Herbstferien 2021, oder während Corona mal wieder ins Ausland

Hallo Leute,


Es ist ja schon ausgesprochen schön in unserer noch sauberen und gepflegten Schweiz, aber dreimal Ferien in einem Jahr in derselben ist finanziell kaum tragbar.
So lockte trotz Corona das nahe Ausland;  Bayern, Salzburg, Kärnten und Tirol waren das Ziel unserer 2 Wochen im Spätherbst vom 25. September bis 08. Oktober 2021.
Am Samstag fuhren wir los nach Übersee, ja richtig gelesen, das liegt in Bayern am Chiemsee und nahe der Stadt Salzburg, welche auch noch besucht werden sollte. Doch dazu später.

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Nach einer etwas längeren Fahrt über München wurden wir mit ungewöhnlich hohen Temperaturen für Ende September empfangen. Nach einem verregneten Sommer wahrlich eine Freude. Camping Rödlgries im bereits erwähnten Übersee, https://www.chiemsee-camping.de/index.php?navanchor=1010000
einen wirklich tollen Platz hatten wir uns ausgesucht.

Noch etwas zur Fahrt zum Chiemsee,  es gibt 2 Möglichkeiten. Übers Tirol und Innsbruck, oder Bayern und München. Weil wir auf dem Heimweg sowieso über Innsbruck fahren wollten, entschieden wir uns für München, was sich im Nachhinein als nicht besonders schnell entpuppte. Wegen eines Staus mussten wir um ganz München herum und nachher wollte unser Navi immer über eine Autobahn, welche noch gar nicht fertiggestellt ist. Und nun überzeuge mal ein Navi, dass das nicht geht....
Nach einer kleinen Irrfahrt durch halb Oberbayern, vorbei an Rosenheim, wo ich das Wohnmobil vor rund 6 Jahren abgeholt habe, gelangten wir dann endlich zum Camping.

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An diesem Wochenende war er noch gut gefüllt, am Montag waren wir dann schon fast einsam. Ja, das Wetter lockte nochmals zum Bade und nach draussen, bis Mittwoch sollte es so bleiben. Damit wurde unser Ferienplan bereits das erste Mal verändert, warum sollten wir hier auch gehen, wenn es so schön und warm war? Also verlängerten wir unseren Aufenthalt bis Mittwoch, nach Salzburg können wir dann auch im Regen fahren. Unsere Fahrräder waren ja auch dabei, damit auch die Gegend erkundet werden kann.
Darum fuhren wir am Sonntag ein erstes Mal zum gegenüberliegenden Hafen. Dort angelangt sahen wir auf dem Fahrplan, dass die Schiffe so spät im Herbst ab hier nur noch am Wochenende fuhren.
Was nun? Wir wollten ja noch die beiden Inseln sehen, und der andere Hafen ab welchem die Schiffe auch unter der Woche fahren, war von uns aus rund 20 Kilometer entfernt. Also Planänderung und ab aufs Schiff.

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Vorher noch einen Apero in einer wunderschönen Gartenwirtschaft, www.seewirts-strandhaus.de
Wenn ihr mal da seid, ein Besuch lohnt sich
allemal.

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Unser Schiff fuhr via Fraueninsel zu Herreninsel und dann 20 Minuten später wieder zurück nach Übersee, oder aber man bleibt 2 Stunden auf der Herreninsel und fährt dann wieder zurück. Mit nichts Festem im Magen entschieden wir uns für die kurze Variante mit anschliessendem späten Mittag in Übersee. Also blieb die Kultur auf der Strecke. Wer sich für Schlösser interessiert, https://www.herrenchiemsee.de/

Allerdings war auch bei unserem Besuch auf der Insel eine Besichtigung nur mit Voranmeldung und entsprechenden Zertifikaten möglich.

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Apropos Zertifikate, wir befanden uns ja in Bayern, als Geimpfte kein Problem, an die Masken hat man sich ja inzwischen gewöhnt. Als Brillenträger meide ich halt, wenn immer möglich, die Innenräume und bleibe draussen. Bei schönem Wetter kein Problem.
Nach dieser schönen Bootsfahrt zurück im Hafen radelten wir zum nächsten Imbiss direkt am See. Im Lake O`Mio gabs eine leckere Currywurst mit Pommes und dazu natürlich ein Weissbier. Gut gesättigt machten wir uns dann auf den Weg zum Camping um dem süssen Nichtstun zu frönen.
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Am Montag erkundeten wir dann den Ort, verbunden mit einem Einkauf und einer Einkehr zum Mittagessen. Dank Google fanden wir eine tolle und typisch bayrische Gartenwirtschaft mit deftigem Essen und Bier in allen Variationen. https://www.wirtshaus-feldwies.de/

Apropos Bier, mein zweites Weissbier schmeckte ein bisschen fad, so irgendwie bleifrei....Die Kellnerin dachte vermutlich mit, Fahrradfahren und Alkohol klappt nicht immer, darum ein alkoholfreies Weissbier. Wir haben uns dann auf dem Heimweg prompt verfahren, ein Kiesweg endete in einer feuchten Wiese. Zurück auf dem Camping musste auf dem Waschplatz das Radl einer Wäsche unterzogen werden.

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Dienstags machten wir wieder eine Radtour, es war bewölkt und merklich kühler geworden. Doch als wir wieder im Biergarten eintrafen, lugte wieder Sonne hervor, sodass wir noch beinahe ins Schwitzen gerieten. Zwischenzeitlich hatten wir den richtigen Weg gefunden, sodass wir zeitlich zurück waren um was Leckeres zu kochen.
Nachmittags süsses Nichtstun, Fahrräder aufpacken und so. Am Abend liessen wir uns nochmal vom Platzrestaurant verwöhnen, bevor wir uns dann am Mittwoch in Richtung Salzburg verabschiedeten.
Es war in der Nacht tatsächlich der erwartete Regen gekommen, die Fahrt nach Salzburg also ziemlich garstig. Kaum abgefahren waren wir auch schon da, 50 km könnte man auch noch mit dem Radl zurücklegen.

Etwas ausserhalb der Stadt gibt es einen grossen Stellplatz, http://www.reisemobilstellplatz-salzburg.at/

, grosszügig und mit hervorragender Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Wir waren schon einmal auf so einem Platz in Graz, dort ebenfalls direkt bei einer Bushaltestelle.


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Also begaben wir uns kurz nach dem Mittag in die Innenstadt zu einer Stipvisite der Altstadt mit Mozarthaus und so. In der Zwischenzeit hatte es auch aufgehört zu regnen, es war einfach merklich kühler.

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Aufgefallen ist uns an diesem Tag noch eine unglaubliche Polizeipräsenz, warum wohl?
Bei der Schlenderei durch die Gassen klärte es sich bald.....Es hatte etliche Touris mit Fussballleibchen eines mir unbekannten Clubs mit der Beschriftung LOSC , ein Blick ins Handy klärte mich auf. Der OSC Lille war in der Champions League zu Gast in Salzburg an diesem Abend. Aha...
Nach einem Bierchen in einer Gartenwirtschaft mitten in einer Gasse, der österreichische Kellner mit einem Schweizer Nati Leibchen ???? gings dann wieder mit dem Bus zurück zum Platz und dort direkt zum Nachtessen in  den Jägerwirt,  https://www.jaegerwirt-salzburg.at/

schliesslich ist es Herbst und Wildsaison. Wir mussten froh sein, dass wir noch einen Platz im Stüberl bekamen, wir hatten halt nicht reserviert.

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Nach einer ruhigen Nacht fuhren wir am Donnerstag wieder mit dem Bus in die Innenstadt zu einer ausgedehnteren Besichtigung, beginnend am Markt. Dort angekommen wunderten wir uns etwas über die Coronaregeln. Drinnen musste man ja geimpft und mit Maske sein, draussen gilt das alles nicht....Hunderte von Menschen auf engstem Raum an einem Markt, keine Abstände und nur vereinzelte Masken, das soll mal einer verstehen....

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Auf jeden Fall fanden wir dort unser Nachtessen, Schwammerl in Hülle und Fülle.

