Spreewald, Berlin und so

Hallo liebe Leser,
Ferien 2020 sind nicht so wie in anderen Jahren, alleine die Planung braucht schon Nerven und die Ausführung ist dann auch noch Glücksache.
Im Frühling wollten wir ja nach Südfrankreich; wegen coronabedingten Grenzschliessungen auf ein anderes Jahr verschoben. Und den Herbst planten wir in Deutschlands Osten und so...
Nun wenigstens hat dieses Vorhaben einigermassen geklappt denn es ist dort so wie bei uns, manches geht und manches nicht je nach Bundesland oder wie bei uns nach Kantonen.


Auf jeden Fall hatten wir einen Plan, wie in den vergangenen Jahren darauf ausgerichtet nach den zwei Wochen wieder zuhause zu sein.

Am Samstag 29.08.2020 morgens um halb neun sind wir losgefahren. Der grosse Regen war ja angekündigt in der Ostschweiz, also nichts wie los Richtung Norden. Es kam ja dann tatsächlich so, aus der Ferne haben wir Bilder von der über die Ufer getretenen Sitter gesehen.
Wir jedoch blieben am ersten Tag unserer Reise weitgehend vom Regen verschont. Manchmal lugte sogar noch die Sonne hervor und es war angenehm warm. Die Fahrt führte über Bregenz und Memmingen Richtung Nürnberg und Bayreuth wo wir nach rund 420 km in Betzenstein ein erstes Mal übernachteten. Wir waren immer noch in Bayern und dementsprechend war auf dem Campingplatz alles geschlossen. Nix Dusche und Toilette, Restaurant auch zu, kurzum ein bisschen trostlos auf dem Camping aber für eine Nacht kein Problem.

20200829_145417jpg


Wir konnten noch ein bisschen draussen sitzen und mal checken wie es zu Fuss in den Ort geht, waren wir doch gut 2 km ausserhalb von Betzenstein. Dort wollten wir im Gasthof Herbst etwas Feines essen.
Durch den Wald ging es ins Städtchen wo wir den klassischen Stadtrundgang in der kleinsten Stadt in Franken (Bayern) machten. https://www.betzenstein.de/stadtrundgang-in-betzenstein/

So, genug Kultur, ab ins Wirtshaus zum Weissbier und deftigem Essen. Doch Halt, unser Elan wurde am Eingang zum Biergarten jäh gebremst. Mit der schönen Gesichtsbedeckung nuschelten wir etwas von Bier  draussen und Essen drinnen, nach Bekanntgabe von Name, Wohnort, Datum und Zeit durften wir mit Maske, 2 Meter zum Tisch, immer noch draussen, gehen. Dort angekommen darf man die Maske wieder weglegen und bei der Servicekraft mit Maske ein Bierchen bestellen. Ein paar Tische neben uns feierte ein Hochzeitsgesellschaft ausgelassen die Heirat, von Abständen keine Spur....

Unterdessen hatte uns ein bisschen Regen aus der Schweiz erreicht so dass wir uns nach drinnen begaben und ein leckeres Mahl geniessen durften. Schliesslich ist im Herbst immer Schwammerlsaison.

Die Angestellten bedienten selbstverständlich wieder mit Maske, was ich während den 2 Wochen überall gesehen habe. Die können einem leid tun, jeden Tag 8 - 10 Stunden mit diesem Ding rumlaufen und dann auch noch freundlich sein.

Nach dem Verdauungsspaziergang bis zum Campingplatz bei Zeiten in die Heia damit am nächsten Tag die Reise ausgeruht weitergeht.
Am Sonntag begann es auch in Betzenstein zu regnen so dass wir schnell weiter Richtung Nordosten fuhren, nächstes Ziel Lübbenau im Spreewald. Nach erholsamen, weil Lkw armen 380 km auf der Autobahn, immer verfolgt vom Regen, waren wir am frühen Nachmittag beim Camping am Schlosspark. https://www.spreewaldcamping-schloss.de/


IMG_20200830_151708jpg


Unser Platz lag direkt am Wasser welches uns nun auch noch von oben beglückte. Der Regen hatte uns eingeholt und so regnete es bis Montagmorgen durch. Dieser Campingplatz hat uns ausgezeichnet gefallen, direkt am Wasser mit tollen sanitarischen Einrichtungen und Tieren welche man nicht oft sieht, dieses auf dem Bild ist ein Nutria, https://de.wikipedia.org/wiki/Nutria ,hab ich noch nie gesehen. Lübbenau liegt rund 100 km vor Berlin mitten im Spreewald, umgeben von rund 500 km befahrbaren Wasserwegen. Wer mal den Spreewaldkrimi gesehen hat weiss wovon ich rede. Montag und Dienstag verbrachten wir beinahe ohne Regen mit Kahnfahrt, Spazieren und Besichtigung von Lübbenau und Lehde. Letzteres muss man mal gesehen haben, dort leben die Menschen teilweise noch wie früher, die anderen leben vom Tourismus welcher vom grossen Hafen von Lübbenau mit dem Kahn gebracht wird. Ein bisschen so wie in Venedig.


20200831_105001jpg
Unterwegs kann man noch einkaufen, alles aus Gurken, Kraut oder Leinöl.


20200831_120521jpg
Auch im Dorf gibt es allerhand, Gaststätten und Krimskrams. Wir waren mal beim Gasthaus Oppott zum Essen, mehr als die Hälfte der Gäste bestellt Ente mit Knödel und Blaukraut. Wir natürlich auch, Martina wollte nur einen Viertel, wurde aber von der Angestellten zu einer halben überedet weil am Viertel anscheinend mehr Knochen als Fleisch sei. https://www.gasthaus-oppott.de/oppott/index.html

Es war wirklich lecker aber für sie natürlich zu viel, ich hatte auch Mühe weil wir normalerweise ein halbes Poulet zu zweit essen. Also alles isst Ente und doch hat es immer noch genug, das Bild zeigt eine Entenmästerin bei der Arbeit.


IMG_20200901_103707jpg
Spass beiseite, Lübbenau ist eine Reise wert, wir werden bei Gelegenheit sich wieder kommen und die Spreewaldgurken besuchen.
Noch etwas am Rande; am ersten Abend im Restaurant am Hafen bestellte Martina einen gemischten Salat und dazu ein bisschen Brot. Nebst der eigenwilligen Farbe des Brotes war auch der Geschmack ein bisschen speziell, auf Nachfrage bestätigte uns der Kellner dass es sich um Gurkenbrot handelt. Also dort gibt es alles mit Gurke, Spreewaldgurken eben.


IMG_20200831_111655jpg



IMG_20200831_154106jpg



IMG_20200831_120915jpg
Eine Gegend zum Entspannen, in Lehde hat es einige Ferienwohnungen zu vermieten, abseits von Autobahn, Handy und Gewusel in den Städten.
Am Mittwoch 02.09.20 verabschiedeten wir uns um 100 km entfernt das pure Gegenteil zu erleben. Berlin war das Ziel für die nächsten 4 Tage, wir waren noch nie dort und hatten darum soviel geplant. Und weil Martina ja schon einen Tag braucht um den Zoo zu sehen waren diese paar Tage auch zu wenig.


20200903_104645jpg
Leider ein schlechtes Bild unseres nächsten Verwandten aber es herrschten auch erschwerte Bedingungen, siehe die Spiegelung eines Fotografen....
Unser Platz, der Wohnmobilpark Tegel, wo wir die nächsten 4 Tage verbrachten war super gelegen, etwas ausserhalb von Berlin und doch mit dem öffentlichen Verkehr sehr gut erschlossen. Wegen Corona oder so könnte es diesen Platz aber bald nicht mehr geben, eigentlich schade denn in 10 Minuten zu Fuss erreicht man Alt Tegel  mit unzähligen Bars und Restaurants. https://www.womoclick.de/stellplatz/berlin-tegel-wohnmobilpark_berlin

Allerdings muss ich sagen, dass der Preis nicht gerade günstig ist und man für alles noch extra bezahlen muss. So kostet die Benützung der sanitarischen Einrichtung extra und wenn man mehr als 3 Ampere Absicherung für den Strom braucht kostet dies auch nochmal extra. 3 Ampere Absicherung gibt es eigentlich nicht mal mehr in den südlichen Ländern und bei Gebrauch der Delizio hauts die Sicherung raus. Für 4 Euro pro Tag gibt es dann 16 A was eigentlich für Waschmaschine und Tumbler reichen würde. Was für uns Landeier auch gewöhnungsbedürftig ist, alle paar Minuten hört man ein Martinshorn. Feuerwehr, Polizei und Krankenwagen ohne Ende. Ist halt so in einer Grossstadt, schliesllich leben in Berlin rund 3.8 Mio. Menschen, also beinahe die Hälfte der Schweizer Bevölkerung.


IMG_20200904_132207_1jpg
Mit dem Hop On Hop Off Bus durch die Innenstadt, Verkehr, Baustellen und irgendwann noch eine Sehenswürdigkeit. Dieses Geld hätten wir uns sparen können denn wir hatten ja für den öffentlichen Verkehr einen 4 Tagespass und mit dem 100er Bus kommt man auch überall vorbei und kann auch aussteigen und Fotos machen.
Auf jeden Fall taten wir uns das bis zum Brandenburger Tor an um dann von dort aus zu Fuss und mit den öffentlichen Bussen  weiterzuziehen.

20200904_130131jpg



20200904_131928jpg



20200904_135206jpg


Checkpoint Charly, Fernsehturm, Alexanderplatz und dann noch das Brandenburger Tor, ganz schön anstrengend so eine grosse Stadt.


IMG_20200904_145109jpg
Nach einem kurzen Imbiss weiter zum Bundestag und über die Friedenssäule und den Bahnhof Zoo wieder zurück ins schon beinahe ländliche Tegel.
Wenigstens waren wegen Corona viel weniger Touristen da und so waren Bus und Bahn nicht auch noch überfüllt. Ich habe da noch eine grauslige Erinnerung an Rom im Sommer bei 40 Grad und völlig überfüllten U-Bahnen.
 

IMG_20200903_134128jpg
Wegen diesen niedlichen Bären durfte ich mit Martina einen Tag in den Zoo, Maskenpflicht nur in den Gebäuden und wenig Besuchern. Schön erholsam  und das Wetter war auch angenehm.


IMG_20200903_103853jpg



IMG_20200903_115047jpg


Am letzten Tag in Berlin machten wir so eine individuelle Tour, genannt Berliner Mauer & Geteilte Stadt. Sehr eindrücklich wie die Bewohner einfach durch eine Mauer, je nachdem wo sie wohnten, in Ost und West getrennt wurden und sich nicht einmal mehr besuchen konnten. All die vielen Fluchtversuche und Toten wegen den Nationalsozialisten und dem daraus resultierenden Krieg welcher in der Ausstellung "Hitler - wie konnte es geschehen" sehr zum Nachdenken anregt.



20200905_125322jpg
Ein ehemaliger Wachturm,



20200905_114049jpg
Mauerstücke,



IMG_20200905_152204jpg
und zum Schluss noch die East Side Gallery mit rund 1.4 km Originalmauer und Werken von mehr oder weniger bekannten Künstlern welche zum Nachdenken anregen.



