ziel unserer 2 Wochen im Spätherbst vom 25. September bis 08. Oktober 2021.
Am Samstag fuhren wir los nach Übersee, ja richtig gelesen, das liegt in Bayern am Chiemsee und nahe der Stadt Salzburg, welche auch noch besucht werden sollte. Doch dazu später.

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Nach einer etwas längeren Fahrt über München wurden wir mit ungewöhnlich hohen Temperaturen für Ende September empfangen. Nach einem verregneten Sommer wahrlich eine Freude. Camping Rödlgries im bereits erwähnten Übersee, https://www.chiemsee-camping.de/index.php?navanchor=1010000
einen wirklich tollen Platz hatten wir uns ausgesucht.

Noch etwas zur Fahrt zum Chiemsee,  es gibt 2 Möglichkeiten. Übers Tirol und Innsbruck, oder Bayern und München. Weil wir auf dem Heimweg sowieso über Innsbruck fahren wollten, entschieden wir uns für München, was sich im Nachhinein als nicht besonders schnell entpuppte. Wegen eines Staus mussten wir um ganz München herum und nachher wollte unser Navi immer über eine Autobahn, welche noch gar nicht fertiggestellt ist. Und nun überzeuge mal ein Navi, dass das nicht geht....
Nach einer kleinen Irrfahrt durch halb Oberbayern, vorbei an Rosenheim, wo ich das Wohnmobil vor rund 6 Jahren abgeholt habe, gelangten wir dann endlich zum Camping.

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An diesem Wochenende war er noch gut gefüllt, am Montag waren wir dann schon fast einsam. Ja, das Wetter lockte nochmals zum Bade und nach draussen, bis Mittwoch sollte es so bleiben. Damit wurde unser Ferienplan bereits das erste Mal verändert, warum sollten wir hier auch gehen, wenn es so schön und warm war? Also verlängerten wir unseren Aufenthalt bis Mittwoch, nach Salzburg können wir dann auch im Regen fahren. Unsere Fahrräder waren ja auch dabei, damit auch die Gegend erkundet werden kann.
Darum fuhren wir am Sonntag ein erstes Mal zum gegenüberliegenden Hafen. Dort angelangt sahen wir auf dem Fahrplan, dass die Schiffe so spät im Herbst ab hier nur noch am Wochenende fuhren.
Was nun? Wir wollten ja noch die beiden Inseln sehen, und der andere Hafen ab welchem die Schiffe auch unter der Woche fahren, war von uns aus rund 20 Kilometer entfernt. Also Planänderung und ab aufs Schiff.

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Vorher noch einen Apero in einer wunderschönen Gartenwirtschaft, www.seewirts-strandhaus.de
Wenn ihr mal da seid, ein Besuch lohnt sich
allemal.

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Unser Schiff fuhr via Fraueninsel zu Herreninsel und dann 20 Minuten später wieder zurück nach Übersee, oder aber man bleibt 2 Stunden auf der Herreninsel und fährt dann wieder zurück. Mit nichts Festem im Magen entschieden wir uns für die kurze Variante mit anschliessendem späten Mittag in Übersee. Also blieb die Kultur auf der Strecke. Wer sich für Schlösser interessiert, https://www.herrenchiemsee.de/

Allerdings war auch bei unserem Besuch auf der Insel eine Besichtigung nur mit Voranmeldung und entsprechenden Zertifikaten möglich.

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Apropos Zertifikate, wir befanden uns ja in Bayern, als Geimpfte kein Problem, an die Masken hat man sich ja inzwischen gewöhnt. Als Brillenträger meide ich halt, wenn immer möglich, die Innenräume und bleibe draussen. Bei schönem Wetter kein Problem.
Nach dieser schönen Bootsfahrt zurück im Hafen radelten wir zum nächsten Imbiss direkt am See. Im Lake O`Mio gabs eine leckere Currywurst mit Pommes und dazu natürlich ein Weissbier. Gut gesättigt machten wir uns dann auf den Weg zum Camping um dem süssen Nichtstun zu frönen.
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Am Montag erkundeten wir dann den Ort, verbunden mit einem Einkauf und einer Einkehr zum Mittagessen. Dank Google fanden wir eine tolle und typisch bayrische Gartenwirtschaft mit deftigem Essen und Bier in allen Variationen. https://www.wirtshaus-feldwies.de/

Apropos Bier, mein zweites Weissbier schmeckte ein bisschen fad, so irgendwie bleifrei....Die Kellnerin dachte vermutlich mit, Fahrradfahren und Alkohol klappt nicht immer, darum ein alkoholfreies Weissbier. Wir haben uns dann auf dem Heimweg prompt verfahren, ein Kiesweg endete in einer feuchten Wiese. Zurück auf dem Camping musste auf dem Waschplatz das Radl einer Wäsche unterzogen werden.

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Dienstags machten wir wieder eine Radtour, es war bewölkt und merklich kühler geworden. Doch als wir wieder im Biergarten eintrafen, lugte wieder Sonne hervor, sodass wir noch beinahe ins Schwitzen gerieten. Zwischenzeitlich hatten wir den richtigen Weg gefunden, sodass wir zeitlich zurück waren um was Leckeres zu kochen.
Nachmittags süsses Nichtstun, Fahrräder aufpacken und so. Am Abend liessen wir uns nochmal vom Platzrestaurant verwöhnen, bevor wir uns dann am Mittwoch in Richtung Salzburg verabschiedeten.
Es war in der Nacht tatsächlich der erwartete Regen gekommen, die Fahrt nach Salzburg also ziemlich garstig. Kaum abgefahren waren wir auch schon da, 50 km könnte man auch noch mit dem Radl zurücklegen.