Doch zuerst stand ja noch der Zmittag auf dem Programm. Martina wollte unbedingt Kaiserschmarrn, und weil mir für meine Perle nur das Beste gut genug ist, suchte ich auf Google den besten Kaiserschmarrn der Stadt.

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Wie ihr seht wurde ich fündig, allerdings mussten wir etwa eine halbe Stunde überbrücken bis ein Plätzchen in komplett vollen Restaurant frei wurde. https://www.restaurantherzl.at/de/

Das lohnte sich allenthalben, wie ihr auf dem Foto seht ist das eigentlich ein Dessert, für meine Frau aber die Hauptspeise. Ich begnügte mich mit einem Süppchen und Weisswürstchen mit Brezn, schliesslich hatten wir für den Abend noch eine schöne Portion Eierschwämme im Gepäck.
Apropos Gepäck, damit wir alles Eingekaufte sicher nach Hause brachten musste nun endlich ein Einkaufskorb mit Rollen her, wir wollten schon lange einen fürs Wohnmobil.

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Nachdem wir auch noch das kulturelle ein bisschen berücksichtigt haben und für unsere Söhne noch ein hippes T-Shirt ergatterten zurück zum Womo, schliesslich braucht man auch noch ein bisschen Erholung.

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Wie ihr seht, wurde das Wetter wieder immer besser, sodass wir dann am Freitag weiterziehen konnten.
Nächstes Ziel Kärnten und dort der Weissensee, ein Alpensee auf rund 900m Meereshöhe. Quer durch Österreich von Nord nach Süd. Vorbei an Bischofshofen mit der dortigen Sprungschanze und nach rund 180 Kilometern auch schon dort. Von unten im Tal führt eine halbe Passstrasse auf dieses Hochplateau mit dem See,  welcher von oben gesehen eine atemberaubende Farbe hat.

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Wenn ihr dieses Bild seht, wisst ihr was ich meine. Die Farbe ergibt sich aus dem Kalkgehalt des Seegrundes. Wenn ihr noch mehr wissen wollt: https://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fensee_(See_in_K%C3%A4rnten)

Wir wollten hier ein paar Tage auf dem Camping Knaller verbringen, wenn das Wetter passt. https://www.knaller.at/camping/

Ich kann es vorwegnehmen, wir blieben bis zum nächsten Regen, wieder am Mittwoch...., also vier volle Tage.
Wandern, Fahrradfahren und eine Rundfahrt mit dem Schiff, dazwischen eine Runde Minigolf, es waren herrliche Tage in der Abgeschiedenheit, von hier geht es nämlich nicht mehr weiter, also hat es keinen Durchgangsverkehr.

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Anfang Oktober und noch beinahe 20 Grad, einfach herrlich.

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Nur etwas machte mir Sorgen, wir waren bald die Einzigen auf dem Camping... Sollte schon bald der Winter Einzug halten? Schliesslich sind wir auf über 900 m und der Weissensee bei den Holländern bekannt als Eislaufsee im Winter. Anscheinend kommen diese hauptsächlich dann, um dort mit den Schlittschuhen den See zu umrunden.
Für Martina war schon beinahe zu wenig los, mir gefiel es hier ganz gut. Einkaufen, was trinken, fein Essen und nette Leute, hier kann man es aushalten.
Leider geht alles mal vorbei und am Mittwoch war es soweit, nasskalt und grau kündigte sich der Herbst, oder vielleicht sogar Winter, an.

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Also nichts wie weiter, Mittwochvormittag Aufbruch Richtung Innsbruck. Doch halt, jemand wollte hierbleiben. Unser Womo hatte keinen Bock, Starthilfe vom Platzwart inklusive, alles vergebens. Die Starterbatterie hatte ihren Geist aufgegeben. Dank meiner Mobilitätsversicherung bei der Mobiliar reichte ein Telefonat um die österreichische Pannenhilfe zu mobilisieren. Leider war der nächste Stützpunkt Luftlinie nur rund 20 Kilometer entfernt, aber die Fahrt von dort dauert rund 45 Minuten.
Als er dann da war dauerte es nicht lange und unsere Lisi schnurrte wieder. Vielleicht lädt sich ja die Batterie auf der langen Fahrt nach Innsbruck wieder auf.
Ueber Lienz  und den Felbertauerntunnel sollte es gehen.

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Kalt, regnerisch und in den Bergen Schnee. Nicht gerade das ideale mit Sommerreifen. Oben am Tunnel angelangt, die Maut bezahlt und den Hinweis gelesen : Nordseite schneebedeckt
Wie soll das gehen? Wir fuhren also in den Tunnel und hinten wieder raus, tatsächlich war die Strasse dort schneebedeckt. Martina erstarrte und ich machte mal einen kurzen Bremstest. Hoppla, das sah nicht gut aus. Was tun? Anhalten und auf die Schneeräumung warten oder langsam weiterfahren?Ich entschied mich für die langsame Weiterfahrt im Schritttempo, 500 m weiter vorne hatte es eine Galerie und es ging ja wieder abwärts. Mit Martina konnte ich nicht mehr reden, Anspannung pur.

Tatsächlich folgten nun mehrere schneefreie Galerien und 100 Höhenmeter weiter unten hatte es keinen Schnee mehr auf der Strasse. Unten in Mittersill angelangt gings gleich wieder rauf in Richtung Kitzbühel, wieder über einen Pass, aber dieser ist nur auf 1200 müM und so gottseidank schneefrei. Nach Kitzbühel in Richtung Innsbruck lugte schon wieder die Sonne hervor und wir konnten dann relativ spät am Nachmittag im Camping Kranebitterhof einchecken. Unterwegs hatte ich bei den kurzen Halten den Motor nicht abgestellt, man weiss ja nie ob die Batterie wieder genug Saft hat. Ein kurzer Startversuch eine Stunde nach unserer Ankunft bestätigte meine Befürchtungen, die Batterie war schon wieder tot. Strom für die Heizung und den Kühlschrank hatten wir aber genug, dafür haben wir ja 2 Aufbaubatterien und Stromanschluss.
Nach einem feinen Znacht im Restaurant auf dem Platz, https://www.kranebitterhof.at/de/camping-de/camping-ristorante-de ab in die Heia, am nächsten Tag wollten wir ja noch Innsbruck unsicher machen.

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Wie immer mit dem Bus mitten ins Zentrum und dann einen ausgiebigen Stadtbummel. Die kalten Temperaturen lockten uns dann wieder in unser Lieblingscafé um uns von innen aufzuwärmen.
Am Freitagmorgen wussten wir ja was zu tun ist, duschen, zusammenräumen und den Pannendienst anrufen, diesmal dauerte es nicht zu lange, 20 Minuten später war er da. Eine neue Batterie hatte ich bei der Opel Garage in Bischofszell bereits am Donnerstag bestellt, sodass wir auf der Heimfahrt dort anhalten konnten und diese gleich eingebaut werden kann.

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Alles klappte wunderbar und so wurden unsere Herbstferien wieder zu einer tollen Reise. Wir hatten Sommer, Herbst und Winter in diesen 2 Wochen, das erste mal in 5 Jahren eine Panne mit unserem Womo und am Samstag erst noch eine Schnapszahl auf dem Tacho.
Mal schauen wohin es uns  im 2022 zieht, vielleicht klappt es endlich mal mit Südfrankreich. Eines ist jetzt schon sicher, ich werde sicher im Juni 22 mal 3 - 4 Wochen unterwegs sein, die Planung diesbezüglich läuft bereits.
In diesem Sinne eine schöne Zeit und bis zu meinem nächsten Bericht.


Sommerferien 2021 Tessin und Wallis

Hallo liebe Leser,
Aufgrund der verschiedenen Corona Massnahmen fanden auch die Sommerferien 2021 in der Schweiz statt. Wir hatten uns kurz nach den Frühlingsferien dazu entschlossen auch im Sommer in der Schweiz zu bleiben, weil man ja keinen Tag weiss, was unsere Epidemieexperten wieder aushecken.
So planten wir eine Woche im Tessin und die andere Woche im Wallis, genauer in Locarno und Sion. Der Campingplatz in Locarno hatte uns im Frühling ganz gut gefallen und so fuhren wir nach frühzeitiger Reservierung wieder dorthin. https://www.campingdelta.com/

Selbstverständlich ging es nicht ohne den obligaten Halt auf dem Rastplatz Viamala ins Tessin, begleitet von wunderschönem Wetter am Samstag den 3.Juli 2021. Die Fahrt verlief ohne Probleme, dort angekommen genossen wir das angenehme Wetter welches anscheinend nicht von langer Dauer sein sollte.