IMG_20200905_131931jpg
Dazwischen etwas deftiges im Paulaner am Potsdamer Platz, a Mass für die Grossen und was kleines für die Damen. https://www.paulaner-wirtshaus-berlinpotsdamerplatz.de/de/

Ich muss sagen, so 4 Tage in der Stadt sind dann aber genug und so zogen wir nach der ersten Woche am Sonntag wieder weiter.
Von Berlin quer durch nach Hannover und dann zum Steinhuder Meer. Wieder rund 320 km am Sonntag ohne LKW`s. Am Steinhuder Meer waren wir schon einmal und es hat uns dort ganz gut gefallen. Unterwegs gibt es immer was zu sehen, im Norden ist es mehrheitlich flach und von Windrädern geprägt. Was uns unterwegs immer wieder erstaunt sind so die Ortsnamen in Deutschland, da gibt es doch tatsächlich Orte wie Lieblos oder Linsengericht, kurlig oder?


20200906_162747jpg
Sonntags ist immer viel los in Steinhude, Städter auf dem Sonntagsausflug. Wir trauten uns auch noch ins Städtchen, hatten wir doch noch nichts Warmes zum Essen gekriegt. Beim Chinesen wurden wir freundlich empfangen und das Essen war lecker aber wieder mal viel zu viel. Der Reis und die Nudeln hätten locker für 4 Personen gereicht. https://seapalace.business.site/
Am Montag, nach einer ruhigen Nacht war es dann wieder ruhiger im Städtchen und wir hatten auch noch Zeit und Musse für eine Partie Minigolf auf etwas eigenartigen Bahnen welche man nicht betreten durfte. Dies ergab dann teilweise komische Haltungen bei der Ballabgabe.



IMG_20200907_144748_BURST010jpg


Ob der wohl reingeht?


IMG_20200907_144950_BURST007jpg
Nix wars, es sieht zwar so aus aber der war viel zu schwach geschossen und plumpst schon wieder runter. So kam es dass ich mal wieder besser war und Martina leicht angesäuert.
Am Hafen noch ein lecker Fischbrötchen und ein bisschen bummeln. Nur nicht anstrengen denn wir waren in Niedersachsen und die Duschen auf dem Wohnmobilstellplatz geschlossen.

20200907_122930jpg
Die Toilettenanlage war zwar geöffnet aber die Duschen zu, das soll mal einer verstehen. Wenigstens klappte der Brötchenservice mit Abstand und Maske bildete sich eine ellenlange Schlange, die Verkäuferin erklärte dass im Geschäft das keiner glaube....

IMG_20200908_081503jpg
100 Meter weiter vorne ist der Verkaufswagen, und das um 08.15 Uhr...
So blieben wir nur bis am Dienstagmorgen und mussten auch noch umplanen. Auf dem geplanten Stellplatz in Kitzingen bei Würzburg hatte es gar keine Duschen und der örtliche Campingplatz war belegt. Kitzingen wäre wirklich ein Besuch wert, siehe : https://www.womoclick.de/stellplatz/kitzingen-wohnmobilstellplatz_kitzingen

Nach einigem Suchen wurden wir in der Gegend von Würzburg doch noch fündig und konnten auch gleich noch online reservieren. Auf dem Campingplatz in Wertheim hatte es noch Platz und es war alles offen, sogar das Restaurant und der Biergarten. Dieser Platz befindet sich ganz am nördlichen Rand von Baden Württemberg am Main, auf der anderen Flussseite war man schon in Bayern und dort herrschten wieder ganz andere Gesetze.

Die Fahrt dorthin war nicht so entspannend weil unter der Woche doch relativ viele Lkw`s unterwegs sind und die Strecke rund 480 km betrug. Doch um 15.30 Uhr waren wir dort und die Temperatur angenehm warm. Also noch ein paar schöne Tage zum Abschluss unserer Herbstferien mit relativ geringen Einschränkungen wegen Corona.


IMG_20200909_094522jpg
Hier am Main fahren auch des öfteren Transportschiffe vorbei, Ausflugsschiffe leider nur am Wochenende. So machten wir am Mittwoch einen Stadtbummel, die rund 2.5 km sind zu Fuss entlang des Mains kein Problem.
Das Städtchen Wertheim hatte es in sich, schöne alte Häuser mit schmalen Gassen und überall Geschäfte zum Einkaufen und Strassencafes zum verweilen. https://de.wikipedia.org/wiki/Wertheim


IMG_20200909_111813jpg

Da war mächtig was los, viele Fahrradtouristen und Einheimische belebten die Gassen. Wir genossen die letzten sommerlichen Tage und bummelten kreuz und quer mittendurch um auch noch etwas zum Abendessen zu kaufen. Metzgereien, Bäckereien und viele Fachgeschäfte, alles auf kleinem Raum in dieser malerischen Altstadt, wenn ich da an unser Bischofszell denke gibt es bei uns im Verhältnis dazu einfach nichts, obwohl wir ja auch ein sehenswertes Städtchen haben. 


IMG_20200909_111216jpg
Dazu noch eine Burg mittendrin welche über dem Ganzen thront, herrlich.

IMG_20200909_144507jpg


20200909_113428jpg


In früheren Jahren muss das Städtchen auch schon öfters überschwemmt worden sein, diverse Markierungen zeugen davon dass das Wasser auch schon mal bis 1.5m in den Gassen stand.
Wir gönnten uns beim Italiener einen leckeren Salat und feine Pizza, natürlich zusammen eine, dazu ein Gläschen Wein und als Abschluss einen Espresso, dann machten wir uns mit den eingekauften Leckereien auf den Weg zum Camping. https://www.azur-camping.de/de/campingplaetze/wertheim

Dieser Campingplatz ist toll, für uns Wohnmobilisten gäbe es auch die Möglichkeit in der Nähe der Altstadt stehenzubleiben, allerdings dort halt ohne sanitarische Einrichtungen. Für einen Kurzbesuch der Stadt okay, aber für länger nicht so geeignet.

IMG_20200910_130916jpg
Am Abend konnte ich noch einen Specht beobachten welcher sich eine luxuriöse Wohnung gönnte, beim unteren Loch rein und dann oben wieder rausschauen...


IMG_20200910_131037jpg
Oder auch beim unteren


Donnerstag 10. September war ja wieder mal mein Geburtstag, mein neunundfünfzigster. Wie ich an diesem Tag gequält wurde konnten einige vielleicht schon sehen. Für alle anderen :


20200910_120911jpg


2 Taschen, Rucksack und noch der Beutel für Geld, Gold und andere Sachen, man hats nicht leicht im Leben. Und dann noch Migros Taschen nach dem Einkauf bei Lidl in Deutschland, nur gut sind die Ferien bald vorüber.
Spass beiseite, am Freitag fuhren wir ja auf direktem Weg heim und darum musste noch fürs Wochenende eingekauft werden weil es Martina stinkt, kaum zuhause schon wieder ans Einkaufen zu denken. Wir haben im Womo ja einen schön grossen Kühlschrank  und auch ein grosses Eisfach, so haben wir wenn wir zuhause sind schon alles dabei und müssen nur noch ausräumen und putzen.
Doch noch sind wir ja nicht zuhause, mein Geburtstag wurde entspannt genossen. Faulenzen und dazwischen was essen, mittags Wurstsalat und abends im Restaurant auf dem Campingplatz. Dort gibt es keine Gourmetmenues, 4 Gerichte mit Fleisch und 4 Gerichte mit Fisch das wars. Einfaches ehrliches Essen ohne Schnickschnack, gut gekocht, reichlich und lecker zu einem guten Preis. Dazu ein Glas einheimischen Wein und keinen Geburtstagskuchen. Ich feiere meine Geburtstage am Liebsten so, ich brauche dazu keine Party und viel Tamtam.


Am Freitag fuhren wir auf direktem Weg Richtung Süden, vorbei an Stuttgart und Böblingen. Martina hatte nur ein bisschen Heimweh nach ihrer alten Heimat Schönaich. https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6naich

Schliesslich verbrachte sie ihre Kindheit bis zum achten Lebensjahr dort und wir waren früher an Weihnachten oder Ostern auch wieder dort um die Grosseltern und sonstigen Verwandten zu besuchen. Ist aber schon eine Weile her und die Grosseltern sind schon lange verstorben.

In Konstanz über den Zoll nach Kreuzlingen und weiter nach Bischofszell, unsere Rundreise hatte nach gut 2000 unfall- und pannenfreien Kilometern wieder ein schönes Ende gefunden, zurück bleiben viele schöne Erinnerungen, Eindrückliches und vorallem dies :


IMG_20200904_135126jpg
Wir hoffen dass diese Scheissdinger wieder aus unserem Alltag verschwinden, der Nutzen ist sowieso fragwürdig wenn nicht regelmässig gewechselt wird.
In diesem Sinne auf ein entspannteres Ferienmachen im 2021, wohin die Reise geht steht momentan noch im Coronahimmel oder so,
Also, bis nächstes Jahr und bleibt gesund,
Hans und Martina


Ferien trotz Corona? Geht auch

Hallo zusammen,

In meinem letzten Beitrag habe ich geschrieben dass es uns im Frühling nach Südfrankreich zieht. Wie ihr vielleicht auch schon gehört habt, hinderte uns ein Virus daran die Schweiz zu verlassen.

Was macht man nun wenn man Ferien hat und alles geschlossen ist? Nix Camping, nix auswärts fein Essen, alle Bergbahnen zu?

Wohnmobil aus der Garage, Fahrräder drauf und los gehts. Radfahren und wandern in der Schweiz, schlafen auf dem Bauernhof zwischen Schafen , Pferden, Kühen und Hühnern. Es geht also doch.

Ich habe mir einen Fahrplan zurechtgelegt wohin es gehen sollte, angefragt bei Bauernhöfen und Privaten.

Als der Plan stand, bekam ich ein paar Tage später bereits die erste Absage. An einem Ort im Wallis erschien die Polizei auf Intervention eines lieben Nachbarn auf dem Hof und vertrieb den einzigen Camperbus auf dem Hof und die Betreiberin hatte eine Anklage am Hals. EIN Wohnmobil auf dem Platz sei während Corona gesetzlich nicht erlaubt, die Gästezimmer durften jedoch vermietet werden. Das soll mal einer verstehen.

Ich habe während dieser Zeit einiges nicht verstanden und verstehe auch die jetzigen Massnahmen nur zum Teil.

Also weiter zum schöneren Teil. So wurde halt die Planung wieder umgekrempelt und zuguterletzt haben wir zwei Möglichkeiten gefunden um trotzdem mit dem Womo auswärts zu übernachten. 

IMG_20200503_160212jpg
Irgendwo im Nirgendwo, Zentralschweiz auf einem Bauernhof mit Blick ins Tal. Corona und so sind hier weit weg, man hat mal davon gehört und muss nun mit den aufgezwungenen Massnahmen leben. Das heisst für unseren Gastgeber dass er seine  selbstgemachten Produkte nicht mehr auf dem Markt verkaufen kann uns somit eine wichtige Einnahmequelle fehlt.
Wir waren 4 Tage auf diesem Hof, von Sonntag 02. Mai 2020 bis Donnerstag 06. Mai 2020.
Wir hatten alles, Toilette und Dusche, schönes Wetter und auch Regen. Das Essen wurde selber gekocht oder unterwegs gekauft.
Wir hatten ja die Fahrräder dabei und bei Regen konnte man ja wandern oder einfach mal nix tun.
Unser Standort war auf rund 850 müM, runter ins Tal und zurück in die Zivilisation war mit dem Radl kein Problem nur retour stiessen sogar unsere E-Bikes an die Grenzen denn das letzte Stück bis zum Hof war über 20% steil.