Etwas ausserhalb der Stadt gibt es einen grossen Stellplatz, http://www.reisemobilstellplatz-salzburg.at/

, grosszügig und mit hervorragender Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Wir waren schon einmal auf so einem Platz in Graz, dort ebenfalls direkt bei einer Bushaltestelle.


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Also begaben wir uns kurz nach dem Mittag in die Innenstadt zu einer Stipvisite der Altstadt mit Mozarthaus und so. In der Zwischenzeit hatte es auch aufgehört zu regnen, es war einfach merklich kühler.

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Aufgefallen ist uns an diesem Tag noch eine unglaubliche Polizeipräsenz, warum wohl?
Bei der Schlenderei durch die Gassen klärte es sich bald.....Es hatte etliche Touris mit Fussballleibchen eines mir unbekannten Clubs mit der Beschriftung LOSC , ein Blick ins Handy klärte mich auf. Der OSC Lille war in der Champions League zu Gast in Salzburg an diesem Abend. Aha...
Nach einem Bierchen in einer Gartenwirtschaft mitten in einer Gasse, der österreichische Kellner mit einem Schweizer Nati Leibchen ???? gings dann wieder mit dem Bus zurück zum Platz und dort direkt zum Nachtessen in  den Jägerwirt,  https://www.jaegerwirt-salzburg.at/

schliesslich ist es Herbst und Wildsaison. Wir mussten froh sein, dass wir noch einen Platz im Stüberl bekamen, wir hatten halt nicht reserviert.

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Nach einer ruhigen Nacht fuhren wir am Donnerstag wieder mit dem Bus in die Innenstadt zu einer ausgedehnteren Besichtigung, beginnend am Markt. Dort angekommen wunderten wir uns etwas über die Coronaregeln. Drinnen musste man ja geimpft und mit Maske sein, draussen gilt das alles nicht....Hunderte von Menschen auf engstem Raum an einem Markt, keine Abstände und nur vereinzelte Masken, das soll mal einer verstehen....

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Auf jeden Fall fanden wir dort unser Nachtessen, Schwammerl in Hülle und Fülle.

Doch zuerst stand ja noch der Zmittag auf dem Programm. Martina wollte unbedingt Kaiserschmarrn, und weil mir für meine Perle nur das Beste gut genug ist, suchte ich auf Google den besten Kaiserschmarrn der Stadt.

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Wie ihr seht wurde ich fündig, allerdings mussten wir etwa eine halbe Stunde überbrücken bis ein Plätzchen in komplett vollen Restaurant frei wurde. https://www.restaurantherzl.at/de/

Das lohnte sich allenthalben, wie ihr auf dem Foto seht ist das eigentlich ein Dessert, für meine Frau aber die Hauptspeise. Ich begnügte mich mit einem Süppchen und Weisswürstchen mit Brezn, schliesslich hatten wir für den Abend noch eine schöne Portion Eierschwämme im Gepäck.
Apropos Gepäck, damit wir alles Eingekaufte sicher nach Hause brachten musste nun endlich ein Einkaufskorb mit Rollen her, wir wollten schon lange einen fürs Wohnmobil.

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Nachdem wir auch noch das kulturelle ein bisschen berücksichtigt haben und für unsere Söhne noch ein hippes T-Shirt ergatterten zurück zum Womo, schliesslich braucht man auch noch ein bisschen Erholung.

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Wie ihr seht, wurde das Wetter wieder immer besser, sodass wir dann am Freitag weiterziehen konnten.
Nächstes Ziel Kärnten und dort der Weissensee, ein Alpensee auf rund 900m Meereshöhe. Quer durch Österreich von Nord nach Süd. Vorbei an Bischofshofen mit der dortigen Sprungschanze und nach rund 180 Kilometern auch schon dort. Von unten im Tal führt eine halbe Passstrasse auf dieses Hochplateau mit dem See,  welcher von oben gesehen eine atemberaubende Farbe hat.

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Wenn ihr dieses Bild seht, wisst ihr was ich meine. Die Farbe ergibt sich aus dem Kalkgehalt des Seegrundes. Wenn ihr noch mehr wissen wollt: https://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fensee_(See_in_K%C3%A4rnten)

Wir wollten hier ein paar Tage auf dem Camping Knaller verbringen, wenn das Wetter passt. https://www.knaller.at/camping/

Ich kann es vorwegnehmen, wir blieben bis zum nächsten Regen, wieder am Mittwoch...., also vier volle Tage.
Wandern, Fahrradfahren und eine Rundfahrt mit dem Schiff, dazwischen eine Runde Minigolf, es waren herrliche Tage in der Abgeschiedenheit, von hier geht es nämlich nicht mehr weiter, also hat es keinen Durchgangsverkehr.

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Anfang Oktober und noch beinahe 20 Grad, einfach herrlich.