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Wir hatten uns einen schönen Platz ausgesucht, zentral gelegen und seitlichem Seeblick. Leider sind die Preise im Sommer mit über Fr. 70.- pro Stellplatz doch recht happig, ausländische Gäste hatte es vielleicht deshalb wenige auf dem Platz. Am Abend ging es in die Pizzeria auf dem Platz, wir hatten sicherheitshalber einen Platz drinnen reserviert, was sich als richtig erwies, weil es bereits das erste Mal regnete. Und es war nicht das letzte Mal...


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Die Wetteraussichten für Sonntag waren auch nicht gerade die Besten, aber für eine Radtour nach Ascona und wieder zurück, sollte es reichen. Ein bisschen am Hafen flanieren, einen Apero in der Gartenwirtschaft geniessen und auf dem Heimweg noch irgendwo zu Mittag essen war der Plan.

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Es klappte ganz gut, das Mittagessen im Ristorante Aerodromo in Ascona war auch lecker. Dann nichts wie los, der nächste Regen war im Anzug. Dank Rückenwind schafften wir es mit den ersten Tropfen auf den Campingplatz. So gab es am Sonntagnachmittag eine ausgedehnte Siesta und die Planung der nächsten Tage immer mit dem Blick aufs Wetter.
Für Montag sah es ganz gut aus und so wollten wir mit Bus und Postauto ins Verzasca Tal, denn dort waren wir auch noch nie, und die Ponte dei Salti mussten wir unbedingt sehen. Also fuhren wir mit sehr vielen anderen im vollen Postauto bis zuhinterst ins Tal nach Sognono. Dort angekommen, es war schon wieder Mittag, suchten wir ein typisches Grotto mit Tessiner Spezialitäten und natürlich einem Appenzeller Bier.

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Im Grotto Redorta, https://www.tripadvisor.de/Restaurant_Review-g1166599-d4828104-Reviews-Grotto_Redorta-Sonogno_Canton...

wurden wir fündig. Sogar Appenzeller Bier und ein Boccalino Rotwein durften zu Salsicce mit Polenta nicht fehlen. Es passte alles, schönes Wetter zum draussen Essen und ein leckerer Zmittag, was will man mehr.
Nachher noch ein Verdauungsspaziergang bis zum Postauto, doch halt, das nächste Postauto fährt erst um 14.30 Uhr oder so... Also wurde aus dem Spaziergang eine veritable Wanderung, entlang der Verzasca, bei schönstem Wetter. Unterwegs wollten wir noch einen Kaffeehalt machen, daraus wurde leider nichts, alles zu. Unterwegs sahen wir viele schöne Sachen wie zum Beispiel diese Steintürme welche im unteren Bild zu erkennen sind. So wanderten wir bis Gerra; das Ristorante Froda hatte offen; um dort halbverdurstet ein grosses Wasser zu trinken. Ja ihr habt richtig gelesen, Wasser !!! Ich war sogar zu durstig für ein Bier, und das soll was heissen. Gleich gegenüber war die Haltestelle des Postautos, welches uns dann zur Römerbrücke bringen sollte.

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An der Brücke angekommen sah es dort so aus :


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Im Hochsommer ist es noch schlimmer, dann sieht man vor lauter Menschen kaum mehr die Felsen.
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Ich habe dann doch noch Bilder einer fast menschenleeren Brücke hingekriegt. Auch die todesmutigen Brückenspringer durften nicht fehlen, also für mich wäre das zu hoch. So vom Felsen darunter, okay, aber nicht von der Brücke. Der Fluss selber ist auch nicht ganz ungefährlich, passieren dort doch auch immer wieder Unfälle.
Am späteren Nachmittag fuhren wir dann mit dem Postauto wieder nach Locarno, ungefähr das vierte hatte noch Platz für uns, Sitzplatz auf der Treppe...

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Wie sich später herausstellen sollte, war dieser Montag im Verzasca Tal der einzige regenfreie Tag in den 2 Wochen  Ferien.
Am Dienstag war Einkaufen Trumpf, mit dem Fahrrad in die Stadt, Martina in die Migros und Haenschen in den Denner. Wenn euch jetzt etwas unklar ist, ganz einfach : Sie kauft Lebensmittel und er Bier und Wein :-)
Am Mittag wurde etwas feines kleines gekocht, am Abend hatten wir einen Platz im Campingrestaurant reserviert, draussen zwar, aber unter dem Dach. Wir erhielten Besuch von Sara und Roger welche bereits an Pfingsten mit uns auf dem Camping in Winterthur waren. Sie wohnten aber in Tenero auf einem Camping, und das für 2 Wochen. Sie kamen mit dem Fahrrad zum Apero, welcher noch trocken über die Bühne ging. Später im Restaurant waren wir froh, nicht unter einem Sonnenschirm zu essen, sondern mit einem festen Dach über dem Kopf. Ein kräftiges Gewitter erschwerte dem Personal den Abend, wir mussten nach dem Essen auch langsam die Füsse hochlagern, weil sich unter dem Tisch ein See bildete. Das konnte aber unsere gute Stimmung nicht trüben, bis zum späteren Abend war das Ganze auch wieder vorbei. Nach dem Trocknen des Sattels kamen auch Sara und Roger wieder gut in Tenero an.
Am Mittwoch wollten wir mit dem Bus nach Locarno zum Markt, gemäss Plan sollte dieser Mittwochs und Donnerstag sein. Wir waren da, aber kein Markt...Nur Donnerstags, wurde uns gesagt. So ein Pech, also rein in den Bus und nach Ascona. Wir hatten dort am Sonntag in einer Seitengasse ein Grotto entdeckt, da wollten wir hin.


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Über die Strandpromenade in eine Seitengasse ins Grotto Baldoria, https://grottobaldoria.ch/

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Schon beinahe kitschig, alt und neu beieinander und weisse Katze auf dem Dach.
Also dies muss man erlebt haben, zu essen gibt es ein Tagesmenu und das wars. Was es gibt muss man fragen, wenn man den Chef erwischt gibt es das Menu auch auf deutsch, bei der Serviertochter nur in schnellem italienisch. Ok, setzen wir uns nichtsahnend an einen Tisch. Gottseidank haben wir nur ein komplettes Menu bestellt, Vorspeise und Dessert aber doppelt.


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Es wurde folgendes serviert : zuerst ein bisschen Tessiner Trockenfleisch mit Brot, dann ein Salat mit Rucola und Thunfisch, anschliessend Rindsbraten mit Polenta, zum probieren noch ein paar Stücke verschiedenen Käse und zum Abschluss Kaffee und Gebäck.


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Den Schnaps dazu konnte man auswählen, auf jedem Tisch standen 3 verschiedene zur Auswahl.
Wie man sieht, gab es rote Bäckchen, wir waren froh, dass wir mit dem Bus unterwegs waren.
Was das Ganze so gekostet hat, seht ihr auf dem nächsten Bild:

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Alles klar? Mir auch nicht, bezahlt haben wir 46 Fr. plus Trinkgeld, darum gab es nochmal einen Schnaps umsonst....
Den Rest des Tages liessen wir gemütlich ausklingen, am Abend reichte ein kleiner Znacht.
Donnerstag sah dann so aus: Nix Markt in Locarno, Regen, Regen, Regen

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Die ganze Woche hatte es ja immer mal wieder geregnet, immer wieder Stühle und Tische rein und raus aus der Garage, aber an diesem Tag waren wir froh, dass die Hagelkörner nicht zu gross waren. Bei uns war es ja noch einigermassen erträglich, Sara und Roger in Tenero hatten einen Fluss durch den Campingplatz.

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Ein paar Tage später traf es sie noch schlimmer, sodass sie beinahe abreisen mussten.
https://www.blick.ch/schweiz/tessin/eine-frau-in-lebensgefahr-fuenf-verletzte-nach...