IMG_20200504_170003jpg
Warum schaut Martina so böse? Waren vielleicht die Ziegen zu aufdringlich? Nein kein bisschen, wir lebten wirklich zwischen Hühnern, Ziegen, Schafen und Kühen und keiner störte sich am anderen.
Am Dienstag regnete es mehr oder weniger den ganzen Tag und so war mal ausruhen angesagt, gottseidank, mein geschundenes Hinterteil wurde so geschont. Am Vortag waren wir auf grosser Radtour und ich muss mir vielleicht mal über einen bequemeren Sattel Gedanken machen. Schaut aber schon blöd aus, ein Mountainbike mit gepolstertem Sattel. Völlig uncool und was für Weicheier. Also weiter mit dem harten und schmalen Sattel und immer schön leiden....
Am Mittwoch wurde das Wetter besser und wir begaben uns auf grosse Wanderung. In ziemlicher Entfernung gab es ein Ausflugsziel mit Restaurant, allerdings geschlossen wegen Corona. Der Wirt hatte aber einen Automaten aufgestellt damit man wenigstens nicht auch noch verdursten musste.
IMG_20200503_165726jpg

So liefen wir los, im Nebel und leichtem nieseln, durch Wälder und über Wiesen immer hinauf, vielleicht kommt dann ja noch die Sonne. Doch diese hatte erst am späteren Nachmittag Lust zu erscheinen, bis dann waren wir wieder zurück. Der Weg bis ganz hinauf erschien uns dann doch zu lang und Getränke hatten wir ja auch dabei, zumal Martina mit ihren tollen Wanderschuhen aus der Landi schon lange nasse Füsse hatte. Ausser Tieren begegnete uns in diesen 3 Stunden wirklich niemand, kaum zu glauben in der kleinen Schweiz.

Am späteren Nachmittag konnten wir noch ein bisschen auf dem Hof helfen, der frische Sirup war abgefüllt und etikettiert worden und musste noch ins Lager, schliesslich bestand Hoffnung dass die Märkte mit Auflagen wieder durchgeführt werden konnten.

Während unserer Anwesenheit gab es auf dem Hof einen Todesfall und zwei Geburten: Ein Schaf musste zum Metzger und eine Kuh bekam überraschend Zwillinge, die Bäuerin wusste selbst nicht dass zwei unterwegs waren.

Es waren schöne Tage so abseits der täglichen Angstmacherei wegen diesem Virus, wir sahen mal wieder wie anstrengend so ein Bauernhof sein kann, Franz und seine Frau waren täglich rund 15 Stunden auf den Beinen aber zufrieden mit ihrem Leben abseits von Städten, Stress und Rummel.

Und wenn sie dann mal Ferien brauchen geht es für eine Woche ins Wallis, Ferienwohnung in den Bergen... 


20200507_120231jpg
Auf der Heimfahrt noch vorbei an Luzern und der Kappelbrücke, das Wetter war uns wieder wohlgesinnt.
Wir fuhren wieder nach Hause, das Wochenende wurde zuhause verbracht bevor wir dann am Montag 11.05.2020 zu unserem zweiten Kurzurlaub aufbrachen.
Diesmal gings auf einen Pferdehof im Grossraum Zürich, also ländliche Idylle in städtischer Umgebung.
Ich habe es bis hierher tunlichst vermieden um Namen oder Orte zu erwähnen, wir wissen bis heute nicht ob das erlaubt war weil anscheinend überall etwas anderes gegolten hat.

Auf jeden Fall waren an diesem Montag die ersten Restaurants wieder geöffnet, unser Nachmittagsspaziergang endete so :


IMG_20200511_170255jpg
Zu zweit an einem Vierertisch, der nächste Tisch mindestens 2 Meter entfernt und draussen Regen. Ja das Wetter war uns diesen Mai nicht allzu wohl gesinnt. Regen und auch noch Kälte Mitte Mai.
Die Fahrräder liessen wir gleich zuhause denn wir waren ja in der Region Zürich mit gut ausgebautem öffentlichen Verkehr.
Abends wurde wieder im Womo gekocht, mit draussen sitzen und so war nix. Es war auch nicht so angenehm direkt neben dem Pferdemist, dank schlechtem Wetter roch es nicht so stark und auch Fliegen waren keine vorhanden.
Apropos Fliegen; in der ersten Woche da auf dem Bauernhof in der Zentralschweiz wurden wir dank schönem Wetter  von Hunderten von Fliegen begrüsst, aus Freude flogen auch gleich die meisten rein in die Bude und Martina musste beim Kochen schauen dass keine ins Essen fällt.
Im Dorfladen wurde am nächsten Tag eine Fliegenklatsche erworben um dieser Invasion Einhalt zu gebieten.
Hier brauchten wir diese aber nicht weil ja regnerisch. Das Wetter brachte uns auf die Idee mit den öffentlchen Verkehrsmitteln mal Luzern zu besuchen wenn keine Asiaten da sind. Mit Bus und Bahn ohne Halbtax kostet es zwar ein halbes Vermögen aber lohnenswert denn es waren keine Asiaten dort und so entstanden Fotos  ohne viele Touristen.


20200512_113825jpg
Nur der hier stand da so rum und wartete sehnlichst auf ein paar Sonnenstrahlen.


IMG_20200512_113736jpg
Kapellbrücke menschenleer, keine Touris am Markt und Gartenbeizen mit viel Abstand zum Nachbarn. Irgendwie auch trist.
Nach unserem Bummel fuhren wir wieder zurück, ohne Maskenpflicht in Zug und Bus. Ihr glaubt es kaum aber wir haben es überlebt obwohl wir an einem Bahnhof einem Mitbürger mit Einschränkungen helfen mussten oder durften weil es sonst keiner tat. Dieser arme Hund war mit dem Zug unterwegs obwohl damals die älteren ja praktisch unter Hausarrest standen. Eine Frau brachte ihn am Bahnhof auf den Zug und wir übernahmen ihn dann, damit er auch am richtigen Ort aussteigt weil wir auch dort raus mussten. Kein Kontakt und 2 Meter Abstand mit einem Blinden? Vergiss es, schliesslich musste er am Zielort auch noch auf den Bus.
Martina begleitete ihn während ich schaute wo der Bus abfährt auf welchen er musste.
Leider war es nicht derselbe wie unserer und auch noch auf der anderen Seite des Bahnhofs.
Dort übergaben wir den Mann an ein paar Jugendliche welche auch auf diesen Bus mussten und begaben uns wieder auf die andere Seite des Bahnhofs wo unser Bus inzwischen schon weg war.
Zwischenzeitlich schien auch die Sonne wieder und wärmte uns während dem Warten auf den nächsten Bus.
Am Abend hatten wir in einem schicken Restaurant einen Tisch reserviert, für drei Personen. Manuel, unser Jüngster, kam noch auf einen Sprung vorbei weil er ja in der Nähe wohnt. Endlich wieder mal auswärts essen und die geplagten Gastronomen unterstützen.
Unser Nachtlager auf dem Pferdehof war auch nicht mehr menschenleer weil die Mädchen unterdessen auch wieder zur Reitstunde durften.
So gingen unsere Coronaferien mit dem Womo auch bald wieder  zu Ende.

Fazit :  Es ging doch, aber.....


Seit dieses Virus aufgetaucht ist verfallen wir in Massenhysterie, alles wird verboten, überall gibt es Einschränkungen, die Wirtschaft leidet doch ich verhalte mich seit dem ersten Tag nicht anders als vorher und keiner den ich kenne hat das Virus jemals gehabt oder ist sogar schwerwiegend erkrankt.
Ich habe immer gearbeitet und hatte viele Kontakte mit Chauffeuren und Mitarbeitern aus allen Herren Ländern, bis am 31.07.2020 nie eine Maske getragen und bin gesund.
Deshalb : Auf in die nächsten Ferien.
In Kürze gehts in den Spreewald und nach Berlin sowie auf dem Heimweg über das Steinhuder Meer und Kitzingen wieder nach Hause.
Wir freuen uns trotz Einschränkungen auf die bevorstehenden zwei Wochen.
Bis bald



IMG_20200503_133033jpg
Haenschen war mal wieder mit dem Flieger weg, Ferien ohne Womo

Hallo zusammen,
Wie kommt es dass unser Wohnmobil in der Garage steht und wir trotzdem in die Ferien fahren? Es war ein Wunsch von Martina mal wieder mit dem Flieger zu verreisen. Unsere Ferien für 2020  beginnen mit einer Woche im Februar und dann noch jeweils 2 Wochen im Frühling und Herbst.
Nun, Skiferien sind bei uns passé, also wohin im Februar wenn man ein bisschen Wärme geniessen und nicht 10 Stunden im Flugzeug sitzen will?

IMG_20200209_163858jpg

Hierhin, La Palma die jüngste der Kanareninseln. Erst ein paar Millionen Jahre alt





Kanarische Inseln, angenehmes Klima das ganze Jahr und nur 4 Flugstunden entfernt noch in Europa. Also keine Visas und all der Kram, ID reicht.
Vor der Wohnmobilzeit waren wir schon ein paarmal da, Gran Canaria, Teneriffa und Lanzarote waren damals unsere Ziele. Diesmal wollten wir es eine Nummer kleiner und nicht so touristisch wie früher. La Palma als jüngste der Kanareninseln mit der Grösse des Kanton Thurgau passte da ganz gut. Edelweiss fliegt wöchentlich am Sonntag hin und wieder zurück, wenn nicht gerade ein Sandsturm wütet. Bei Hotelplan buchten wir ein komplettes Arrangement mit Flug und All inklusive obwohl wir ja mit Mietwagen und zu Fuss die Insel erkunden wollten.
Unser Hotel, das La Palma&Teneguia Princess in Fuencaliente war etwas abgelegen so dass wir abends sowieso dort essen wollten und der Getränkekonsum mit Aperitiv und Absacker auch nicht unerheblich war. Deshalb lohnte sich das AI.

IMG_20200209_152512jpg
Eine schöne und gepflegte Anlage erwartete uns.


IMG_20200209_152433jpg
Doch Halt, ich habe ja noch gar nichts zur Reise geschrieben. Sonntagmorgen 08.00 Uhr waren wir pünktlich am Check-In, 90 Minuten vor Abflug. Dort stellten sich mir schon die ersten Fragen; zum Beispiel wieso man am Automaten einchecken muss, wenn man nachher trotzdem am Schalter anstehen darf um den Koffer abzugeben....
Nun gut, noch ein Tässchen Kaffee und dann durch die Zollkontrolle zum Gate. An der Zollkontrolle wartete schon Erika, auch eine Bischofszellerin, um uns zu verabschieden. Ich habe bis dahin nicht gewusst dass sie schon rund 20 Jahre beim Zoll am Flughafen arbeitet.
Nachdem das Boarding geöffnet war die nächste Frage: Alle wollten natürlich wieder zuerst im Flieger sitzen, die vordersten Reihen natürlich auch ganz vorne, so dass alle warten mussten bis Herr und Frau Schweizer, ich nenn sie jetzt halt so, ihr Handgepäck verstaut hatten und sich endlich bequemten hinzusitzen. Wieso füllt man den Flieger nicht von hinten nach vorne?
Das hatte zur Folge dass sich der Abflug in Zürich wie üblich verspätete, dank Rückenwind landeten wir aber doch früher als geplant auf dem Flughafen von La Palma.
Sofort setzte wieder das Herdenverhalten von uns Menschen ein, kaum steht der Flieger stehen alle auf und wollen raus obwohl die Türen noch geschlossen sind. Wir hatten Reihe 34 also kann man noch mindestens 10 - 15 Minuten sitzenbleiben bis sich der Flieger vorne geleert hat, denn das Warten geht nämlich am Gepäckband weiter, dort stehen die Massen wieder ganz am Anfang des Bandes weil sie ja den Koffer zuerst in Empfang nehmen wollen. Ich amüsiere mich jedesmal köstlich...