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Nur etwas machte mir Sorgen, wir waren bald die Einzigen auf dem Camping... Sollte schon bald der Winter Einzug halten? Schliesslich sind wir auf über 900 m und der Weissensee bei den Holländern bekannt als Eislaufsee im Winter. Anscheinend kommen diese hauptsächlich dann, um dort mit den Schlittschuhen den See zu umrunden.
Für Martina war schon beinahe zu wenig los, mir gefiel es hier ganz gut. Einkaufen, was trinken, fein Essen und nette Leute, hier kann man es aushalten.
Leider geht alles mal vorbei und am Mittwoch war es soweit, nasskalt und grau kündigte sich der Herbst, oder vielleicht sogar Winter, an.

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Also nichts wie weiter, Mittwochvormittag Aufbruch Richtung Innsbruck. Doch halt, jemand wollte hierbleiben. Unser Womo hatte keinen Bock, Starthilfe vom Platzwart inklusive, alles vergebens. Die Starterbatterie hatte ihren Geist aufgegeben. Dank meiner Mobilitätsversicherung bei der Mobiliar reichte ein Telefonat um die österreichische Pannenhilfe zu mobilisieren. Leider war der nächste Stützpunkt Luftlinie nur rund 20 Kilometer entfernt, aber die Fahrt von dort dauert rund 45 Minuten.
Als er dann da war dauerte es nicht lange und unsere Lisi schnurrte wieder. Vielleicht lädt sich ja die Batterie auf der langen Fahrt nach Innsbruck wieder auf.
Ueber Lienz  und den Felbertauerntunnel sollte es gehen.

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Kalt, regnerisch und in den Bergen Schnee. Nicht gerade das ideale mit Sommerreifen. Oben am Tunnel angelangt, die Maut bezahlt und den Hinweis gelesen : Nordseite schneebedeckt
Wie soll das gehen? Wir fuhren also in den Tunnel und hinten wieder raus, tatsächlich war die Strasse dort schneebedeckt. Martina erstarrte und ich machte mal einen kurzen Bremstest. Hoppla, das sah nicht gut aus. Was tun? Anhalten und auf die Schneeräumung warten oder langsam weiterfahren?Ich entschied mich für die langsame Weiterfahrt im Schritttempo, 500 m weiter vorne hatte es eine Galerie und es ging ja wieder abwärts. Mit Martina konnte ich nicht mehr reden, Anspannung pur.

Tatsächlich folgten nun mehrere schneefreie Galerien und 100 Höhenmeter weiter unten hatte es keinen Schnee mehr auf der Strasse. Unten in Mittersill angelangt gings gleich wieder rauf in Richtung Kitzbühel, wieder über einen Pass, aber dieser ist nur auf 1200 müM und so gottseidank schneefrei. Nach Kitzbühel in Richtung Innsbruck lugte schon wieder die Sonne hervor und wir konnten dann relativ spät am Nachmittag im Camping Kranebitterhof einchecken. Unterwegs hatte ich bei den kurzen Halten den Motor nicht abgestellt, man weiss ja nie ob die Batterie wieder genug Saft hat. Ein kurzer Startversuch eine Stunde nach unserer Ankunft bestätigte meine Befürchtungen, die Batterie war schon wieder tot. Strom für die Heizung und den Kühlschrank hatten wir aber genug, dafür haben wir ja 2 Aufbaubatterien und Stromanschluss.
Nach einem feinen Znacht im Restaurant auf dem Platz, https://www.kranebitterhof.at/de/camping-de/camping-ristorante-de ab in die Heia, am nächsten Tag wollten wir ja noch Innsbruck unsicher machen.

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Wie immer mit dem Bus mitten ins Zentrum und dann einen ausgiebigen Stadtbummel. Die kalten Temperaturen lockten uns dann wieder in unser Lieblingscafé um uns von innen aufzuwärmen.
Am Freitagmorgen wussten wir ja was zu tun ist, duschen, zusammenräumen und den Pannendienst anrufen, diesmal dauerte es nicht zu lange, 20 Minuten später war er da. Eine neue Batterie hatte ich bei der Opel Garage in Bischofszell bereits am Donnerstag bestellt, sodass wir auf der Heimfahrt dort anhalten konnten und diese gleich eingebaut werden kann.

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Alles klappte wunderbar und so wurden unsere Herbstferien wieder zu einer tollen Reise. Wir hatten Sommer, Herbst und Winter in diesen 2 Wochen, das erste mal in 5 Jahren eine Panne mit unserem Womo und am Samstag erst noch eine Schnapszahl auf dem Tacho.
Mal schauen wohin es uns  im 2022 zieht, vielleicht klappt es endlich mal mit Südfrankreich. Eines ist jetzt schon sicher, ich werde sicher im Juni 22 mal 3 - 4 Wochen unterwegs sein, die Planung diesbezüglich läuft bereits.
In diesem Sinne eine schöne Zeit und bis zu meinem nächsten Bericht.


Sommerferien 2021 Tessin und Wallis

Hallo liebe Leser,
Aufgrund der verschiedenen Corona Massnahmen fanden auch die Sommerferien 2021 in der Schweiz statt. Wir hatten uns kurz nach den Frühlingsferien dazu entschlossen auch im Sommer in der Schweiz zu bleiben, weil man ja keinen Tag weiss, was unsere Epidemieexperten wieder aushecken.
So planten wir eine Woche im Tessin und die andere Woche im Wallis, genauer in Locarno und Sion. Der Campingplatz in Locarno hatte uns im Frühling ganz gut gefallen und so fuhren wir nach frühzeitiger Reservierung wieder dorthin. https://www.campingdelta.com/

Selbstverständlich ging es nicht ohne den obligaten Halt auf dem Rastplatz Viamala ins Tessin, begleitet von wunderschönem Wetter am Samstag den 3.Juli 2021. Die Fahrt verlief ohne Probleme, dort angekommen genossen wir das angenehme Wetter welches anscheinend nicht von langer Dauer sein sollte.