Freitags war es dann wieder besser, wir besuchten mit dem Fahrrad Sara und Roger, welche dank einem erhöhten Platz einigermassen trocken blieben. Andere hängten alles an die wärmende Sonne.
Nach dem kurzen Besuch auf dem Weg zurück noch ein kleiner Lunch in Muralto, Trattoria del Lago.
Am Samstag wollten wir von Locarno nach Sion fahren, um die zweite Woche dort zu verbringen.

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Vorbei an dieser Kirche an einem unbekannten Ort namens Re, das Centovalli ist die nächste Verbindung zwischen dem Tessin und Unterwallis. Martina hätte den anderen Weg genommen, welcher es auch immer sein sollte.
Ja, ich muss zugeben, als ich das letzte Mal da durchgefahren bin, fand ich die Strassen breiter, ich war ja auch mit dem Motorrad unterwegs. Mit einem 8m Wohnmobil schaut es dann schon ein bisschen anders aus, teilweise war es schon eine enge Angelegenheit. An der Grenze hat es auch keinen interessiert woher wir kommen und wohin wir fahren, trotz Corona, auch als wir von Italien wieder in die Schweiz kamen...Dann noch über den Simplon und Brig nach Sitten, unserem zweiten Ziel.

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Das Wallis empfing uns auch mit Sonnenschein und warmen Temperaturen, auf dem TCS Camping in Sion richteten wir uns gemütlich ein. https://www.tcs.ch/de/camping-reisen/camping-insider/campingplaetze/tcs-campingplaetze/campingplatz-...

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Schöner Platz, schönes Wetter, doch freut euch mal nicht zu früh. Das Spiel mit den Stühlen rein und wieder raus sollte uns auch in der zweiten Woche beschäftigen.
In der Nacht Regen und tagsüber wieder Sonne, am Sonntag konnten wir sogar noch am See ein wenig sünnelen und die Gegend erkunden. Der Camping liegt ausserhalb von Sion, hat aber direkt davor eine Bushaltestelle von wo man bequem an den Bahnhof von Sion kommt. Wir werden sicher davon Gebrauch machen denn mit dem Fahrrad in die Stadt macht keinen Spass.

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Am Montag fuhren wir dann mit dem Bus in die Stadt, man konnte dort mit einer Bimmelbahn bequem alles erreichen. Sie fuhr bis hinauf zwischen die zwei Burgen, Valère und Tourbillon, und dann wieder runter.

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Es war an diesem Vormittag wieder so richtig drückend warm, der nächste Regen kündigte sich an.
Nach einem kühlenden Getränk auf dem Place du Midi und einem kurzen Einkauf von Martina begaben wir uns wieder zurück auf den Campingplatz. In die Stadt können wir auch noch wenn das Wetter nicht so toll ist. Am Abend erreichte uns dann definitiv das schlechte Wetter, die Nacht und der Dienstag waren geprägt von Dauerregen, mehr als ein Spaziergang und eine ausgiebige Körperpflege lagen nicht drin.
Weil auch noch Kälte dazu kam wurden die wärmeren Kleider hervorgeholt, ebenso Regenschirme.

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Die Rhone brachte es auch auf einen beträchtlich hohen Wasserstand.

So freuten wir uns auf ein feines Abendessen in der Nähe vom Campingplatz, 10 Minuten zu Fuss, und auch an einem Dienstag praktisch ausgebucht. Wir hatten Glück und fanden auch ohne Reservation einen Tisch im Les Iles , https://les-iles.ch/


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Tolles Ambiente und ein feines Essen, jetzt wissen auch wir warum dieses Restaurant an 7 Tagen in der Woche immer voll ist....


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Apropos 7 Tage, eine Woche nach unserem Besuch musste das Restaurant an 2 Tagen in der Woche schliessen weil sie kein qualifiziertes Personal mehr fanden um 7 Tage offen zu haben... Alles Folgen eines unverhältnismässigen Lockdowns seitens unserer Regierung!


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Donnerstag, und die Sonne zeigte sich mal wieder für 4 Stunden. Also nichts wie rauf aufs Radl und linksseitig der Rhone, vorbei an Aproz, nach Riddes. Nach einem Trink und Pipi Halt über die Rhone und auf der anderen Seite wieder rauf nach Sion. Kurz vor Sion gabs dann auch noch etwas zum Zmittag, ja die Schönwetterstunden waren diesen Sommer rar und mussten genutzt werden. Eigentlich braucht man im Wallis Mitte Juli normalerweise keine Jacken.

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Nach dem nachmittäglichen Regen noch ein feines Glas Weisswein und abends drinnen was selbstgekochtes, kulinarisch kamen wir auf jeden Fall nicht zu kurz.
Ihr ahnt es sicher, Donnerstag regnerisch und kalt, so richtig um in Sion ein bisschen einzukaufen. Unsere Ferien neigten sich langsam dem Ende zu, und ohne Original Raclette Käse verlasse ich das Wallis garantiert nicht. Wir wurden dank Google schnell fündig, das gekaufte reichte sicher für zwei bis dreimal. Wir rechnen ja so mit 200 gr. Käse pro Person, die Verkäuferin meinte im Wallis rechnen sie mit 400 gr. pro Person, dafür weniger Kartoffeln und mehr Weisswein...
In diesem Laden https://www.la-grenette.ch/

gibt es alles was es für ein gutes Raclette braucht, auch den Weisswein und das Verdauerli...


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Ein Vesperplättli im nahegelegenen Café des Chateaux, man kann nicht sagen dass wir Hunger leiden mussten. Gelitten hat in diesen Ferien nur die Geldbörse, ich kann mir kaum vorstellen wie sich ausländische Gäste Ferien in der Schweiz leisten können.
Egal wo wir hinfahren, rund um uns herum kostet einfach alles die Hälfte.
Am Freitag 16.07.2021 verliessen wir das Wallis, natürlich bei Regen, um rund 4 Stunden später im 250 km entfernten Bischofszell wohlbehalten einzutreffen. Ausräumen und putzen sind unterdessen schon Routine, die nächste grössere Reise führt uns im Herbst, bei hoffentlich besserem Wetter, in Richtung Bayern, Kärnten und allenfalls Gardasee.
Mit ein paar Schönwetterbildern bis zum nächsten Bericht,
Hans und Martina


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Frühlingsferien 2021 im Tessin

Hallo liebe Leser,


Wie ihr ja sicher wisst, haben unsere Regierungen immer noch das Sagen wo wir unseren wohlverdienten Urlaub verbringen. Wir hier in der Schweiz haben es ja gerade noch schön, unsere nördlichen Nachbarn werden des Nachts immer noch eingesperrt....
Bei uns kann man wenigstens auf die Campingplätze, um mal ein bisschen abzuschalten, so ergab es sich, dass wir unser Womo mal wieder beluden um am 17. April und frostigen Temperaturen gegen Süden loszufahren.

Unser Ziel war Locarno im hoffentlich wärmeren Tessin. Ich hatte ein paar Wochen zuvor reserviert, als klar wurde, dass wir ohne Impfungen und so nicht ins Ausland durften. Das Camping Delta https://www.campingdelta.com/ empfing uns mit Sonnenschein und Leuten mit kurzen Hosen, ja die Temperaturen waren für uns ungewohnt warm. Die Reise über den San Bernardino Tunnel verlief problemlos  und mit wenig Verkehr. Einzig erwähnenswertes Detail, der Rastplatz Viamala in Thusis, https://viamala-raststaette.ch/de/ dort ist immer unser erster Halt in Richtung Süden. Martina wollte dort 2 Sandwich kaufen damit wir unterwegs nicht noch einen Hungerast einfingen. Im Laden kann man den Standard kaufen, Salami oder Schinken, labbrig oder hart mit einem undefinierten Aufstrich. Oder man kann sich eins machen lassen, nicht ganz günstig aber viiieeel besser. Martina war begeistert; sie konnte alles wählen, es wurde sogar nachgefragt, ob es so genug Butter sei und so weiter. Die Angestellte bereitete die Sandwichs vor ihren Augen mit Freude und Freundlichkeit nach ihren Wünschen zu, sie hatte das so noch nie erlebt.