IMG_20200212_155121jpg
Ein kleiner Flughafen direkt am Meer, nur eine Start- und Landebahn aber mit halbstündigen Verbindungen nach Teneriffa.

Wir hatten über https://www.mietwagen-check.de/ ein Fahrzeug reserviert damit wir flexibel sind und alles ein bisschen anschauen konnten. Wir wollten auch noch ein Schweizer Auswanderer Paar besuchen, doch dazu später.
Ich hatte schon im Dezember ein Fahrzeug gebucht und bezahlt, kurz vor den Ferien merkte ich dass es in der Zwischenzeit billiger wurde. Also stornierte ich und buchte neu, so konnte ich 40 Franken sparen welche ich am Flughafen für ein Upgrade der Wagenkategorie wieder ausgeben konnte....(Die gewünschte Kategorie war leider nicht mehr verfügbar)


IMG_20200209_152415jpg
Ein noch sauberer VW Tiguan Diesel in Vertreterweiss mit rund 8500 Km und allem erdenklichen Schnickschnack stand uns für diese Woche zur Verfügung.


IMG_20200209_152625jpg
Bei einem kühlen Bier genossen wir den ersten Ausblick von der Hotelterrasse Richtung Westen auf den Atlantischen Ozean. Es war angenehm warm, so rund 22 Grad und ein leichtes Lüftchen. Nach dem Hotelrundgang und Koffern auspacken war es schon Zeit für Apero und Nachtessen in Buffetform. Ausser den üblichen Speisen gab es jeden Abend ein anderes Thema.



IMG_20200209_164133jpg
Dunkles Vulkangestein und tiefblaues Wasser


Am nächsten Morgen wieder ans Buffet und dann auf Erkundungstour, am südlichsten Punkt nicht weit entfernt waren die Meersalzsalinen von Fuencaliente https://la-palma-aktuell.de/cc/salina.shtml

Dieser Link erklärt das Wichtigste, selbstverständlich haben wir dieses Salz auch gekauft und mitgenommen.



20200210_121119jpg


Die Fahrt dorthin war auch speziell, zuerst vom Hotel rauf in den nächsten Ort und dann hinten wieder runter eine rund halbe Stunde. Retour merkten wir dass es einen direkten Weg  durch die unzähligen Bananenplantagen gab, Fahrzeit 10 Minuten bis zum Hotel...
Ich muss da mal mit meinem Navi reden. Vielleicht liegts ja an der Einstellung fürs Womo...
Auf jeden Fall speziell sind die Strassen auf La Palma, einerseits toll ausgebaut und manchmal schmal und kurvig.
Wir hatten noch nicht genug gesehen also fuhren wir weiter nach Tazacorte. Es sind ja nur rund 20 Kilometer also rund 20 Minuten. Doch falsch gedacht, das Navi meinte rund 45 Minuten und es hatte recht bis auf den Umstand dass der Ausbau der Strasse noch lange nicht beendet ist. 


IMG_20200210_123337jpg
Ein schmuckes Städtchen, farbenfroh und umgeben von 300 m hohen Felsen. Der Fluss welcher aus den Bergen kommt ist seit Monaten trocken. Es hat diesen Winter viel zu wenig geregnet, für uns Touristen toll aber die Vegetation auf La Palma braucht diesen Regen dringend denn noch ist es nicht Sommer und dann regnet es sowieso nicht.

IMG_20200210_135643jpg
Bei einer Pizza an der Strandpromenade bemerkten wir dass es deutsche Auswanderer und Künstler hierhin gezogen hat. Manche sind über den Winter, andere das ganze Jahr über hier.

Noch ein kurzer Abstecher zum Hafen, von dort fahren täglich Schiffe zur Wal- und Delfinbeobachtung raus.

IMG_20200210_185519jpg
Sonnenuntergang beim Apero vor dem Nachtessen, ein schöner Tag geht zu Ende.
Am nächsten Morgen waren wir wieder voller Tatendrang, es gab ja noch vieles zu entdecken.

In der Nähe zu unserem Hotel gab es schliesslich einen Vulkan und in dessen Nähe noch einen welcher erst 1971 den letzten Ausbruch hatte. Dieser zerstörte beinahe die Salinen von Fuencaliente.

IMG_20200211_105610jpg
Dieser Link erklärt euch die ganze Geschichte,

https://de.wikipedia.org/wiki/San_Antonio_(Vulkan)

Wir genossen den Ausblick und gönnten uns noch den Film im Besucherzentrum. Es zeigte uns wieder einmal wie dünn die Schale unserer Weltkugel eigentlich ist und was unter uns brodelt.



Dort unten sieht man unsere Hotelanlage, relaxen am Nachmittag war angesagt.


IMG_20200211_104311jpg


Blick nach Süden, vorbei an El Hierro und Afrika hat es nur noch Wasser bis zur Antarktis.....


20200211_115539jpg


Der Mittwoch begann wieder mit dem üblichen Kampf am Buffet und dem damit verbundenen Glück mit den Automaten. Butter gibt es direkt portioniert ab Automat, wenn er dann funktioniert, was in dieser Woche mehrmals nicht immer der Fall war. Dasselbe übrigens mit dem Nutella oder den Konfitürenspendern. Eine Angestellte betreute morgens nur diese Wunderwerke der Technik.
Apropos Essen, es war erst Mittwoch aber mir war dieses Hotelessen schon bald wieder zuwider. Permanent hat man das Gefühl essen zu müssen weil es ja bezahlt ist. Das Essen unterwegs mit dem Womo ist für mich viel angenehmer, mal im Restaurant, mal selber gekocht, je nach Lust und Laune und zu der Zeit wann man will.


IMG_20200212_123042jpg

Primitiver Urwald auf La Palma

Der Lorbeerwald Los Tilos ist eine wahre Explosion der Biologischen Vielfalt und des satten Grüns, die den Besucher auf den ersten Blick in Beschlag nimmt. Ein ruhiger und friedvoller Urwald, der von Moosen, Stille und Geruch nach frischem Laub bestimmt wird. Der Tilo (oder Tile, wie er offiziell genannt wird) ist einer der wenigen Ableger weltweit des Lorbeerwaldes, eines primitiven und üppigen Waldes mit breitblättrigen Bäumen, der schon vor Millionen von Jahren den Planeten besiedelte. Aufgrund seiner Einzigartigkeit wurde Los Tilos im Jahre 2002 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklährt. Heute ist die gesamte Insel La Palma als Biosphärenreservat anerkannt und geschützt.

Route im Lorbeerwald Los Tilos

Der wohl bekannteste Lorbeerwald La Palmas liegt im Nordosten der Insel, 24 Autokilometer von der Hauptstadt Santa Cruz und nur vier Kilometer von der Ortschaft Los Sauces entfernt. Die Strasse endet in der Nähe des Besucherzentrums Los Tiles, wo thematisierte Informationsräume, Videoprojektionen und eine Cafeteria untergebracht sind. Um den Wald zu erkunden, empfehlen sich zwei ausgezeichnete Wanderrouten, die leicht alleine zurückzulegen sind: eine 2,5km lange Strecke, die das Innere des Waldes durchläuft und eine zweite, die auf etwa 1000 Höhenmeter aufsteigt, um dort zu den erfrischenden Quellen von Marcos y Cordero zu gelangen.


Leider war der Weg zu den Wasserfällen gesperrt, also begnügten wir uns mit dem Wandern im Wald, ausser plätschern und Vogelgezwitscher absolute Stille. Sehr erholsam.


20200212_135237jpg


Martina hatte sich etwas mehr vorgestellt, mir gefiel dieser Ausflug sehr gut. Wir mussten mit dem Auto die halbe Insel umrunden und haben so auf dem Weg vorbei an der Hauptstadt viele Eindrücke gesammelt. Von der trockenen Westseite rüber zur grünen Ostseite an welcher sich die Wolken ausregnen wenn es dann mal regnen sollte.
Nach diesem Ausflug in den Wald sollte am Nachmittag noch ein Bummel in der Hauptstadt folgen.



IMG_20200212_150745jpg



20200212_152012jpg



IMG_20200212_151940jpg


Häuser mit den typischen aufgesetzten Balkonen und ein paar hundert Meter weiter Hochhäuser und emsiges Treiben und viel Verkehr. Städtische Verhältnisse eben. Am Hafen war auch nix los, keine grossen Kreuzfahrtschiffe da.

Wir machten uns auf zum Apero im Hotel, schliesslich mussten wir noch rund 60 km fahren und das ist auf dieser Insel kein Katzensprung.


IMG_20200212_151033jpg


Donnerstag = Tag zum Relaxen, schliesslich sind wir in den Ferien und nicht auf der Flucht.
Tat auch mal gut, aber ein Tag reicht.


Am Freitag wollten wir rauf auf den Roque de los Muchachos und auf dem Rückweg noch die Auswanderer besuchen.
Vom Hotel über Tazacorte nach Puntagorda, dort wohnen die Auswanderer, und dann rauf zum Roque und wieder zurück nach Puntagorda. Kilometermässig nicht so weit, schliesslich ist die Insel nicht grösser als der Thurgau. Aber kurvig; vom Hotel rauf auf 500m dann wieder runter auf null um dann bei Tazacorte wieder rauf auf 500m und weiter Richtung Roque auf 2300 müM.



routePNG


Dieser zittrige Strich sind die letzten 24 Kilometer der Fahrt, Stilfserjoch ist da Kindergeburtstag und ich weiss wovon ich rede, schliesslich hat mich meine Super Tenere auch mal aufs Stilfserjoch gebracht.
Seit La Palma sagt Martina nie wieder etwas über den Stoss zwischen Altstätten und Gais.

Kurve an Kurve durch blühende Mandelbäume, Rebberge auf 1500 müM, Bäume welche beim letzten Waldbrand verkohlt wurden und sich wieder erholten, immer weiter hinauf bis zum Observatorium auf 2200 müM.