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Wir hatten uns einen schönen Platz ausgesucht, zentral gelegen und seitlichem Seeblick. Leider sind die Preise im Sommer mit über Fr. 70.- pro Stellplatz doch recht happig, ausländische Gäste hatte es vielleicht deshalb wenige auf dem Platz. Am Abend ging es in die Pizzeria auf dem Platz, wir hatten sicherheitshalber einen Platz drinnen reserviert, was sich als richtig erwies, weil es bereits das erste Mal regnete. Und es war nicht das letzte Mal...


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Die Wetteraussichten für Sonntag waren auch nicht gerade die Besten, aber für eine Radtour nach Ascona und wieder zurück, sollte es reichen. Ein bisschen am Hafen flanieren, einen Apero in der Gartenwirtschaft geniessen und auf dem Heimweg noch irgendwo zu Mittag essen war der Plan.

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Es klappte ganz gut, das Mittagessen im Ristorante Aerodromo in Ascona war auch lecker. Dann nichts wie los, der nächste Regen war im Anzug. Dank Rückenwind schafften wir es mit den ersten Tropfen auf den Campingplatz. So gab es am Sonntagnachmittag eine ausgedehnte Siesta und die Planung der nächsten Tage immer mit dem Blick aufs Wetter.
Für Montag sah es ganz gut aus und so wollten wir mit Bus und Postauto ins Verzasca Tal, denn dort waren wir auch noch nie, und die Ponte dei Salti mussten wir unbedingt sehen. Also fuhren wir mit sehr vielen anderen im vollen Postauto bis zuhinterst ins Tal nach Sognono. Dort angekommen, es war schon wieder Mittag, suchten wir ein typisches Grotto mit Tessiner Spezialitäten und natürlich einem Appenzeller Bier.

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Im Grotto Redorta, https://www.tripadvisor.de/Restaurant_Review-g1166599-d4828104-Reviews-Grotto_Redorta-Sonogno_Canton...

wurden wir fündig. Sogar Appenzeller Bier und ein Boccalino Rotwein durften zu Salsicce mit Polenta nicht fehlen. Es passte alles, schönes Wetter zum draussen Essen und ein leckerer Zmittag, was will man mehr.
Nachher noch ein Verdauungsspaziergang bis zum Postauto, doch halt, das nächste Postauto fährt erst um 14.30 Uhr oder so... Also wurde aus dem Spaziergang eine veritable Wanderung, entlang der Verzasca, bei schönstem Wetter. Unterwegs wollten wir noch einen Kaffeehalt machen, daraus wurde leider nichts, alles zu. Unterwegs sahen wir viele schöne Sachen wie zum Beispiel diese Steintürme welche im unteren Bild zu erkennen sind. So wanderten wir bis Gerra; das Ristorante Froda hatte offen; um dort halbverdurstet ein grosses Wasser zu trinken. Ja ihr habt richtig gelesen, Wasser !!! Ich war sogar zu durstig für ein Bier, und das soll was heissen. Gleich gegenüber war die Haltestelle des Postautos, welches uns dann zur Römerbrücke bringen sollte.

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An der Brücke angekommen sah es dort so aus :


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Im Hochsommer ist es noch schlimmer, dann sieht man vor lauter Menschen kaum mehr die Felsen.
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Ich habe dann doch noch Bilder einer fast menschenleeren Brücke hingekriegt. Auch die todesmutigen Brückenspringer durften nicht fehlen, also für mich wäre das zu hoch. So vom Felsen darunter, okay, aber nicht von der Brücke. Der Fluss selber ist auch nicht ganz ungefährlich, passieren dort doch auch immer wieder Unfälle.
Am späteren Nachmittag fuhren wir dann mit dem Postauto wieder nach Locarno, ungefähr das vierte hatte noch Platz für uns, Sitzplatz auf der Treppe...

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Wie sich später herausstellen sollte, war dieser Montag im Verzasca Tal der einzige regenfreie Tag in den 2 Wochen  Ferien.
Am Dienstag war Einkaufen Trumpf, mit dem Fahrrad in die Stadt, Martina in die Migros und Haenschen in den Denner. Wenn euch jetzt etwas unklar ist, ganz einfach : Sie kauft Lebensmittel und er Bier und Wein :-)
Am Mittag wurde etwas feines kleines gekocht, am Abend hatten wir einen Platz im Campingrestaurant reserviert, draussen zwar, aber unter dem Dach. Wir erhielten Besuch von Sara und Roger welche bereits an Pfingsten mit uns auf dem Camping in Winterthur waren. Sie wohnten aber in Tenero auf einem Camping, und das für 2 Wochen. Sie kamen mit dem Fahrrad zum Apero, welcher noch trocken über die Bühne ging. Später im Restaurant waren wir froh, nicht unter einem Sonnenschirm zu essen, sondern mit einem festen Dach über dem Kopf. Ein kräftiges Gewitter erschwerte dem Personal den Abend, wir mussten nach dem Essen auch langsam die Füsse hochlagern, weil sich unter dem Tisch ein See bildete. Das konnte aber unsere gute Stimmung nicht trüben, bis zum späteren Abend war das Ganze auch wieder vorbei. Nach dem Trocknen des Sattels kamen auch Sara und Roger wieder gut in Tenero an.
Am Mittwoch wollten wir mit dem Bus nach Locarno zum Markt, gemäss Plan sollte dieser Mittwochs und Donnerstag sein. Wir waren da, aber kein Markt...Nur Donnerstags, wurde uns gesagt. So ein Pech, also rein in den Bus und nach Ascona. Wir hatten dort am Sonntag in einer Seitengasse ein Grotto entdeckt, da wollten wir hin.