Ich wartete unterdessen beim Womo, obligate Rauchpause, bis sie mit einem Lächeln über alle Backen wieder zurückkam. So fangen die Ferien ja mal gut an.

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Platz Nummer 53 mit Seesicht aber nicht vorderste Reihe haben wir uns vorreserviert, eine gute Entscheidung, weil wir auf der Fahrt von Bellinzona nach Locarno im berühmten Nadelöhr Cadenazzo schon in der Kolonne standen. Anscheinend haben noch andere Deutschschweizer den Winter satt. Spontane Anfahrten beim Camping Delta waren an diesem Samstag erfolglos, es war bereits alles belegt.


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Ein Platz an der Sonne, Sonntagmorgen 18. April 2021, das erste Mal in diesem Jahr Frühstück draussen, herrlich!
Ich habe noch ganz vergessen zu erwähnen, dass wir gehofft hatten, eine Woche ohne Regen zu verbringen, diese Hoffnung zerschlug sich bereits in der ersten Nacht. Beim Zubettgehen regnete es 5 Minuten ganz leicht.
Nun, Sonntagmorgen war es ja wieder schön und nach dem Frühstück  Zeit für eine Stadtbesichtigung von Locarno, wir waren ja beide das erste Mal dort. Direkt vor unserem Camping hatte es eine Bushaltestelle, welche direkt in die Stadt führte, mit der Ticino Card die man auf Campingplätzen und Hotels kostenlos erhält, sogar gratis.
Wir besichtigten die Altstadt, Museo Castello, https://www.ascona-locarno.com/de/commons/details/Museo-Castello/2773 und natürlich die Piazza Grande.
Es war ja der Sonntag bevor die Restaurantterrassen wieder geöffnet wurden, entsprechend wenige Leute waren vor Ort. Es gab jedoch Take away, sodass wir unseren Sonntagsapero auf einer Bank an der Sonne geniessen konnten.


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Keine Angst, es war unser erstes Getränk...es hat nur geblendet oder sie schaut immer so.
Zwei Tage später sah es hier ganz anders aus, alle anliegenden Restaurants zügelten nach draussen. Am Sonntag ein bisschen durchs Städtchen flanieren hat einen grossen Vorteil; die Kleider- und Schuhläden haben geschlossen und so hat Mann ! auch einen schönen Tag und muss sich nicht vor den Läden die Füsse in den Bauch stehen. Ich habe in dieser Zeit praktisch kein Geschäft mehr von innen gesehen, mit Maske und Brille und den Temperaturunterschieden macht es schlicht keinen Spass.


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Nach unserer Stadttour und anschliessender Siesta gab es abends was vom Grill.
Wir haben uns einen neuen kleinen Gasgrill geleistet, unser alter Elektrogrill konnte nie überzeugen und brachte die Stromversorgung auf den Campingplätzen jeweils kurz vor den Kollaps.


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Nach zweimaligem Gebrauch muss ich leider sagen, dass auch dieses Modell nicht unseren Erwartungen entspricht, die Hitze kommt von oben, also indirekt, so brennt nichts an. Leider verabschiedet sich die Wärme auch oben durch die Löcher und wenn dann noch ein bisschen der Wind geht, dauert eine Wurst schon so 30 Minuten.

Vielleicht probier ich es mal oben in der Bratpfanne.
Nun dann, es wurde halt ein bisschen später mit dem Nachtessen, für Montagabend haben wir bereits einen Tisch draussen im Campingrestaurant reserviert...
Doch vorher musste diese Pizza redlich verdient werden.
Montagmorgen, schönes Wetter und geladene Akkus, also rauf ins Maggiatal.

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Bis Ponte Brolla auf der rechten Seite der Maggia, das letzte Stück leider der Hauptstrasse entlang, vom Camping rund 6 km entfernt.



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Wir fuhren von hier noch ein bisschen weiter und wollten dann am Mittag nur was kleines essen, leider waren die Grottos noch geschlossen, für mich unverständlich denn ab heute durften Sie ja draussen wieder Gäste bewirten. Einer erklärte uns, dass sie erst ab 01. Mai öffnen..... Anscheinend kann man mit der Finanzhilfe auch gut leben, ohne einen Finger zu krümmen.
Also ging es dann auf der anderen Seite der Maggia wieder zurück Richtung Losone, ein wirklich toller Radweg. Wenn mir nur mein Hinterteil nicht schon lange Schmerzen bereiten würde, mehr als ein halbes Jahr nicht mehr auf dem Fahrrad und ein steinharter Sattel zeigten Wirkung. In Losone fanden wir endlich eine offene Gartenbeiz, so schön.
Auf dem Heimweg  noch bei der Falknerei vorbei, https://falconeria.ch/?lang=de
vielleicht am Dienstag mal anschauen? Ich bin in den Ferien ja wirklich nicht geizig aber 25 Fr. pro Person waren mir doch ein bisschen zu viel.

Am frühen Abend konnten wir dann auf dem Campingplatz endlich wieder mal draussen eine feine Pizza geniessen, Steintische und Bänke sowie Sonnenuntergang inklusive. Schön für uns und auch für die Betreiber der Lokale, nach so langer Zeit mussten sich zuerst aber wieder alle an die Abläufe gewöhnen. Auch als nicht Camper kann man dort essen, es gibt auch von der Strasse her einen Eingang.

Preise? Na ja, Tessin halt.
Wir waren froh, früh um 18.00 Uhr reserviert zu haben, nachdem die Sonne hinter den Bergen verschwunden war, wurde es nämlich schnell merklich kühler. Zu Hause hatten Sie ja noch Bodenfrost. Beim Eindunkeln vor dem Womo einen Absacker und noch ein bisschen den Fledermäusen beim Abendmahl zuschauen, wie sie lautlos und doch zielsicher ohne etwas zu sehen auf Mückenjagd gehen.

Dienstags wollten wir auf Cardada und Cimetta , https://www.cardada.ch/de
der Wetterbericht war gut und die Temperaturen angenehm. Vom Campingplatz fährt der Bus der Linie 3 alle 30 Minuten bis rauf nach Orselina, dort ist die Talstation der Gondelbahn. Wir mussten uns ein wenig beeilen um den 10.33 Uhr Bus noch zu erreichen, in den Ferien sind wir nie bei den Ersten.

An diesem sonnigen Tag waren wir nicht die einzigen, welche auf den Berg wollten, auch Gleitschirmflieger nutzten den schönen Tag.


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Ein wenig Wehmut kam bei diesem Anblick hoch, gehörte ich doch 1986 beinahe zu den Pionieren dieser schönen Art des Fliegens. Doch so hoch wie diese auf dem Bild kamen wir nie, ausser wenn wir vom Titlis starteten und nach Engelberg flogen, oder besser gesagt, sanken. Mit der Geburt von Sandro 1993 endete meine fliegerische Zeit, schön zurück auf den Boden und Verantwortung übernehmen war von nun an das Motto.


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Von der Cimetta, wo es immer noch Schneereste hatte, sah man wunderschön runter ins Maggiadelta und auch auf unseren Campingplatz. Wir kamen uns vor wie an der Nordsee, der kalte Wind liess uns nicht lange auf dem Berg verweilen. Wir suchten uns bald ein sonniges und windgeschütztes Plätzchen um etwas zu trinken und den Fliegern bei öfters misslungenen Starts zuzuschauen. Ja auch sie kämpften mit dem Wind, einige schafften es nicht bis wir wieder mit der Sesselbahn runter auf Cardada fuhren. Die Aussichtsplattform und die übergrosse Sitzbank durften dann auch nicht fehlen bevor es dann auf der Terrasse des Restaurants etwas Kleines zu essen gab.


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Doch ein bisschen zu gross....


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Wieder unten bei der Talstation war es rund 10 Grad wärmer, es war ja noch Frühling.



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Gegen Abend nahm die Bewölkung zu und es gab dann nachts sogar noch einen kurzen Regenschauer.
Am Mittwoch war süsses Nichtstun oder ein bisschen shoppen angesagt, bis zum Mittagsapero war ich noch dabei, anschliessend begab ich mich in Richtung Camping und Martina konnte nach Lust und Laune lädelen. Ich kann sie dabei gut alleine lassen, manchmal kommt sie nach 3 Stunden zurück, ohne etwas gekauft zu haben.