IMG_20200214_125020jpg



IMG_20200214_125026jpg
Hier oben stehen einige von diesen Sternbeobachtungsanlagen und auch ganz eigentümliche zur Erforschung von Gammastrahlen. Kann man alles nachlesen :
https://de.wikipedia.org/wiki/Roque-de-los-Muchachos-Observatorium


Auf dieser Höhe hatte es immer noch 14 Grad, ein Jäckchen war aber angebracht. Hier oben sollte man mal Nachts sein, Sterne gucken.
Wir mussten jedoch wieder zurück, kein Restaurant lud zum Verweilen ein und das Frühstück war schon verdaut. Also zurück in die Zivilisation zu einer Suppe mit Brot.

kopiejpg
Gemütliches Restaurant mit Produkten aus der Region, Federvieh und Pelziges und eben Suppe.
Nach dieser Stärkung machten wir uns auf den Weg zu Brigitte und Bruno welche seit 7 Jahren in Puntagorda leben. Ein selbst geplantes Haus mit 8000 qm Umschwung auf 600 müM. mit Blick auf den Atlantik. Der Strand ist in 15 Min. erreicht, ein idealer Ort zum Entschleunigen. Doch nur Dolce far Niente ist nicht, die Früchte und Gemüse müssen auch bewirtschaftet werden, das einzige das selber wächst ist das Unkraut.
Kein eigenes Wasser im Dorf, keine Kanalisation, und die Trockenheit des letzten Winters machen es nicht einfach aber man hilft sich hier gegenseitig. Ich gebe dir Früchte und helfe beim Kartoffelanbau, dafür bekomme ich das ganze Jahr Kartoffeln frei Haus.
Es gibt also Auswanderer und Auswanderer, die einen machen von hier aus Business in der Heimat in kurzen Hosen und Hemd aus der Gartenbeiz und die anderen, also Brigitte und Bruno, leben im Dorf und leben dort wie die Einheimischen, begeben sich auch dorthin und helfen wo sie können. Es war ein schöner, interressanter Nachmittag inmitten von Zitronen, Orangen, Papayas, Avocados, Nespole, Mandeln und Erdbeeren, manche, wie die Orangen gedeihen je nach Sorte das ganze Jahr.
Ich danke Brigitte, dass sie uns einfach so empfangen hat obwohl wir uns vorher noch nicht gekannt hatten. Meine Eltern kennen die Mutter und den Vater von Brigitte und so haben sie davon erfahren dass die dort leben und wir dorthin fahren.
Als wir uns dann trafen stellte sich heraus dass Brigitte in Gossau keine 300m von uns entfernt gewohnt hat und sie anscheinend Martina schon mal gesehen hat. Bevor wir uns verabschiedeten erschien dann auch noch Bruno, Freitagnachmittag ist immer Treff im Dorf.
Wer mal Interresse hat, in Puntagorda kann man auch Wohnungen mieten, Brigitte betreut eine Anlage als Nebenbeschäftigung.
Noch eine Randbemerkung;  wenn du in Puntagorda ein Feuer machen willst um deine Gartenabfälle zu verbrennen musst du das vorher der Feuerwehr melden damit diese nicht die Helis losschicken wenn es irgendwo raucht. Das letzte mal glaubte man dem Anrufer aber nicht und so endete das mit 2 Jahren Knast für den Verursacher und 3 Tagen Waldbrand.

Waldbrand ist auf dieser Seite der Insel ein permanentes Thema, weil immer irgend ein Wind geht und alles knochentrocken ist. Die Waldböden sind bedeckt mit Fichtennadeln, schön anzuschauen aber brandgefährlich.


IMG_20200214_114730jpg


Japanische Wollmispel, in Italien Nespole und auf den Kanaren Nispero. Wir haben aus dem Kern einer Frucht einen Baum gezogen, momentan gedeiht er ganz gut, aber mit Früchten ist erst so in 5 Jahren zu rechnen.


Unser Besuch dauerte etwas länger als geplant, wir verpassten beinahe das Abendessen weil der Heimweg ja wieder über hunderte Kurven rauf und runter führte.


20200210_164759jpg


Diese Pflanze, eine Agave sieht man auf La Palma öfter, sie wächst so 6 - 7 Jahre, am Schluss bildet sie so einen Rüssel und stirbt.

https://la-palma-aktuell.de/cc/flora/agave.shtml


So, nun ist es schon Samstag, der letzte Tag vor der Heimreise. Nochmal zu den Salinen, diesmal ohne Umweg, um noch einen Wein zu kaufen den uns Brigitte empfohlen hatte. Einen Weisswein den es nicht überall zu kaufen gibt und welcher herrvorragend sein soll.
Von den Rotweinen hat sie uns geraten erst in ein paar Jahren zu probieren, diese sollen noch ziemlich herb sein, so wie ein Rioja vor 20 Jahren.
Genau diesen Weisswein haben wir dort nicht gefunden, aber einen anderen welcher in der Zwischenzeit schon verköstigt wurde und auch sehr gut war.
Anschliessend noch an eine Badebucht um dem Rauschen der Brandung und dem Spiel der Wellen zuzusehen und zu hören wie nach jeder Welle die schwarzen Steine wieder zurückrollen.


IMG_20200215_123633jpg



20200215_134626jpg

Es war schön hier auf La Palma, Wanderwege ohne Ende, wenig Verkehr und eine imposante Natur welche zum Verweilen einlädt.
Leider hat alles mal ein Ende, Sonntags nach dem Frühstück und der Packerei zurück zum Flughafen um den Mietwagen abzugeben und einzuchecken.


20200216_111851jpg
Auf dem Weg dahin war zum ersten Mal diese Woche im Osten Teneriffa zu sehen, bisher war es zu diesig.
An der Tanke in der Hauptstadt direkt neben dem Hafen war auch noch ein Kreuzfahrtschiff vor Anker und unser Flieger war auch bald bereit.

20200216_115817jpg



IMG_20200216_131141jpg


Auf dem ruhigen Rückflug noch die französischen Alpen beim Eindunkeln fotografiert und dann eine butterweiche Landung in Zürich...


IMG_20200216_171759jpg


Nun ja, das mit der Landung stimmt so nicht ganz, über dem Stadlerberg, kurz vor der Landung erwischten wir eine Windscherung was den Flieger durchschüttelte und absacken liess. Dies wiederum führte zu einem Durchstartmanöver der Piloten und einem kleinen Unwohlsein meiner Sitznachbarin. Ich selber hatte dies bis dahin auch noch nicht erlebt, aber einmal ist ja das erste Mal. Beim zweiten Versuch klappte dann der Anflug auf Piste 14 und Martina fiel ein kleiner Stein vom Herzen.
Aber etwas Gutes hatte diese Geschichte, Martina will nur noch mit dem Womo verreisen!!!!


In diesem Sinne, bis zu meinem nächsten Reisebericht. Im Frühling soll es nach Südfrankreich gehen.


Bis bald


Bayern - Tschechien - Oesterreich Herbst 2019

Auf ein Neues im Herbst 2019


Ende August bis Mitte September sollte die Reise über München nach Tschechien und weiter über Oesterreich wieder nach Hause führen.
Am Samstag 31.08.2019 fuhren wir bei Zeiten los, München Camping Nord-West als erstes Ziel.
https://campingplatz-nord-west.de/
Ich konnte auf diesem Platz kurzfristig noch anfragen, nachdem ich erfahren hatte dass seit diesem Jahr hinter der Allianz Arena für Wohnmobile an Spieltagen keine Plätze mehr zur Verfügung stehen. Früher war es so, dass dort mit einem Eintrittsticket an den Spieltagen für 15 Euro übernachtet werden konnte. Schade dass man das nicht mehr kann.
So war es dann halt so dass wir eine Alternative suchen mussten und mit dem Camping Nord-West eine gute Lösung fanden.

IMG_20190831_160805jpg

Mit dem Bus, welcher direkt vor dem Camping losfuhr, in die Stadt und weiter mit der U-Bahn zur Allianz Arena. Als Mitglied des FC Bayern München komme ich über den Zweitmarkt immer mal wieder zu Tickets und so konnten wir bei schönstem Wetter einen 6 : 1 Sieg gegen Mainz 05 feiern. Das ist mal ein Start in die Ferien.

IMG_20190831_160923jpg
Weil das Wetter so schön war und erst für Montag Regen angesagt war blieben wir spontan eine Nacht länger in München um dann erst am Montag weiter Richtung Tschechien zu fahren.
Stadtbummel am Sonntag hat immer den Vorteil dass die Geschäfte geschlossen sind und dann das "Lädälä" zur Schaufensterbesichtigung verkommt und das ist gut fürs Budget.(Grins)

IMG_20190901_111645jpg
Vom Marienplatz zum Olympiapark und rauf auf dem Turm. Dort hat man einen wunderbaren Ueberblick über ganz München bis hin zu den Bergen im Süden.

IMG_20190901_125558jpg



IMG_20190901_142515jpg
Am Abend noch ein feines Nachtessen draussen auf dem Campingplatz und dann ab ins Körbchen.
Am nächsten Tag, Montag 02.09.2019 fuhren wir dann weiter, nach unserer Verlängerung in München halt ohne Zwischenhalt nach Tschechien, Cesky Krumlov als Ziel.
Das Wetter war wirklich regnerisch und trüb aber wir waren ja drin und nach einer nicht allzu langen Autobahnfahrt auch interessant, weil wir über Landstrassen Richtung Tschechien fuhren.
Kurz vor der Grenze in Freyung wurden noch Lebensmittel eingekauft damit wir uns allenfalls selbst versorgen konnten, schliesslich sollte unsere Reise etwas abseits auf einem Camping stoppen.


20190902_165539jpg
Hierhin hat es uns verschlagen, in der Nähe von Cesky Krumlov und doch in der Pampa an der schönen Moldau.

IMG_20190902_185544jpg
Natur pur und praktisch keine Touristen, in der Stadt sah das ein bisschen anders aus. Wen es interressiert : https://www.camping-paradijs.eu/
Immer mal wieder zogen hier Kanufahrer vorbei, die Moldau ist bekannt dafür. Uns interressierte mehr der naheliegende Wald und dann natürlich das Städtchen. Der Wald deshalb weil wir auf dem Weg hierhin schon gesehen haben dass es hier viele Pilze geben muss weil am Strassenrand welche verkauft wurden.

IMG_20190904_161724jpgIMG_20190904_164218jpg
Und tatsächlich, Steinpilze und Schwammerl welche wir gerne geniessen, und noch viele andere Sorten waren vorhanden. Wir liessen sie aber alle stehen, mengenmässig würde es nicht für eine üppige Mahlzeit reichen und wir hatten ja bereits vorgesorgt.
Am nächsten Morgen und auch wieder besserem Wetter gings zur Stadtbesichtigung nach Cesky Krumlov,oder auch Krummau auf deutsch. Aber wie kommen wir dahin? Fahrrad ist schlecht weil du dieses dann den ganzen Tag rumschieben musst oder du schliesst es irgendwo ab, in der Hoffnung dass es dann am Abend noch da ist. Bekannte von uns haben auch mal diese Variante gewählt, allerdings in Spanien, um dann die restlichen Ferien ohne ihre beiden Flyer E-Bikes zu verbringen.
Es gab da noch zwei andere Varianten, Bus oder Taxi. Die Bushaltestelle ist 1.5 km entfernt und es fährt auch nicht alle 15 Minuten einer. Nämlich einer um 10 Uhr und der andere um 12 Uhr....
Also mal mit dem Taxi rein und dann weiterschauen, heim gehts immer irgendwie. Nach ungefähr dem vierten Anruf hat mich dann einer verstanden, dass ich vom Camping in die Stadt will, und rund 20 Minuten später stand er dann auch tatsächlich da.
Für 15 Euro fuhr er uns mitten ins Zentrum dieses Städtchens welches als Kulturdenkmal zum UNESCO Welterbe zählt. Alles nachzulesen in verschiedenen Foren, ua. Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/%C4%8Cesk%C3%BD_Krumlov


IMG_20190903_111114jpg
Dieses Bild gibt es im Netz vermutlich zu tausenden, die Brücke zwischen dem Schloss und Kloster. Wir waren beeindruckt von dieser geschichtsträchtigen Stadt, sauber herausgeputzt und täglich von tausenden Touristen, hauptsächlich aus dem asiatischen Raum, besucht.


IMG_20190903_121830_BURST001_COVERjpg




20190903_135635jpg
Das Wetter und die Temperaturen passten, die Zeit verging wie im Fluge. Unten an der Moldau fanden wir auch ein gemütliches Restaurant zu essen. Die Preise waren allerdings ziemlich happig. Unsere Campingplatzbetreiberin erklärte uns, dass es für Einheimische unbezahlbar ist.

IMG_20190903_120831jpg
Wir sind immer noch in Tschechien, Böhmen genau gesagt, sieht aber aus wie eine Gelateria irgendwo in Italien.
Wir hätten noch viele Bilder, es war auch gutes Fotowetter mit klarer Luft  und Restwolken des schlechten Wetters vom Vortag.