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Über die Strandpromenade in eine Seitengasse ins Grotto Baldoria, https://grottobaldoria.ch/

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Schon beinahe kitschig, alt und neu beieinander und weisse Katze auf dem Dach.
Also dies muss man erlebt haben, zu essen gibt es ein Tagesmenu und das wars. Was es gibt muss man fragen, wenn man den Chef erwischt gibt es das Menu auch auf deutsch, bei der Serviertochter nur in schnellem italienisch. Ok, setzen wir uns nichtsahnend an einen Tisch. Gottseidank haben wir nur ein komplettes Menu bestellt, Vorspeise und Dessert aber doppelt.


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Es wurde folgendes serviert : zuerst ein bisschen Tessiner Trockenfleisch mit Brot, dann ein Salat mit Rucola und Thunfisch, anschliessend Rindsbraten mit Polenta, zum probieren noch ein paar Stücke verschiedenen Käse und zum Abschluss Kaffee und Gebäck.


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Den Schnaps dazu konnte man auswählen, auf jedem Tisch standen 3 verschiedene zur Auswahl.
Wie man sieht, gab es rote Bäckchen, wir waren froh, dass wir mit dem Bus unterwegs waren.
Was das Ganze so gekostet hat, seht ihr auf dem nächsten Bild:

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Alles klar? Mir auch nicht, bezahlt haben wir 46 Fr. plus Trinkgeld, darum gab es nochmal einen Schnaps umsonst....
Den Rest des Tages liessen wir gemütlich ausklingen, am Abend reichte ein kleiner Znacht.
Donnerstag sah dann so aus: Nix Markt in Locarno, Regen, Regen, Regen

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Die ganze Woche hatte es ja immer mal wieder geregnet, immer wieder Stühle und Tische rein und raus aus der Garage, aber an diesem Tag waren wir froh, dass die Hagelkörner nicht zu gross waren. Bei uns war es ja noch einigermassen erträglich, Sara und Roger in Tenero hatten einen Fluss durch den Campingplatz.

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Ein paar Tage später traf es sie noch schlimmer, sodass sie beinahe abreisen mussten.
https://www.blick.ch/schweiz/tessin/eine-frau-in-lebensgefahr-fuenf-verletzte-nach...

Freitags war es dann wieder besser, wir besuchten mit dem Fahrrad Sara und Roger, welche dank einem erhöhten Platz einigermassen trocken blieben. Andere hängten alles an die wärmende Sonne.
Nach dem kurzen Besuch auf dem Weg zurück noch ein kleiner Lunch in Muralto, Trattoria del Lago.
Am Samstag wollten wir von Locarno nach Sion fahren, um die zweite Woche dort zu verbringen.

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Vorbei an dieser Kirche an einem unbekannten Ort namens Re, das Centovalli ist die nächste Verbindung zwischen dem Tessin und Unterwallis. Martina hätte den anderen Weg genommen, welcher es auch immer sein sollte.
Ja, ich muss zugeben, als ich das letzte Mal da durchgefahren bin, fand ich die Strassen breiter, ich war ja auch mit dem Motorrad unterwegs. Mit einem 8m Wohnmobil schaut es dann schon ein bisschen anders aus, teilweise war es schon eine enge Angelegenheit. An der Grenze hat es auch keinen interessiert woher wir kommen und wohin wir fahren, trotz Corona, auch als wir von Italien wieder in die Schweiz kamen...Dann noch über den Simplon und Brig nach Sitten, unserem zweiten Ziel.

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Das Wallis empfing uns auch mit Sonnenschein und warmen Temperaturen, auf dem TCS Camping in Sion richteten wir uns gemütlich ein. https://www.tcs.ch/de/camping-reisen/camping-insider/campingplaetze/tcs-campingplaetze/campingplatz-...

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Schöner Platz, schönes Wetter, doch freut euch mal nicht zu früh. Das Spiel mit den Stühlen rein und wieder raus sollte uns auch in der zweiten Woche beschäftigen.
In der Nacht Regen und tagsüber wieder Sonne, am Sonntag konnten wir sogar noch am See ein wenig sünnelen und die Gegend erkunden. Der Camping liegt ausserhalb von Sion, hat aber direkt davor eine Bushaltestelle von wo man bequem an den Bahnhof von Sion kommt. Wir werden sicher davon Gebrauch machen denn mit dem Fahrrad in die Stadt macht keinen Spass.

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Am Montag fuhren wir dann mit dem Bus in die Stadt, man konnte dort mit einer Bimmelbahn bequem alles erreichen. Sie fuhr bis hinauf zwischen die zwei Burgen, Valère und Tourbillon, und dann wieder runter.