Am Donnerstag glaubte ich, dass sich mein Hintern genug erholt hat, um nochmals eine Velotour zu starten, Ziel Flugplatz Tenero.
Von Locarno nach Tenero führt ein schöner Rad- und Gehweg bis zu den ersten Campingplätzen in Tenero, zum Flugplatz geht es nochmal rund 2 Kilometer. Dort angekommen sahen wir noch die letzten Sprünge der Fallschirmgrenadiere der Schweizer Armee welche sicher landeten. Etwas Kleines zu Mittag konnten wir aber vergessen, das Restaurant war auch geschlossen. Gemäss Tafel vor dem Restaurant lohnt es sich anscheinend nicht nur die Gartenterrasse zu öffnen...schade.


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Dann halt wieder zurück, in Locarno gibt es am See genügend kleine Restaurants direkt am See, welche zum Verweilen einluden. Mein Hintern schmerzte bereits wieder, auch 4 Wochen nach den Ferien war es noch nicht ganz weg.
Sofort nach den Ferien wurde ein neuer, bequemerer Sattel bestellt, ebenso eine Freizeithose mit Einlagen. So kann es nicht weitergehen und mit Schmerzen macht Radfahren nur halb soviel Spass.
Abends assen wir dann nochmals im Campingrestaurant, es war wiederum sehr lecker und die Angestellten bewältigten den Ansturm auch schon besser als am Montag.
Trotz vielen Leuten im Restaurant und auch noch Take away waren Sie immer freundlich und aufgestellt. Mal sehen ob Sie es im Sommer immer noch sind, ja richtig gelesen, im Juli fahren wir nochmals für eine Woche dorthin.
Eine Woche gibt es dann noch im Wallis, Ferien in der Schweiz sind auch schön.
Aber für den Herbst haben wir mal vorsichtige Hoffnungen auf Kärnten oder Steiermark in Oesterreich.


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Der Heimweg am Freitag gestaltete sich problemlos, obligater Halt war wieder auf der Raststätte Viamala, warum wisst ihr ja.
Das Ausräumen und putzen war auch schnell erledigt so dass wir das Wochenende zuhause geniessen konnten.
Bis zum nächsten Mal,
Hans und Martina





Gedanken

Liebe Leserinnen und Leser,
Ich würde an dieser Stelle gerne mal wieder über Reisen im Wohnmobil berichten. Leider ist es Winter und die Campingplätze geschlossen. Ganzjährig geöffnete Wohnmobilstellplätze in der Schweiz so selten wie Orang-Utans auf Borneo, und ins Ausland darf man nur noch mit Test und Quarantäne.
Und darum habe ich mal meine Gedanken hier eingebracht....
Wir leben ja jetzt in einer Zeit von Corona, meines Wissens ein Virus wie dasjenige Namens Grippe, welches zwar nicht so ansteckend sein soll, aber für angeschlagene Personen auch nicht lebensverlängernd wirkt.

Und hier möchte ich einhaken....Vor nicht allzu langer Zeit gab es Seuchen, Kriege und eine Medizin welche noch nicht so weit fortgeschritten war wie jetzt, und auf unserem Planeten lebten rund eine Milliarde Menschen mit einer Lebenserwartung von rund 50 Jahren. Ich bin nun bald 60 also bis vor 200 Jahren schon längst tot. Mit mir leben auf diesem immer noch gleich grossen Planeten schon bald 8 Milliarden und damit bald dreimal so viele wie zu meiner Geburt im Jahre 1961.....
Wo soll das noch hinführen? Wo sollen all diese Leute leben und woher soll das Essen für alle kommen? Viele studierte Leute machen sich darüber Gedanken und werden sicher irgendwann Lösungen finden nur ist es bis dann vermutlich zu spät, doch ist es eigentlich nicht jetzt schon zu spät? Die Natur findet Lösungen in Form von Krankheiten, Naturkatastrophen und Unglücken jeglicher Art und wir betrauern stattdessen jeden Coronatoten als wäre es der letzte Mensch gewesen. Dabei ist das Leben seit jeher mit sterben verbunden. Noch hat es Gott sei Dank keiner überlebt sonst wäre unsere Erde schon lange kollabiert.

In der Schweiz sterben jedes Jahr rund 60`000 Leute, ob an einer Krankheit, Unfall oder durch Suizid....ob wir das wollen oder nicht.

Also lasst uns verdammt nochmal weiterleben ohne Einschränkungen oder sperrt ALLE für 2 Wochen ein, alles andere ist nur eine Alibiübung für gewisse Profilierungsneurotiker, von den wirtschaftlichen und sozialen Folgen will ich schon gar nicht sprechen.
Ich möchte die nächsten Jahre normal weiterleben, ob es nun Viren gibt oder nicht. Und wenn dann der Tag gekommen ist, an dem ich diese Welt verlassen muss, tu ich das schon jetzt mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Wenn ich nochmal jung wäre, würde ich mir ernsthaft Gedanken machen, ob ich in diese Welt nochmal Kinder stellen würde............
In diesem Sinne, nächstes Mal wieder hoffentlich wieder von einer unserer Reisen,


Hans





Spreewald, Berlin und so

Hallo liebe Leser,
Ferien 2020 sind nicht so wie in anderen Jahren, alleine die Planung braucht schon Nerven und die Ausführung ist dann auch noch Glücksache.
Im Frühling wollten wir ja nach Südfrankreich; wegen coronabedingten Grenzschliessungen auf ein anderes Jahr verschoben. Und den Herbst planten wir in Deutschlands Osten und so...
Nun wenigstens hat dieses Vorhaben einigermassen geklappt denn es ist dort so wie bei uns, manches geht und manches nicht je nach Bundesland oder wie bei uns nach Kantonen.


Auf jeden Fall hatten wir einen Plan, wie in den vergangenen Jahren darauf ausgerichtet nach den zwei Wochen wieder zuhause zu sein.

Am Samstag 29.08.2020 morgens um halb neun sind wir losgefahren. Der grosse Regen war ja angekündigt in der Ostschweiz, also nichts wie los Richtung Norden. Es kam ja dann tatsächlich so, aus der Ferne haben wir Bilder von der über die Ufer getretenen Sitter gesehen.
Wir jedoch blieben am ersten Tag unserer Reise weitgehend vom Regen verschont. Manchmal lugte sogar noch die Sonne hervor und es war angenehm warm. Die Fahrt führte über Bregenz und Memmingen Richtung Nürnberg und Bayreuth wo wir nach rund 420 km in Betzenstein ein erstes Mal übernachteten. Wir waren immer noch in Bayern und dementsprechend war auf dem Campingplatz alles geschlossen. Nix Dusche und Toilette, Restaurant auch zu, kurzum ein bisschen trostlos auf dem Camping aber für eine Nacht kein Problem.

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Wir konnten noch ein bisschen draussen sitzen und mal checken wie es zu Fuss in den Ort geht, waren wir doch gut 2 km ausserhalb von Betzenstein. Dort wollten wir im Gasthof Herbst etwas Feines essen.
Durch den Wald ging es ins Städtchen wo wir den klassischen Stadtrundgang in der kleinsten Stadt in Franken (Bayern) machten. https://www.betzenstein.de/stadtrundgang-in-betzenstein/

So, genug Kultur, ab ins Wirtshaus zum Weissbier und deftigem Essen. Doch Halt, unser Elan wurde am Eingang zum Biergarten jäh gebremst. Mit der schönen Gesichtsbedeckung nuschelten wir etwas von Bier  draussen und Essen drinnen, nach Bekanntgabe von Name, Wohnort, Datum und Zeit durften wir mit Maske, 2 Meter zum Tisch, immer noch draussen, gehen. Dort angekommen darf man die Maske wieder weglegen und bei der Servicekraft mit Maske ein Bierchen bestellen. Ein paar Tische neben uns feierte ein Hochzeitsgesellschaft ausgelassen die Heirat, von Abständen keine Spur....