IMG_20190903_121819jpg
So, genug gesehen, machen wir uns wieder auf den Heimweg. Die Busstation war nicht allzu weit entfernt und sicherlich die günstigste Wahl. Also versuchten wir dort das Glück, nachmittags fuhren die Busse öfters um Schüler nachhause zu bringen. Unsere Buslinie führte am Camping vorbei bis Budweis, man muss dem Busfahrer einfach erklären dass man dort aussteigen will, weil es in diesen alten Kisten keine Knöpfe zum drücken gibt.
Ich weiss jetzt auch warum auch in Tschechien die Abfahrszeiten als ungefähr zu betrachten sind. An der ersten Haltestelle nach dem Busterminal warteten gefühlt 30 Schüler auf diesen Bus und alle mussten den Fahrpreis cash bezahlen. Nix mit Abos und Handytickets oder so. Das dauert halt eine Weile und schon ist der schönste Fahrplan nix mehr wert. Das mit der Haltestelle klappte auch ganz gut, wir mussten nur über die Brücke und dann irgendwie auf die Strasse Richtung Camping gelangen, auf dieser stark befahrenen Strasse ohne Fussgängerstreifen kein einfaches Unterfangen.
Nun waren es nochmals 1.5 km bis zum Camping, gut hatten wir als Souvenir nur zwei kleine Schnapsbecher gekauft.

IMG_20190903_164020jpg
Das schlaucht ganz schön, noch ein bisschen Ruhe vor dem anstrengenden Nachtessen, schliesslich wollten wir anderntags  mit den E-Bikes die Gegend unsicher machen.


IMG_20190903_175337jpg
Wie ich zu diesem Bike gekommen bin muss ich vielleicht auch noch kurz erklären. Ich hatte mal ein anderes welches unser Manuel eines Nachts in den Graben lenkte und dann nicht mehr zu reparieren war. Weil er dann mal ein Bike benötigte kaufte er kurzerhand eines und als er es nicht mehr brauchte wurde es zu einem Geschenk für Vati.


IMG_20190904_105624jpg
Am nächsten Tag immer schön der Moldau entlang bei schönstem Wetter und angenehmen Temperaturen. Beschilderte Radwege oder eine Radwanderkarte waren nicht vorhanden und so endete die Fahrt entlang der Moldau an einem steilen Waldweg, mehr Bachbett als Weg. Ich kämpfte mich bis zuoberst aber Martina war das zu steil und gefährlich so dass auch ich umkehren musste.
Uebers Land ist auch schön und wenn man die Hauptstrasse meiden kann auch nicht so stark befahren. Wir fanden dann ein Restaurant um das Mittagessen zu geniessen und machten uns anschliessend mit Google Maps Hilfe auf den Heimweg über Wälder ,Wiesen und Auen zurück zum Camping um den letzten Abend in Tschechien bei einem guten Glas Wein und "Hose abe"
zu geniessen.


IMG_20190905_133640jpg
Andern Tags fuhren wir südwärts, wir waren uns vorher nicht schlüssig welches die bessere Variante sei, Norden oder Süden, weil der Wetterbericht eine Kaltfront mit Regen ankündigte.
So landeten wir hier in Steyr, Oberösterreich, wieder an einem Fluss, der Enns.
http://campingamfluss.at/

Schöner Platz, nicht parzelliert aber schon ein bisschen in die Jahre gekommen. Er genügte uns vollkommen und war in Gehdistanz zu Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten sowie wunderbarer Startort für Radtouren entlang der Enns.

Am Abend zum Chinesen, https://www.steyr-xiyanyan.at/  bekömmlich und schnell serviert. Wir waren etwas überrascht dass man in Oesterreich in einem Speiserestaurant noch rauchen durfte. Doch zwischenzeitlich ist das auch vorüber.


IMG_20190905_133645jpg
Unser Camping gehört einem Kanusportverein, Trainingsgelände auf der Enns inklusive.
Das Wetter am nächsten Tag war ideal für eine Radtour, trocken aber leider nicht so warm.

IMG_20190906_124619jpg



IMG_20190906_111808jpg
Es war noch lustig, wir fuhren auf der einen Seite der Enns durch Oberösterreich bis nach Ernsthofen, dann über die Enns und auf der anderen Seite durch Niederösterreich wieder nach Steyr. Natürlich nicht ohne Halt, beim http://www.fischerwirt.cc/home/ kehrten wir auf einen Trunk ein. Ist vermutlich eine gute Adresse zum Essen denn nach und nach trafen am Mittag immer mehr Gäste ein. Wir wollten zuhause essen also fuhren wir weiter.

IMG_20190906_112401jpg
Die grösste Schwierigkeit an der ganzen Tour bestand darin, in Steyr den Weg zum Camping zu finden. Die ehemaligen Steyr-Puch Werke sind heute alle mit BMW angeschrieben, anscheinend werden dort jetzt die BMW Dieselmotoren hergestellt.
Wir haben dann doch einen Weg durch die Stadt zum Camping gefunden , sogar noch ein gebratenes Hendl zum Mittagessen wurde eingepackt.

Nach dieser Anstrengung Siesta und dann zum nahegelegenen Minigolf um den sportlichen Tag abzuschliessen....
Wir waren mit den Kindern ja öfters Minigolf spielen, beim Polizeisportverein Steyr auf der Minigolfanlage wurden wir wieder um eine Erfahrung reicher.
Und zwar geht es um die Bahn 7, bei den üblichen Anlagen ja diese mit einem golfähnlichen Abschlag und weit entfernt ein rundes Ding mit dem Loch in der Mitte. Nicht ganz einfach zu spielen, man sieht öfters abenteuerliche Sachen. Nur nicht in Steyr, dort dürfen NUR die "erfahrenen" Mitglieder diese Bahn spielen. Alle anderen müssen sich mit einer Ersatzbahn begnügen damit auch diese auf 18 Bahnen kommen. Aus anderer Sichtweise keine doofe Sache weil diese Bahn für sich und andere immer wieder Gefahren birgt. Wer schon öfters gespielt hat weiss was ich meine.

Unsere Resultate sind nebensächlich, ich schaffe es meistens mit so durchschnittlich 3 Schlägen pro Bahn und Martina wurde von einem älteren Herrn gefragt ob sie ihr Resultat in 2 Runden geschafft hat...

20190907_113708jpg
Anderntags noch ein bisschen Stadtbesichtigung von Steyr, mit dem Bus bis zum Marktplatz und dann gucken, lädelen und Mittagessen in der Stadt. http://www.jedermanns-steyr.at/?utm_source=tripadvisor&utm_medium=referral

In diesem Restaurant fanden wir drinnen ein schönes Plätzchen, zum draussen essen war es schon zu kalt. Spezielles Ambiente und ein gutes Essen.
Auf dem Markt fanden wir frische Pfifferlinge so dass wir am Abend bei Pilzen und einem guten Glas Wein die 3 Tage in Steyr ausklingen lassen konnten.

Nachhause auf den Camping gings wieder mit dem Bus ab Marktplatz zum Bahnhof und von dort weiter in die Nähe des Campingplatzes. An und für sich nichts besonders erzählenswertes wenn da nicht dieser Umweg wäre...Losgefahren ist der Bus nach Fahrplan, durch halb Steyr um nach ungefähr 15 Minuten Fahrt wieder am Marktplatz zu halten und erst danach zum Bahnhof zu fahren. Ich frage mich heute noch wer so eine Planung macht, vermutlich der Tourismusdirektor.

Am nächsten Tag sollte es weitergehen, weiter südlich nach Kärnten, Millstättersee genau genommen.


IMG_20190907_194450jpg

Wir wollten vor rund 2 Jahren schon mal dorthin, das Wetter zwang uns damals an die Adria auszuweichen. Dieses Mal sollte es nicht besser sein, wir hatten einen ziemlich feuchten und kalten Empfang in Kärnten. Auf gut Deutsch : Gewitter und Platzregen, nachmittags um 3 Uhr war es dunkel wie in der Nacht , auf der Strasse liefen Bäche und unser Fenster in der Küche tropfte rein. Das muss man wohl frisch abdichten.
Unser Ziel war der Burgstaller Camping : http://www.burgstaller.co.at/public_html/index.htm
Alleine schon die Website versprach einiges, und es sollte auch so sein. Allerdings mussten wir zuerst einen Platz finden welcher nicht unter Wasser stand und auch in einem Anlauf angefahren werden kann. Rangieren auf durchtränktem Gelände muss nicht sein. Also rein, stehenbleiben und abwarten bis das Gröbste vorbei ist.

Das Abendessen wurde im Platzrestaurant eingenommen und zur sportlichen Betätigung tuts auch eine Kegelbahn.


IMG_20190908_205727jpg

Wir haben das schon eine Weile nicht mehr gemacht, anderntags merkten wir das am Muskelkater im Hinterteil.

Das Wetter war uns auch wieder gut gesinnt und so erkundeten wir Döbriach auf der kleinen Dorfrunde.


IMG_20190909_111045jpg
Es ist schon Herbst und die stressigste Zeit in den Tourismusorten vorbei, ich mag es wenn nicht alles überlaufen ist, für Martina war es schon fast wieder zu ruhig. Doch das Wetter war gut, wir hatten Fahrräder und so stand an meinem Geburtstag einer Ausfahrt rund um den Millstätter See nichts im Wege.


IMG_20190910_113022jpg



20190910_122738jpg


War das ein schöner Tag, nur die Umrundung schafften wir nicht. In Millstatt gab es was zu Mittag und anschliessend luden wir die Fahrräder auf das Kursschiff und fuhren die restliche Strecke auf dem See. Der Muskelkater liess nicht mehr zu...
Spass beiseite, man soll machen auf was man Bock hat und so schlenderten wir abends zu Chinesen in der Nähe des Campingplatzes und liessen es uns gutgehen. Schliesslich wird man nur einmal 58.

IMG_20190910_133927jpg


Weil es so schön und warm war blieben wir spontan wieder einen Tag länger um die bewaldete Seite des Sees zu erwandern, resp. nach Schwammerl Ausschau zu halten. Schliesslich ist Kärnten bekannt dafür und das Wetter sollte einem wilden Wuchs dieser feinen Pilze auch gut getan haben. Siehe da, kaum im Wald leuchtete es gelb von den Hängen und wir hatten wieder einen feinen Znacht vor uns, nur der Weisswein war alle, aber es war ja nicht Sonntag.


IMG_20190911_140933jpg
Als wir dann am nächsten Tag weiter reisten war es immer noch schönes Herbstwetter welches zum Bleiben einlud, aber unsere Ferien dauern ja nicht ewig. Unsere Planung war schon ein wenig durcheinander gekommen, also gab es nur noch die Möglichkeit bis Kitzbühel zu fahren und dann am Freitag von Kitzbühel direkt nach Hause.


20190912_142338jpg
https://www.bruggerhof-camping.at/

Etwas ausserhalb von Kitzbühel fanden wir nach einer Fahrt von Kärnten durchs Tirol und den Felbertauern Tunnel ins Pinzgau und von dort über Pass Thurn wieder ins Tirol auf diesen Camping. Ideal gelegen mit Bushaltestelle welche uns nach dem Einrichten mit dem Bus direkt ins mondäne Kitzbühel brachte. Gotteseidank war es noch nicht Winter und das Städtchen überlaufen, auch die Gartenwirtschaften luden immer noch zum Verweilen ein.
Ich wollte jedoch Martina mal die Streif, diese legendäre Abfahrt, aus der Nähe zeigen.