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Es war an diesem Vormittag wieder so richtig drückend warm, der nächste Regen kündigte sich an.
Nach einem kühlenden Getränk auf dem Place du Midi und einem kurzen Einkauf von Martina begaben wir uns wieder zurück auf den Campingplatz. In die Stadt können wir auch noch wenn das Wetter nicht so toll ist. Am Abend erreichte uns dann definitiv das schlechte Wetter, die Nacht und der Dienstag waren geprägt von Dauerregen, mehr als ein Spaziergang und eine ausgiebige Körperpflege lagen nicht drin.
Weil auch noch Kälte dazu kam wurden die wärmeren Kleider hervorgeholt, ebenso Regenschirme.

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Die Rhone brachte es auch auf einen beträchtlich hohen Wasserstand.

So freuten wir uns auf ein feines Abendessen in der Nähe vom Campingplatz, 10 Minuten zu Fuss, und auch an einem Dienstag praktisch ausgebucht. Wir hatten Glück und fanden auch ohne Reservation einen Tisch im Les Iles , https://les-iles.ch/


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Tolles Ambiente und ein feines Essen, jetzt wissen auch wir warum dieses Restaurant an 7 Tagen in der Woche immer voll ist....


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Apropos 7 Tage, eine Woche nach unserem Besuch musste das Restaurant an 2 Tagen in der Woche schliessen weil sie kein qualifiziertes Personal mehr fanden um 7 Tage offen zu haben... Alles Folgen eines unverhältnismässigen Lockdowns seitens unserer Regierung!


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Donnerstag, und die Sonne zeigte sich mal wieder für 4 Stunden. Also nichts wie rauf aufs Radl und linksseitig der Rhone, vorbei an Aproz, nach Riddes. Nach einem Trink und Pipi Halt über die Rhone und auf der anderen Seite wieder rauf nach Sion. Kurz vor Sion gabs dann auch noch etwas zum Zmittag, ja die Schönwetterstunden waren diesen Sommer rar und mussten genutzt werden. Eigentlich braucht man im Wallis Mitte Juli normalerweise keine Jacken.

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Nach dem nachmittäglichen Regen noch ein feines Glas Weisswein und abends drinnen was selbstgekochtes, kulinarisch kamen wir auf jeden Fall nicht zu kurz.
Ihr ahnt es sicher, Donnerstag regnerisch und kalt, so richtig um in Sion ein bisschen einzukaufen. Unsere Ferien neigten sich langsam dem Ende zu, und ohne Original Raclette Käse verlasse ich das Wallis garantiert nicht. Wir wurden dank Google schnell fündig, das gekaufte reichte sicher für zwei bis dreimal. Wir rechnen ja so mit 200 gr. Käse pro Person, die Verkäuferin meinte im Wallis rechnen sie mit 400 gr. pro Person, dafür weniger Kartoffeln und mehr Weisswein...
In diesem Laden https://www.la-grenette.ch/

gibt es alles was es für ein gutes Raclette braucht, auch den Weisswein und das Verdauerli...


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Ein Vesperplättli im nahegelegenen Café des Chateaux, man kann nicht sagen dass wir Hunger leiden mussten. Gelitten hat in diesen Ferien nur die Geldbörse, ich kann mir kaum vorstellen wie sich ausländische Gäste Ferien in der Schweiz leisten können.
Egal wo wir hinfahren, rund um uns herum kostet einfach alles die Hälfte.
Am Freitag 16.07.2021 verliessen wir das Wallis, natürlich bei Regen, um rund 4 Stunden später im 250 km entfernten Bischofszell wohlbehalten einzutreffen. Ausräumen und putzen sind unterdessen schon Routine, die nächste grössere Reise führt uns im Herbst, bei hoffentlich besserem Wetter, in Richtung Bayern, Kärnten und allenfalls Gardasee.
Mit ein paar Schönwetterbildern bis zum nächsten Bericht,
Hans und Martina


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Frühlingsferien 2021 im Tessin

Hallo liebe Leser,


Wie ihr ja sicher wisst, haben unsere Regierungen immer noch das Sagen wo wir unseren wohlverdienten Urlaub verbringen. Wir hier in der Schweiz haben es ja gerade noch schön, unsere nördlichen Nachbarn werden des Nachts immer noch eingesperrt....
Bei uns kann man wenigstens auf die Campingplätze, um mal ein bisschen abzuschalten, so ergab es sich, dass wir unser Womo mal wieder beluden um am 17. April und frostigen Temperaturen gegen Süden loszufahren.

Unser Ziel war Locarno im hoffentlich wärmeren Tessin. Ich hatte ein paar Wochen zuvor reserviert, als klar wurde, dass wir ohne Impfungen und so nicht ins Ausland durften. Das Camping Delta https://www.campingdelta.com/ empfing uns mit Sonnenschein und Leuten mit kurzen Hosen, ja die Temperaturen waren für uns ungewohnt warm. Die Reise über den San Bernardino Tunnel verlief problemlos  und mit wenig Verkehr. Einzig erwähnenswertes Detail, der Rastplatz Viamala in Thusis, https://viamala-raststaette.ch/de/ dort ist immer unser erster Halt in Richtung Süden. Martina wollte dort 2 Sandwich kaufen damit wir unterwegs nicht noch einen Hungerast einfingen. Im Laden kann man den Standard kaufen, Salami oder Schinken, labbrig oder hart mit einem undefinierten Aufstrich. Oder man kann sich eins machen lassen, nicht ganz günstig aber viiieeel besser. Martina war begeistert; sie konnte alles wählen, es wurde sogar nachgefragt, ob es so genug Butter sei und so weiter. Die Angestellte bereitete die Sandwichs vor ihren Augen mit Freude und Freundlichkeit nach ihren Wünschen zu, sie hatte das so noch nie erlebt.