Unterdessen hatte uns ein bisschen Regen aus der Schweiz erreicht so dass wir uns nach drinnen begaben und ein leckeres Mahl geniessen durften. Schliesslich ist im Herbst immer Schwammerlsaison.

Die Angestellten bedienten selbstverständlich wieder mit Maske, was ich während den 2 Wochen überall gesehen habe. Die können einem leid tun, jeden Tag 8 - 10 Stunden mit diesem Ding rumlaufen und dann auch noch freundlich sein.

Nach dem Verdauungsspaziergang bis zum Campingplatz bei Zeiten in die Heia damit am nächsten Tag die Reise ausgeruht weitergeht.
Am Sonntag begann es auch in Betzenstein zu regnen so dass wir schnell weiter Richtung Nordosten fuhren, nächstes Ziel Lübbenau im Spreewald. Nach erholsamen, weil Lkw armen 380 km auf der Autobahn, immer verfolgt vom Regen, waren wir am frühen Nachmittag beim Camping am Schlosspark. https://www.spreewaldcamping-schloss.de/


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Unser Platz lag direkt am Wasser welches uns nun auch noch von oben beglückte. Der Regen hatte uns eingeholt und so regnete es bis Montagmorgen durch. Dieser Campingplatz hat uns ausgezeichnet gefallen, direkt am Wasser mit tollen sanitarischen Einrichtungen und Tieren welche man nicht oft sieht, dieses auf dem Bild ist ein Nutria, https://de.wikipedia.org/wiki/Nutria ,hab ich noch nie gesehen. Lübbenau liegt rund 100 km vor Berlin mitten im Spreewald, umgeben von rund 500 km befahrbaren Wasserwegen. Wer mal den Spreewaldkrimi gesehen hat weiss wovon ich rede. Montag und Dienstag verbrachten wir beinahe ohne Regen mit Kahnfahrt, Spazieren und Besichtigung von Lübbenau und Lehde. Letzteres muss man mal gesehen haben, dort leben die Menschen teilweise noch wie früher, die anderen leben vom Tourismus welcher vom grossen Hafen von Lübbenau mit dem Kahn gebracht wird. Ein bisschen so wie in Venedig.


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Unterwegs kann man noch einkaufen, alles aus Gurken, Kraut oder Leinöl.


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Auch im Dorf gibt es allerhand, Gaststätten und Krimskrams. Wir waren mal beim Gasthaus Oppott zum Essen, mehr als die Hälfte der Gäste bestellt Ente mit Knödel und Blaukraut. Wir natürlich auch, Martina wollte nur einen Viertel, wurde aber von der Angestellten zu einer halben überedet weil am Viertel anscheinend mehr Knochen als Fleisch sei. https://www.gasthaus-oppott.de/oppott/index.html

Es war wirklich lecker aber für sie natürlich zu viel, ich hatte auch Mühe weil wir normalerweise ein halbes Poulet zu zweit essen. Also alles isst Ente und doch hat es immer noch genug, das Bild zeigt eine Entenmästerin bei der Arbeit.


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Spass beiseite, Lübbenau ist eine Reise wert, wir werden bei Gelegenheit sich wieder kommen und die Spreewaldgurken besuchen.
Noch etwas am Rande; am ersten Abend im Restaurant am Hafen bestellte Martina einen gemischten Salat und dazu ein bisschen Brot. Nebst der eigenwilligen Farbe des Brotes war auch der Geschmack ein bisschen speziell, auf Nachfrage bestätigte uns der Kellner dass es sich um Gurkenbrot handelt. Also dort gibt es alles mit Gurke, Spreewaldgurken eben.


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Eine Gegend zum Entspannen, in Lehde hat es einige Ferienwohnungen zu vermieten, abseits von Autobahn, Handy und Gewusel in den Städten.
Am Mittwoch 02.09.20 verabschiedeten wir uns um 100 km entfernt das pure Gegenteil zu erleben. Berlin war das Ziel für die nächsten 4 Tage, wir waren noch nie dort und hatten darum soviel geplant. Und weil Martina ja schon einen Tag braucht um den Zoo zu sehen waren diese paar Tage auch zu wenig.


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Leider ein schlechtes Bild unseres nächsten Verwandten aber es herrschten auch erschwerte Bedingungen, siehe die Spiegelung eines Fotografen....
Unser Platz, der Wohnmobilpark Tegel, wo wir die nächsten 4 Tage verbrachten war super gelegen, etwas ausserhalb von Berlin und doch mit dem öffentlichen Verkehr sehr gut erschlossen. Wegen Corona oder so könnte es diesen Platz aber bald nicht mehr geben, eigentlich schade denn in 10 Minuten zu Fuss erreicht man Alt Tegel  mit unzähligen Bars und Restaurants. https://www.womoclick.de/stellplatz/berlin-tegel-wohnmobilpark_berlin

Allerdings muss ich sagen, dass der Preis nicht gerade günstig ist und man für alles noch extra bezahlen muss. So kostet die Benützung der sanitarischen Einrichtung extra und wenn man mehr als 3 Ampere Absicherung für den Strom braucht kostet dies auch nochmal extra. 3 Ampere Absicherung gibt es eigentlich nicht mal mehr in den südlichen Ländern und bei Gebrauch der Delizio hauts die Sicherung raus. Für 4 Euro pro Tag gibt es dann 16 A was eigentlich für Waschmaschine und Tumbler reichen würde. Was für uns Landeier auch gewöhnungsbedürftig ist, alle paar Minuten hört man ein Martinshorn. Feuerwehr, Polizei und Krankenwagen ohne Ende. Ist halt so in einer Grossstadt, schliesllich leben in Berlin rund 3.8 Mio. Menschen, also beinahe die Hälfte der Schweizer Bevölkerung.


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Mit dem Hop On Hop Off Bus durch die Innenstadt, Verkehr, Baustellen und irgendwann noch eine Sehenswürdigkeit. Dieses Geld hätten wir uns sparen können denn wir hatten ja für den öffentlichen Verkehr einen 4 Tagespass und mit dem 100er Bus kommt man auch überall vorbei und kann auch aussteigen und Fotos machen.
Auf jeden Fall taten wir uns das bis zum Brandenburger Tor an um dann von dort aus zu Fuss und mit den öffentlichen Bussen  weiterzuziehen.

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Checkpoint Charly, Fernsehturm, Alexanderplatz und dann noch das Brandenburger Tor, ganz schön anstrengend so eine grosse Stadt.


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Nach einem kurzen Imbiss weiter zum Bundestag und über die Friedenssäule und den Bahnhof Zoo wieder zurück ins schon beinahe ländliche Tegel.
Wenigstens waren wegen Corona viel weniger Touristen da und so waren Bus und Bahn nicht auch noch überfüllt. Ich habe da noch eine grauslige Erinnerung an Rom im Sommer bei 40 Grad und völlig überfüllten U-Bahnen.
 

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Wegen diesen niedlichen Bären durfte ich mit Martina einen Tag in den Zoo, Maskenpflicht nur in den Gebäuden und wenig Besuchern. Schön erholsam  und das Wetter war auch angenehm.


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Am letzten Tag in Berlin machten wir so eine individuelle Tour, genannt Berliner Mauer & Geteilte Stadt. Sehr eindrücklich wie die Bewohner einfach durch eine Mauer, je nachdem wo sie wohnten, in Ost und West getrennt wurden und sich nicht einmal mehr besuchen konnten. All die vielen Fluchtversuche und Toten wegen den Nationalsozialisten und dem daraus resultierenden Krieg welcher in der Ausstellung "Hitler - wie konnte es geschehen" sehr zum Nachdenken anregt.



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Ein ehemaliger Wachturm,



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Mauerstücke,



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und zum Schluss noch die East Side Gallery mit rund 1.4 km Originalmauer und Werken von mehr oder weniger bekannten Künstlern welche zum Nachdenken anregen.