20190912_162547jpg


Mit Dominik Paris rauf und mit Silvan Zurbriggen wieder runter für 25 Euro pro Person, wir hatten oben genau eine halbe Stunde Zeit um mit der letzten Bahn wieder runter zu kommen...



IMG_20190912_162027jpg



IMG_20190912_165432jpg
Aber es hat sich gelohnt, ich kannte ja das Rennen aus der Ski Challenge welche ich und Sandro öfters gespielt haben.
https://www.konbini.com/ch-de/swissmade/wer-erinnert-sich-noch-die-ski-challenge-es-gibt-sie-imfall-...


Als wir dann aber oben vor dem Starthaus standen und nach unten blickten fragten wir uns, welcher Wahnsinnige sich da runterstürzt und dann noch mit den Stöcken beschleunigt. Ich war in meiner Jugend auch nicht gerade mutlos, schliesslich habe ich mich ein paar Jahre als Skispringer versucht. Leider reichte es nicht in ein nationales Kader, die Schanze in St.Moritz war die Grösste welche ich bezwungen haben.

IMG_20190912_164428jpg

Doch hier runter? Nie im Leben


IMG_20190912_164742jpg
Zwischen den roten Toren ist die Mausefalle und dort gehts beinahe senkrecht runter, Wahnsinn!



20190912_172141jpg


Das letzte Abendessen dieser Ferien führte uns ins Landhäusl, http://www.landhaeusl.com/

gemäss Google ein Geheimtip, welcher sich auch als solcher entpuppte. Heimelig, urig und eine überaus freundliche Bedienung, dazu ein leckeres Essen, was will man mehr?
Zum Camping zurück gings mit dem Zug, eine Station fahren und dann nochmal soweit zu Fuss als Verdauungsspaziergang. Zum Absacker ins Restaurant am Camping und dann ab in die Heia. Ich habe so gut geschlafen dass ich nicht mal mitbekommen habe dass in 500 Meter Luftlinie entfernt ein Haus brannte und die Feuerwehren von halb Tirol mit Löschen beschäftigt waren.

Anderntags nahmen wir die letzten 320 km nachhause in Angriff, wieder mal vorbei an Innsbruck und den Arlberg heim nach Bischofszell.



IMG_20190912_164005_BURST001_COVERjpg
Wir durften mal wieder schöne und interressante Ferien geniessen, nette Leute kennenlernen und unser Challenger brachte mich und Martina zuverlässig überall hin.


Im 2020 planen wir auch wieder 2 mal 2 Wochen das Zigeunerleben zu geniessen, Südfrankreich und Deutschland mit Berlin als voraussichtliche Ziele.


Also bis dann, geniesst euer Leben ihr habt nur eins....


Kroatische Inseln Frühling 2019

Hallo Leute,
Unsere Ferienplanung im Winter 2018/19 sah vor, dass wir im Frühling und im Spätsommer je 2 Wochen mit dem WOMO unterwegs sein werden. Selbstverständlich nutzen wir auch Wochenenden zum mal kurz wegfahren und mal was anderes zu sehen. Leider muss Martina am Samstag öfters arbeiten was unsere Reiselust ein bisschen einschränkt.
Martina schwärmte schon lange von Kroatien, also planten wir im Frühling 2019 die kroatischen Inseln zu besuchen. Für mehr reichten die 2 Wochen leider nicht weil wir nicht unbedingt die grossen Kilometerfresser sind.
Am ersten Tag über Innsbruck nach Grado an der östlichen Adria ist dann schon das Maximum pro Tag. Das sind dann rund 600 km und je nach Route mehr oder weniger Autobahn. Wir entschieden uns für weniger Autobahn, schliesslich gibt es im Südtirol eine wunderbare Strecke durch die Berge. Unser Garmin Camper Navi wollte allerdings lieber auf der Autobahn bleiben, die Ausfahrt Brixen verpasst und eine halbe Stunde mehr unterwegs...
Gottseidank konnten wir dann doch noch runter von der Brennerautobahn und durchs Pustertal nach Dobbiaco(Toblach) gelangen. Dieser Ort ist vorallem durch Wintersportveranstaltungen bekannt.

20190427_135725jpg


Der Schnee reichte auch Ende April noch weit bis unter die Baumgrenze und wie es sich heraustellen sollte hatte es ein paar Tage später hier wieder Schnee. Bei meiner Schwester in Teufen reichte es sogar für rund 30 cm.
In Toblach gibt es 2 Möglichkeiten an die Adria zu gelangen, rechts durch die Dolomiten vorbei an den 3 Zinnen oder geradeaus Richtung Oesterreich und durch Kärnten wieder nach Süden. Wir entschieden uns für die Dolomiten, ich kannte die Gegend schon von meinen früheren Motorradferien mit Renato.


20190427_143521jpg


Der Misurinasee war noch mit Eis bedeckt und rundherum hatte es noch viel Schnee. Leider liessen die Temperaturen und die noch längere Strecke kein Verweilen zu, weiter gings Richtung Süden. Ueber Belluno und Pordenone sollte unser Weg führen also nördlich der Adria bis zu unserem ersten Ziel : Grado.
Ein wunderschöner Samstagnachmittag vorbei an Bergen, Rebbergen und Olivenbäumen, diese Strecke ist viel schöner als auf der Brennerautobahn bis Verona, Venedig und dann Richtung Triest.
Aber... Alles Schöne hat mal ein Ende und zwischen Pordenone und Palmanova wurden wir mal so richtig verregnet, Hagel war selbstverständlich auch dabei. Unter einer Brücke anhalten ging leider auch nicht, wir waren mitten in einer längeren Baustelle auf der überfluteten Autobahn. Die Wassertiefe reichte beinahe bis unter die Eingangstüre, wie voriges Jahr in Palermo. Leider war es nicht der letzte Regen in unseren Ferien.

DSC_0630JPG
Dieser Eichelhäher empfing uns auf dem Camping al Bosco in Grado, http://campingalbosco.it/
wunderbar gelegen,direkt hinter dem Strand und nicht zu gross. Allerdings sind die sanitarischen Einrichtungen schon ein bisschen in die Jahre gekommen, für unsere Ansprüche genügend aber nicht mehr.
Mit Einkaufen auf dem Platz war auch noch nix ende April....Dafür hatte das Restaurant auf dem Platz schon offen. Die Fischspezialitäten sollen lecker sein, wir begnügten uns mit Pasta.


DSC_0631JPG
Sonnenuntergang an der noch menschenleeren Adria, das Wetter passte, mal schauen was der Sonntag bringt.
Also los, Sonntagvormittag zu Fuss ins Städtchen Grado. Vom Camping kann man den ganzen Weg zu Fuss am Strand entlang, jetzt noch leer aber ich möchte nicht wissen wie es im Sommer aussieht.
Grado ist so ein typisches italienisches Städtchen mit Hafen, Altes neben Neuem und irgendwie charmant. So richtig italienisch halt.
DSC_0636JPG
Salami, Gemüse und Pasta einkaufen musste auch sein und dann ab in die beste Pizzeria in der Stadt, Tripadvisor hatte schon recht, diese Pizza am Sonntagmittag war ein erstes Highlight in den Ferien.

DSC_0641JPG
Wenn ihr mal da seid : http://www.laciacolada.it/
Das Ambiente ist so irgendwie venezianisch, nichts besonderes, wir sassen eh draussen, aber die Pizza ein Genuss !
Während dem Essen wurde es immer dunkler und wir hatten ja noch rund 2 Kilometer zu laufen also machten wir uns beizeiten auf den Weg, noch schnell einen Espressi und dann zügig nach Hause auf den Campingplatz.

DSC_0642JPG
Aus Richtung Slowenien/Kroatien kam da so ne schwarze Wand, der Kontrast mit dem weissen Sand war einmalig.
Keine Minute zu früh beim Wohnmobil und schon legte es los. Die Siesta fand im Wohnmobil statt, draussen schüttete und blitzte es zünftig und es kühlte noch mehr ab. Also hinlegen und den Gewalten der Natur zuhören und ein bisschen vor sich hin dösen, schliesslich sind Ferien auch dafür da.

DSC_0633JPG
 Am nächsten Morgen führte unser Weg via Trieste, Rijeka auf die Insel Krk. Es war eine kurze Etappe, auf die Insel führte eine Brücke welche für rund 7 Franken überquert werden kann.

20190429_130202jpg
Nach rund 1.5 Kilometern ist man auf der vermutlich bekanntesten Insel Kroatiens.


20190429_130931jpg
Wie ihr auf dem Bild sehen könnt wurden wir mit ein paar Regentropfen empfangen. Aber nichts dramatisches, am Campingplatz angekommen guckte schon wieder die Sonne hervor.
Wir haben uns für den Camping Jezevac bei der Stadt Krk entschieden und wurden nicht enttäuscht. https://www.camping-adriatic.com/jezevac-camp-krk
Ein wunderschöner grosszügiger Platz mit allem was man so braucht. Den Einkauf im Supermarkt in Krk hätten wir uns sparen können, auch auf dem Platz hatten wir Einkaufsmöglichkeiten und ein Restaurant mit den gängigsten Gerichten. Für die 3 Nächte welche wir dort verbrachten mussten wir in der Vorsaison rund 120 Franken bezahlen, nicht gerade wenig, aber die wirklich gepflegte Anlage war es wert. Weil wir nicht wussten wie es mit der Belegung Ende April anfangs Mai so steht habe ich diesen Platz schon im Winter reserviert. Im Nachhinein nicht unbedingt nötig, es hatte noch genügend freie Plätze. Dafür haben wir aber einen schönen grosszügigen Platz mit Meersicht erhalten.

DSC_0652JPG
Und das Städtchen Krk mit dem Hafen war in 10 Minuten zu Fuss erreicht.


DSC_0646JPG
Bevor wir uns das Städtchen mal näher anschauen muss ich euch noch eine Geschichte über die Hinfahrt von Grado nach Krk erzählen.
Wie hinlängst bekannt muss man von Italien nach Kroatien durch Slowenien fahren, der Rappenspalter sucht sich den Weg um die Autobahngebühr in Slowenien zu sparen. Wir hatten schon vorgängig eine nach Hause liefern lassen damit wir gleich durchfahren konnten.Klappt super, mit Tolltickets. https://www.tolltickets.com/country/slowenien/
Doch weiter im Text, also wir waren ausgerüstet mit allem, aber nicht gerüstet für die Zollkontrolle zwischen Slowenien und Kroatien....Zollkontrolle zwischen zwei EU-Staaten??
Ich verstand die Welt nicht mehr. Irgendwo im Nirgendwo stand da also ein Zoll und davor, noch mehr dahinter standen die Autos in einer 2 Kilometer langen Schlange und warteten.
Das Beste kommt aber erst, endlich mal vorne musste man nur den Pass zeigen und zwar zweimal, nämlich zuerst dem Slowenen und ein paar Meter weiter vorne dem Kroaten. Nur Pässe zeigen, was man dabei hat interessiert nicht, und dann weiterfahren! Ich weiss bis heute nicht was das soll....

20190430_110648jpg
Also weiter mit dem Städtchen Krk, der Stadtbummel musste leider mit Jacke beginnen, ganz mutige versuchten es mit halblangen Hosen, so wie dieser Tourist im Hintergrund welcher sich mehr für diesen IBC Behälter aus der Schweiz als für die geschichtsträchtige Mauer interessierte. Es war noch empfindlich kalt auf Krk und das Anfang Mai!
Ein wunderschönes Städtchen erstreckt sich rund um den Hafen, Restaurants, kleine Läden und schmale Gassen prägen die Altstadt.