Ich wartete unterdessen beim Womo, obligate Rauchpause, bis sie mit einem Lächeln über alle Backen wieder zurückkam. So fangen die Ferien ja mal gut an.

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Platz Nummer 53 mit Seesicht aber nicht vorderste Reihe haben wir uns vorreserviert, eine gute Entscheidung, weil wir auf der Fahrt von Bellinzona nach Locarno im berühmten Nadelöhr Cadenazzo schon in der Kolonne standen. Anscheinend haben noch andere Deutschschweizer den Winter satt. Spontane Anfahrten beim Camping Delta waren an diesem Samstag erfolglos, es war bereits alles belegt.


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Ein Platz an der Sonne, Sonntagmorgen 18. April 2021, das erste Mal in diesem Jahr Frühstück draussen, herrlich!
Ich habe noch ganz vergessen zu erwähnen, dass wir gehofft hatten, eine Woche ohne Regen zu verbringen, diese Hoffnung zerschlug sich bereits in der ersten Nacht. Beim Zubettgehen regnete es 5 Minuten ganz leicht.
Nun, Sonntagmorgen war es ja wieder schön und nach dem Frühstück  Zeit für eine Stadtbesichtigung von Locarno, wir waren ja beide das erste Mal dort. Direkt vor unserem Camping hatte es eine Bushaltestelle, welche direkt in die Stadt führte, mit der Ticino Card die man auf Campingplätzen und Hotels kostenlos erhält, sogar gratis.
Wir besichtigten die Altstadt, Museo Castello, https://www.ascona-locarno.com/de/commons/details/Museo-Castello/2773 und natürlich die Piazza Grande.
Es war ja der Sonntag bevor die Restaurantterrassen wieder geöffnet wurden, entsprechend wenige Leute waren vor Ort. Es gab jedoch Take away, sodass wir unseren Sonntagsapero auf einer Bank an der Sonne geniessen konnten.


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Keine Angst, es war unser erstes Getränk...es hat nur geblendet oder sie schaut immer so.
Zwei Tage später sah es hier ganz anders aus, alle anliegenden Restaurants zügelten nach draussen. Am Sonntag ein bisschen durchs Städtchen flanieren hat einen grossen Vorteil; die Kleider- und Schuhläden haben geschlossen und so hat Mann ! auch einen schönen Tag und muss sich nicht vor den Läden die Füsse in den Bauch stehen. Ich habe in dieser Zeit praktisch kein Geschäft mehr von innen gesehen, mit Maske und Brille und den Temperaturunterschieden macht es schlicht keinen Spass.


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Nach unserer Stadttour und anschliessender Siesta gab es abends was vom Grill.
Wir haben uns einen neuen kleinen Gasgrill geleistet, unser alter Elektrogrill konnte nie überzeugen und brachte die Stromversorgung auf den Campingplätzen jeweils kurz vor den Kollaps.


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Nach zweimaligem Gebrauch muss ich leider sagen, dass auch dieses Modell nicht unseren Erwartungen entspricht, die Hitze kommt von oben, also indirekt, so brennt nichts an. Leider verabschiedet sich die Wärme auch oben durch die Löcher und wenn dann noch ein bisschen der Wind geht, dauert eine Wurst schon so 30 Minuten.

Vielleicht probier ich es mal oben in der Bratpfanne.
Nun dann, es wurde halt ein bisschen später mit dem Nachtessen, für Montagabend haben wir bereits einen Tisch draussen im Campingrestaurant reserviert...
Doch vorher musste diese Pizza redlich verdient werden.
Montagmorgen, schönes Wetter und geladene Akkus, also rauf ins Maggiatal.

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Bis Ponte Brolla auf der rechten Seite der Maggia, das letzte Stück leider der Hauptstrasse entlang, vom Camping rund 6 km entfernt.



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Wir fuhren von hier noch ein bisschen weiter und wollten dann am Mittag nur was kleines essen, leider waren die Grottos noch geschlossen, für mich unverständlich denn ab heute durften Sie ja draussen wieder Gäste bewirten. Einer erklärte uns, dass sie erst ab 01. Mai öffnen..... Anscheinend kann man mit der Finanzhilfe auch gut leben, ohne einen Finger zu krümmen.
Also ging es dann auf der anderen Seite der Maggia wieder zurück Richtung Losone, ein wirklich toller Radweg. Wenn mir nur mein Hinterteil nicht schon lange Schmerzen bereiten würde, mehr als ein halbes Jahr nicht mehr auf dem Fahrrad und ein steinharter Sattel zeigten Wirkung. In Losone fanden wir endlich eine offene Gartenbeiz, so schön.
Auf dem Heimweg  noch bei der Falknerei vorbei, https://falconeria.ch/?lang=de
vielleicht am Dienstag mal anschauen? Ich bin in den Ferien ja wirklich nicht geizig aber 25 Fr. pro Person waren mir doch ein bisschen zu viel.

Am frühen Abend konnten wir dann auf dem Campingplatz endlich wieder mal draussen eine feine Pizza geniessen, Steintische und Bänke sowie Sonnenuntergang inklusive. Schön für uns und auch für die Betreiber der Lokale, nach so langer Zeit mussten sich zuerst aber wieder alle an die Abläufe gewöhnen. Auch als nicht Camper kann man dort essen, es gibt auch von der Strasse her einen Eingang.