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Dazwischen etwas deftiges im Paulaner am Potsdamer Platz, a Mass für die Grossen und was kleines für die Damen. https://www.paulaner-wirtshaus-berlinpotsdamerplatz.de/de/

Ich muss sagen, so 4 Tage in der Stadt sind dann aber genug und so zogen wir nach der ersten Woche am Sonntag wieder weiter.
Von Berlin quer durch nach Hannover und dann zum Steinhuder Meer. Wieder rund 320 km am Sonntag ohne LKW`s. Am Steinhuder Meer waren wir schon einmal und es hat uns dort ganz gut gefallen. Unterwegs gibt es immer was zu sehen, im Norden ist es mehrheitlich flach und von Windrädern geprägt. Was uns unterwegs immer wieder erstaunt sind so die Ortsnamen in Deutschland, da gibt es doch tatsächlich Orte wie Lieblos oder Linsengericht, kurlig oder?


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Sonntags ist immer viel los in Steinhude, Städter auf dem Sonntagsausflug. Wir trauten uns auch noch ins Städtchen, hatten wir doch noch nichts Warmes zum Essen gekriegt. Beim Chinesen wurden wir freundlich empfangen und das Essen war lecker aber wieder mal viel zu viel. Der Reis und die Nudeln hätten locker für 4 Personen gereicht. https://seapalace.business.site/
Am Montag, nach einer ruhigen Nacht war es dann wieder ruhiger im Städtchen und wir hatten auch noch Zeit und Musse für eine Partie Minigolf auf etwas eigenartigen Bahnen welche man nicht betreten durfte. Dies ergab dann teilweise komische Haltungen bei der Ballabgabe.



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Ob der wohl reingeht?


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Nix wars, es sieht zwar so aus aber der war viel zu schwach geschossen und plumpst schon wieder runter. So kam es dass ich mal wieder besser war und Martina leicht angesäuert.
Am Hafen noch ein lecker Fischbrötchen und ein bisschen bummeln. Nur nicht anstrengen denn wir waren in Niedersachsen und die Duschen auf dem Wohnmobilstellplatz geschlossen.

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Die Toilettenanlage war zwar geöffnet aber die Duschen zu, das soll mal einer verstehen. Wenigstens klappte der Brötchenservice mit Abstand und Maske bildete sich eine ellenlange Schlange, die Verkäuferin erklärte dass im Geschäft das keiner glaube....

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100 Meter weiter vorne ist der Verkaufswagen, und das um 08.15 Uhr...
So blieben wir nur bis am Dienstagmorgen und mussten auch noch umplanen. Auf dem geplanten Stellplatz in Kitzingen bei Würzburg hatte es gar keine Duschen und der örtliche Campingplatz war belegt. Kitzingen wäre wirklich ein Besuch wert, siehe : https://www.womoclick.de/stellplatz/kitzingen-wohnmobilstellplatz_kitzingen

Nach einigem Suchen wurden wir in der Gegend von Würzburg doch noch fündig und konnten auch gleich noch online reservieren. Auf dem Campingplatz in Wertheim hatte es noch Platz und es war alles offen, sogar das Restaurant und der Biergarten. Dieser Platz befindet sich ganz am nördlichen Rand von Baden Württemberg am Main, auf der anderen Flussseite war man schon in Bayern und dort herrschten wieder ganz andere Gesetze.

Die Fahrt dorthin war nicht so entspannend weil unter der Woche doch relativ viele Lkw`s unterwegs sind und die Strecke rund 480 km betrug. Doch um 15.30 Uhr waren wir dort und die Temperatur angenehm warm. Also noch ein paar schöne Tage zum Abschluss unserer Herbstferien mit relativ geringen Einschränkungen wegen Corona.


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Hier am Main fahren auch des öfteren Transportschiffe vorbei, Ausflugsschiffe leider nur am Wochenende. So machten wir am Mittwoch einen Stadtbummel, die rund 2.5 km sind zu Fuss entlang des Mains kein Problem.
Das Städtchen Wertheim hatte es in sich, schöne alte Häuser mit schmalen Gassen und überall Geschäfte zum Einkaufen und Strassencafes zum verweilen. https://de.wikipedia.org/wiki/Wertheim


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Da war mächtig was los, viele Fahrradtouristen und Einheimische belebten die Gassen. Wir genossen die letzten sommerlichen Tage und bummelten kreuz und quer mittendurch um auch noch etwas zum Abendessen zu kaufen. Metzgereien, Bäckereien und viele Fachgeschäfte, alles auf kleinem Raum in dieser malerischen Altstadt, wenn ich da an unser Bischofszell denke gibt es bei uns im Verhältnis dazu einfach nichts, obwohl wir ja auch ein sehenswertes Städtchen haben. 


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Dazu noch eine Burg mittendrin welche über dem Ganzen thront, herrlich.

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In früheren Jahren muss das Städtchen auch schon öfters überschwemmt worden sein, diverse Markierungen zeugen davon dass das Wasser auch schon mal bis 1.5m in den Gassen stand.
Wir gönnten uns beim Italiener einen leckeren Salat und feine Pizza, natürlich zusammen eine, dazu ein Gläschen Wein und als Abschluss einen Espresso, dann machten wir uns mit den eingekauften Leckereien auf den Weg zum Camping. https://www.azur-camping.de/de/campingplaetze/wertheim

Dieser Campingplatz ist toll, für uns Wohnmobilisten gäbe es auch die Möglichkeit in der Nähe der Altstadt stehenzubleiben, allerdings dort halt ohne sanitarische Einrichtungen. Für einen Kurzbesuch der Stadt okay, aber für länger nicht so geeignet.

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Am Abend konnte ich noch einen Specht beobachten welcher sich eine luxuriöse Wohnung gönnte, beim unteren Loch rein und dann oben wieder rausschauen...


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Oder auch beim unteren


Donnerstag 10. September war ja wieder mal mein Geburtstag, mein neunundfünfzigster. Wie ich an diesem Tag gequält wurde konnten einige vielleicht schon sehen. Für alle anderen :


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2 Taschen, Rucksack und noch der Beutel für Geld, Gold und andere Sachen, man hats nicht leicht im Leben. Und dann noch Migros Taschen nach dem Einkauf bei Lidl in Deutschland, nur gut sind die Ferien bald vorüber.
Spass beiseite, am Freitag fuhren wir ja auf direktem Weg heim und darum musste noch fürs Wochenende eingekauft werden weil es Martina stinkt, kaum zuhause schon wieder ans Einkaufen zu denken. Wir haben im Womo ja einen schön grossen Kühlschrank  und auch ein grosses Eisfach, so haben wir wenn wir zuhause sind schon alles dabei und müssen nur noch ausräumen und putzen.
Doch noch sind wir ja nicht zuhause, mein Geburtstag wurde entspannt genossen. Faulenzen und dazwischen was essen, mittags Wurstsalat und abends im Restaurant auf dem Campingplatz. Dort gibt es keine Gourmetmenues, 4 Gerichte mit Fleisch und 4 Gerichte mit Fisch das wars. Einfaches ehrliches Essen ohne Schnickschnack, gut gekocht, reichlich und lecker zu einem guten Preis. Dazu ein Glas einheimischen Wein und keinen Geburtstagskuchen. Ich feiere meine Geburtstage am Liebsten so, ich brauche dazu keine Party und viel Tamtam.


Am Freitag fuhren wir auf direktem Weg Richtung Süden, vorbei an Stuttgart und Böblingen. Martina hatte nur ein bisschen Heimweh nach ihrer alten Heimat Schönaich. https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6naich

Schliesslich verbrachte sie ihre Kindheit bis zum achten Lebensjahr dort und wir waren früher an Weihnachten oder Ostern auch wieder dort um die Grosseltern und sonstigen Verwandten zu besuchen. Ist aber schon eine Weile her und die Grosseltern sind schon lange verstorben.

In Konstanz über den Zoll nach Kreuzlingen und weiter nach Bischofszell, unsere Rundreise hatte nach gut 2000 unfall- und pannenfreien Kilometern wieder ein schönes Ende gefunden, zurück bleiben viele schöne Erinnerungen, Eindrückliches und vorallem dies :


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Wir hoffen dass diese Scheissdinger wieder aus unserem Alltag verschwinden, der Nutzen ist sowieso fragwürdig wenn nicht regelmässig gewechselt wird.
In diesem Sinne auf ein entspannteres Ferienmachen im 2021, wohin die Reise geht steht momentan noch im Coronahimmel oder so,
Also, bis nächstes Jahr und bleibt gesund,
Hans und Martina