20190501_103541jpg
Rund um den Hafen reiht sich ein Restaurant neben das andere, es wird um die Gunst der noch nicht so zahlreichen Touristen geworben doch bei ihnen einzukehren und sich zu verköstigen. So war es natürlich nicht schwer einen Platz zu finden und bei Cevapcici mit Pommes dem Treiben zuzusehen. Auch das Wetter spielte mit und sobald die Sonne zwischen den Wolken herausschaute war es sofort auch wärmer.

DSC_0658JPG
20190430_122328jpg
DSC_0656JPG
Donnerstags ging es dann weiter, wir wollten die Insel wechseln, nächstes Ziel war die Insel (Otok) Cres. Etwas nördlich von Krk gab es eine Fähre welche von Valbiska nach Merag führte. Diese wollten wir nehmen, wochentags fuhr sie in Abständen von 90 Minuten. Keine grosse Sache, diese Ueberfahrt dauerte rund 20 Minuten, so ähnlich wie Konstanz - Meersburg. Nur der Preis ist anders. Für dieses kurze Stück verlangen die Betreiber für ein Wohnmobil über 7 Meter plus 2 Erwachsene doch tatsächlich 344 Kuna oder umgerechnet über 50 Franken. Happig  happig.... Leider sind die kroatischen Inseln praktisch nur mit Fähren zu erreichen und so hat der Betreiber in der Preisgestaltung freie Hand. https://www.jadrolinija.hr/de/faehren-kroatien

DSC_0677JPG
Bei schönstem Wetter und ruhigem Meer rüber zur Insel Cres und dann runter bis Mali Losinj so war der Plan. Cres ist die Insel der Schafe, bei der Fahrt Richtung Süden sahen wir warum. Karges steiniges Land, zerklüftet und Gebüsch überall.


20190502_112954jpg
Wir fuhren auch vorbei am Städtchen Cres welches wir dann auf dem Rückweg besuchen wollten.


20190502_113540jpg
Ein traumhaft schöner Tag, endlich mal Sonne pur und eine malerische Landschaft begleitete uns bis nach Osor wo wir von der Insel Cres auf die Insel Losinj wechselten. Ueber ein 10 Meter lange Brücke, die kürzeste Verbindung zweier Inseln in Kroatien.



DSC_0680JPG
Und dann wieder weiter südwärts, auf bis auf wenige Ausnahmen sehr gut ausgebauten Strassen.
Nach Mali Losinj fahren anscheinend auch viele Carunternehmen, wir sahen dort viele Reisegruppen kommen und wieder gehen.

Unsere Reise führte in den Camping Cikat, https://www.camp-cikat.com/de/
ein riesiger Platz aber noch mitten in der Vorsaison, wenig belegt und teilweise wurde noch instandgestellt oder neu gebaut.


DSC_0688JPG
Diese Aussicht war uns 40 Franken pro Nacht wert, Abendsonne und kristallklares Wasser inklusive. Wir genossen das schöne Wetter und den Ausblick, in die Stadt wollten wir dann am nächsten Tag.


20190502_153345jpg
Vor dem Wohnmobil sitzen, das Nachtessen bei einem guten Glas Wein geniessen und den Sonnenuntergang bestaunen, kurz gesagt die Seele baumeln lassen.


DSC_0691JPG
Es kann ja nicht immer schön sein, am nächsten Tag sah unser Spaziergang nach Mali Losinj so aus :


DSC_0706JPG
Jacke, lange Hosen und vor allem Schirm waren angesagt denn eine längere Schönwetterphase war nicht in Sicht. Rund um den Hafen war schon einiges los, dort zogen auch alle Reisegruppen vom Carparkplatz vorüber und wieder zurück ohne etwas zu kaufen, zu essen oder zu trinken.
Die Angestellten der Restaurants versuchten alles um die Touris ins Lokal zu bekommen. Wir haben alle berücksichtigt, sogar der Schnapsverkäufer wurde noch zwei schön verzierte Flaschen Sliwowitz los.
Ansonsten konnte uns Mali Losinj nicht so begeistern, Krk hat uns definitiv besser gefallen. Vielleicht lag es auch am Wetter an diesen Tag; Stadtbummel bei Regen macht einfach nicht so Spass. Darum wieder zurück auf den Camping und Siesta machen.


20190503_120413jpg

Am nächsten Tag packten wir zusammen und fuhren nordwärts, Ziel Cres und der dortige Camping Kovacine, https://camp-kovacine.com/de
Ein schöner Platz mit allem was es so braucht. Ein Strandcafe, zwei Restaurants und grosszügige Plätze, was fehlte waren die Touristen und besseres Wetter. Dies war den Tauchern von der nahen Tauchschule egal, nass von oben oder von allen Seiten war ihnen egal.


20190504_193913jpg


Wir hatten den Humor auch noch nicht verloren, schliesslich wollten wir ja keine Badeferien machen. Zu Fuss gings ins Städtchen, gekleidet wie im Herbst. Vom Camping führt die Strandpromenade in rund 20 Minuten zum Hafen um welchen sich die Häuser scharen, allerdings war der Hafen ein bisschen verlassen, es war noch wenig los im Frühling.


20190504_112212jpg



http://www.crepsa.com/de/der_turm_von_cres___/55/9



DSC_0718JPG


Restaurants waren leer und in den Geschäften standen sich die Angestellten die Füsse in den Bauch. So blieb es beim Anschauen, Aperitiv nehmen und wieder gehen. Das Nachtessen wurde im Campingplatzrestaurant eingenommen. Den nächsten Tag verbrachten wir auch noch in Cres, Gegend erkunden und so.
Es war windig, kalt mit wenigen wärmenden Sonnenstrahlen welche wir in einem vom Wind abgelegenen Cafe genossen.


DSC_0723JPG
Am Abend wurde wieder im Restaurant gegessen, ist ja drinnen sicher schön warm...Nur war es leider so dass das Hauptrestaurant wohl gedeckte Plätze anbietet, aber ansonsten war man draussen und das bei 12 Grad.
Das Essen war köstlich, musste aber schnell gegessen werden wenn man es nicht kalt mag. Beim Bezahlen bekommt man in Kroatien noch öfters einen Schnaps angeboten, hier stellten sie gleich die Flasche hin, und so wurde der Abend doch noch warm....
Also ab in die Heia und morgen weiter, wieder aufs Festland, Novigrad in Istrien war das Ziel.


DSC_0733JPG
Ein letztes Mal in diesen Ferien auf einer Fähre von Porozina nach Brestova, 20 Minuten für 344 Kuna oder umgerechnet 50 Franken, die vorderste Reihe kostete nicht extra!
Auf dem Festland bemerkte man bald, dass dort das Klima nicht so rauh ist wie auf den Inseln. Es wirkte irgendwie grüner und saftiger als das Karge, Wilde auf den Inseln.


DSC_0735JPG
Der Campingplatz Aminess Sirena in der Nähe von Novigrad hatte auch noch reichlich freie Plätze und bei den Temperaturen konnte man auf einen Platz im Pinienwald verzichten. https://www.aminess-campsites.com/de/campingplatz-aminess-sirena
Wir hatten wieder eine tolle Aussicht auf die Bucht und mit der Bimmelbahn waren wir in 10 Minuten im schmucken Städtchen welches wir am nächsten Tag erkunden wollten.



DSC_0751JPGDSC_0740JPG




DSC_0746JPG
Ein sehr gepflegtes Städtchen welches von einer Mauer geschützt wird. Und endlich konnte man wieder ans Ausziehen der Jacke denken, die Sonne wärmte schon wieder ganz schön.
https://www.kroati.de/kroatien-istrien/novigrad.html



20190507_125553jpg
Sehr schöne 2 Tage auf dieser Reise, Wetter, Camping, Essen, alles war gut und schön.
Doch waren wir schon mitten in der zweiten Ferienwoche und mussten schon wieder langsam weiterziehen in Richtung Heimat.
Am Mittwoch 08.05.2019 verabschiedeten wir uns von Novigrad mit dem Ziel Innsbruck welches schon öfters unser letzter Zwischenstop vor der Heimat war. Wir wählten die Route über Udine und dann wieder durch die Berge bis nach Brixen um dann dort den letzten Rest noch auf der Brennerautobahn bis nach Innsbruck.
Das war eine gute Idee, der Autobahn folgen über Triest, Venedig und Verona und dann noch den Brenner, gute Nacht, macht definitiv keinen Spass und man sieht ja nichts von der Gegend ausser Lkw an Lkw. Mir hat das Stück von Brixen bis Innsbruck schon gereicht.
So sahen wir auch den Schnee welcher eine Woche zuvor in den Alpen in Massen gefallen war und die Zerstörungen welche ein Sturm im November 2018 im Südtirol angerichtet hatte.


20190508_135752jpg
Die Aufräumarbeiten sind noch lange nicht vorbei, die Bäume liegen noch zu Hunderttausenden am Boden, nur die Verkehrswege über die Pässe sind frei. Das dauert noch Jahre und vorallem ist der Boden völlig der Witterung ausgesetzt und es hat schon einige Murgänge gegeben.
Wen es interessiert : https://www.suedtirolnews.it/chronik/12-mio-kubikmeter-holz-sind-wind-zum-opfer-gefallen


Diese Fahrt durch das Südtirol werde ich nicht mehr so schnell vergessen, man merkt wie klein der Mensch gegen solche Naturgewalten ist und wie in wenigen Stunden über Jahrzente gewachsenes einfach zerstört wird.


20190509_185840jpg
Am frühen Abend standen wir wieder auf unserem Lieblingsplatz beim Camping Kranebitterhof und genossen den Sonnenuntergang mit Regenbogen und ein feines Nachtessen auf dem Platz. Das Platzrestaurant muss eine gute Adresse in Innsbruck sein, man muss froh sein einen Platz zu bekommen ohne Reservation.
http://www.kranebitterhof.at/de/camping-de

Warum wir öfters auf der Heimreise von Osten her in Innsbruck Halt machen seht ihr auf dem nächsten Foto:


DSC_0762JPG
Ich muss mit Martina immer in dieses Cafe wo wir uns einen feinen Kaffee gönnen welcher dann zur Folge hat, dass solche Fotos entstehen:




20190509_123711jpg
Selfie vom goldenen Dacherl, völlig unscharf und mit Tourist mit weisser Mütze im Hintergrund welcher sich grinsend ins Bild schleicht.....
Oder solche :



20190509_123743jpg



DSC_0758JPG
Dieses Bild ist auf den ersten Blick nichts besonderes doch was sieht man wenn man durch den Bogen guckt? Richtig, die Bergisel Schanze in Innsbruck. Sehr eindrücklich wenn man sie besichtigt. Vom Turm sieht man gleich auf den Friedhof. Dieses Bild ist bei einem früheren Besuch in Innsbruck entstanden.


DSC_0012JPG
Es ist vielleicht noch wichtig zu erwähnen dass in der Nähe des Campings eine Bushaltestelle ist von welcher man mit nur einmal umsteigen in die Stadt gelangt.

Am nächsten Tag und wieder topfit wurde alles entleert und der Nachhauseweg angetreten. Die restlichen der rund 1800 Kilometer dieser Reise verliefen auch problemlos, bis auf eine defekte H7 Birne welche mit meinem handwerklichen Geschick in Kroatien gewechselt wurde, war unser Challenger wieder mal ein treues Fahrzeug welches uns auch auf dem nächsten Trip nach Deutschland, Tschechien und Oesterreich begleiten wird.



DSC_0695JPG


Bis bald,
Hans und Martina