Preise? Na ja, Tessin halt.
Wir waren froh, früh um 18.00 Uhr reserviert zu haben, nachdem die Sonne hinter den Bergen verschwunden war, wurde es nämlich schnell merklich kühler. Zu Hause hatten Sie ja noch Bodenfrost. Beim Eindunkeln vor dem Womo einen Absacker und noch ein bisschen den Fledermäusen beim Abendmahl zuschauen, wie sie lautlos und doch zielsicher ohne etwas zu sehen auf Mückenjagd gehen.

Dienstags wollten wir auf Cardada und Cimetta , https://www.cardada.ch/de
der Wetterbericht war gut und die Temperaturen angenehm. Vom Campingplatz fährt der Bus der Linie 3 alle 30 Minuten bis rauf nach Orselina, dort ist die Talstation der Gondelbahn. Wir mussten uns ein wenig beeilen um den 10.33 Uhr Bus noch zu erreichen, in den Ferien sind wir nie bei den Ersten.

An diesem sonnigen Tag waren wir nicht die einzigen, welche auf den Berg wollten, auch Gleitschirmflieger nutzten den schönen Tag.


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Ein wenig Wehmut kam bei diesem Anblick hoch, gehörte ich doch 1986 beinahe zu den Pionieren dieser schönen Art des Fliegens. Doch so hoch wie diese auf dem Bild kamen wir nie, ausser wenn wir vom Titlis starteten und nach Engelberg flogen, oder besser gesagt, sanken. Mit der Geburt von Sandro 1993 endete meine fliegerische Zeit, schön zurück auf den Boden und Verantwortung übernehmen war von nun an das Motto.


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Von der Cimetta, wo es immer noch Schneereste hatte, sah man wunderschön runter ins Maggiadelta und auch auf unseren Campingplatz. Wir kamen uns vor wie an der Nordsee, der kalte Wind liess uns nicht lange auf dem Berg verweilen. Wir suchten uns bald ein sonniges und windgeschütztes Plätzchen um etwas zu trinken und den Fliegern bei öfters misslungenen Starts zuzuschauen. Ja auch sie kämpften mit dem Wind, einige schafften es nicht bis wir wieder mit der Sesselbahn runter auf Cardada fuhren. Die Aussichtsplattform und die übergrosse Sitzbank durften dann auch nicht fehlen bevor es dann auf der Terrasse des Restaurants etwas Kleines zu essen gab.


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Doch ein bisschen zu gross....


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Wieder unten bei der Talstation war es rund 10 Grad wärmer, es war ja noch Frühling.



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Gegen Abend nahm die Bewölkung zu und es gab dann nachts sogar noch einen kurzen Regenschauer.
Am Mittwoch war süsses Nichtstun oder ein bisschen shoppen angesagt, bis zum Mittagsapero war ich noch dabei, anschliessend begab ich mich in Richtung Camping und Martina konnte nach Lust und Laune lädelen. Ich kann sie dabei gut alleine lassen, manchmal kommt sie nach 3 Stunden zurück, ohne etwas gekauft zu haben.


Am Donnerstag glaubte ich, dass sich mein Hintern genug erholt hat, um nochmals eine Velotour zu starten, Ziel Flugplatz Tenero.
Von Locarno nach Tenero führt ein schöner Rad- und Gehweg bis zu den ersten Campingplätzen in Tenero, zum Flugplatz geht es nochmal rund 2 Kilometer. Dort angekommen sahen wir noch die letzten Sprünge der Fallschirmgrenadiere der Schweizer Armee welche sicher landeten. Etwas Kleines zu Mittag konnten wir aber vergessen, das Restaurant war auch geschlossen. Gemäss Tafel vor dem Restaurant lohnt es sich anscheinend nicht nur die Gartenterrasse zu öffnen...schade.


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Dann halt wieder zurück, in Locarno gibt es am See genügend kleine Restaurants direkt am See, welche zum Verweilen einluden. Mein Hintern schmerzte bereits wieder, auch 4 Wochen nach den Ferien war es noch nicht ganz weg.
Sofort nach den Ferien wurde ein neuer, bequemerer Sattel bestellt, ebenso eine Freizeithose mit Einlagen. So kann es nicht weitergehen und mit Schmerzen macht Radfahren nur halb soviel Spass.
Abends assen wir dann nochmals im Campingrestaurant, es war wiederum sehr lecker und die Angestellten bewältigten den Ansturm auch schon besser als am Montag.
Trotz vielen Leuten im Restaurant und auch noch Take away waren Sie immer freundlich und aufgestellt. Mal sehen ob Sie es im Sommer immer noch sind, ja richtig gelesen, im Juli fahren wir nochmals für eine Woche dorthin.
Eine Woche gibt es dann noch im Wallis, Ferien in der Schweiz sind auch schön.
Aber für den Herbst haben wir mal vorsichtige Hoffnungen auf Kärnten oder Steiermark in Oesterreich.


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Der Heimweg am Freitag gestaltete sich problemlos, obligater Halt war wieder auf der Raststätte Viamala, warum wisst ihr ja.
Das Ausräumen und putzen war auch schnell erledigt so dass wir das Wochenende zuhause geniessen konnten.
Bis zum nächsten Mal,
Hans und Martina